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Podiumsdiskussion „Mehr Männer in Kitas und Frauen in der Bundeswehr“

Der Wandel von “typisch männlichen“ oder “typisch weiblichen“ Berufsfeldern ist vielerorts erkennbar. Die gestrige Podiumsdiskussion im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr (MHM) näherte sich diesem Wandel, indem sie die zwei vermeintlichen Pole dieser Entwicklung betrachtete. Rund 50 Gäste folgten der Einladung des sächsischen Modellprojektes ‚Mehr Männer in Kitas‘ im Paritätischen Sachsen und des MHM.

Als Input für die Diskussionsrunde umriss PD Dr. Sylka Scholz von der TU Dresden die unterschiedlichen Dimensionen und Hintergründe einer Öffnung der Bereiche Bundeswehr und Kita. Ein wichtiger Unterschied sei dabei, dass es beim Militär bis 2001 einen rechtlichen Ausschluss von Frauen für bestimmte Tätigkeitsfelder gab. In der frühkindlichen Bildung sei hingegen von einem kulturellen Selbstausschluss zu sprechen. Erst durch das in den letzten Jahren veränderte Bewusstsein von jungen Vätern für ihre Rolle bei der Erziehung von Kindern, sei auch ein positiver Trend zu mehr Erziehern erkennbar, so Dr. Scholz. Die bestehenden Geschlechterklischees rührten aus dem im 18. Jahrhundert begründeten Rollenverständnis her, dass es in Zukunft zu überwinden gelte.

In der von Prof. Dr. Holger Brandes, Rektor der Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit moderierten Diskussionsrunde deuteten die Vertreter(innen) sowohl der Bundeswehr als auch aus dem Kita-Bereich, die Öffnung der letzten Jahre als ein Gewinn. Zudem wurde die unterschiedliche öffentliche Wahrnehmung dieser Öffnung besprochen. Während der Aspekt mehr männlicher Pädagogen in Kitas weitgehend positiv konnotiert wird, scheint es bei Frauen in der Bundeswehr mehr Vorbehalte zu geben. Gleichwohl sehen sich beide Geschlechter mit typischen Zuschreibungen in den “neuen“ Handlungsfeldern konfrontiert. Jedoch scheinen diese Zuschreibungen in Kitas schneller überwunden zu werden.

Als Fazit stellte die Runde fest, dass es positive Entwicklungen gibt, man aber weiterhin an der Überwindung tradierter Rollenzuschreibungen arbeiten müsse.