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10-06-15 PM Zuverdienstfirmen

Mittelstreichung für Zuverdienstfirmen bringt Mehrkosten

Der PARITÄTISCHE Sachsen warnt vor weiteren Kürzungen bei Zuverdienstfirmen. In diesen Unternehmen sind sachsenweit ca. 230 Personen mit psychischer Erkrankung beschäftig. Die absehbaren Kürzungen bei der Förderung von Menschen mit Behinderung, werden zu einem Rückgang von 50 % der Arbeitsplätze führen. Die aus dem Abbau resultierenden Kosten werden jedoch weit höher liegen als die erhofften Einsparungen.


„Im Koalitionsvertrag sprachen sich die Regierungsparteien noch für eine Allianz zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus. Durch eine Mittelreduzierung für die Zuverdienstfirmen beschädigt man eines der besten Instrumente zur Erreichung des Ziels“ sagt Beate Hennig, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Sachsen. Das Modell der Zuverdienstfirma wirke nachweislich stabilisierend und genesungsfördernd auf psychisch erkrankte Personen. Zudem ermögliche es die Mitarbeit in einem Unternehmen, dass auf dem allgemeinen Markt tätig ist. Fällt das Arbeits- oder Beschäftigungsverhältnis weg, könne dies zu einer Verfestigung des Krankheitsbildes führen. Die Folge wären höhere Behandlungskosten, bis hin zur Notwendigkeit einer stationären Behandlung. „Der Arbeitsplatz in einer sächsischen Zuverdienstfirma wird derzeit mit ca. 2000 Euro im Jahr gefördert“ so die Geschäftsführerin, „dies würde bei einem stationären Betreuungsplatz pro Woche anfallen.“


Im Gegenzug zu den wegfallenden Stellen die Anzahl der Außenarbeitsplätze der Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu erhöhen, wie es kürzlich durch die CDU-Fraktion vorgeschlagen wurde, stelle in diesem Fall keine gleichwertige Alternative dar. Die Zuverdienstfirma ist neben Beschäftigungsmodellen wie der Integrationsfirma und der Behindertenwerkstatt ein bewährtes Instrument, um Menschen mit Behinderung an Arbeitsprozesse heranzuführen, zu fördern und natürlich nachhaltig zu integrieren. Über die vergangenen 15 Jahre wurden in Sachsen Strukturen geschaffen, die bereits jetzt mit engem finanziellen Rahmen effektivste Arbeit leisten. „Gerade diese über Jahre erfolgreich aufgebauten und gut funktionierenden Strukturen sind bedroht“, unterstreicht Beate Hennig.


Menschen mit Behinderung, deren Angehörige sowie Träger und Einrichtungen werden am 16. Juni in Dresden im Demonstrationszug „Soziales ist mehr wert“ gegen die Kürzungen in ihrem Bereich mitmarschieren.



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