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Leipzig: Neues Vertretungssystem für die Kindertagespflege in Leipzig birgt Unsicherheiten für über 3000 Eltern

Kinder spielen in einer Kindertagespflegestelle mit Kartons, Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen, IKS

Die Ratsversammlung der Stadt Leipzig beschloss in ihrer letzten Sitzung ein Vertretungssystem für die Kindertagespflege. Paritätischer Sachsen und die FRÖBEL- Gruppe kritisieren unter anderem die unzureichende Zahl an Vertretungsplätzen.

Vicki Felthaus, Regionalleiterin für den Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen, kommentiert: „Die Vertretungsfrage in der Kindertagespflege ist für Eltern und Tageseltern schon lange mit Unsicherheit behaftet. Daher ist es gut, dass sich die Stadt des Themas annimmt. Die jetzt beschlossene Regelung mit 130 Vertretungsplätzen ist bei stadtweit über 3000 Plätzen in der Kindertagespflege jedoch viel zu gering bemessen. Der Blick auf die aktuelle Situation zeigt, dass der bestehende Bedarf dieses Angebot bereits jetzt übersteigt. Die Stadt Leipzig hat den Bereich Kindertagespflege massiv ausgebaut und kompensiert damit den zaghaften Krippenausbau. Sie muss die Betreuung jetzt auch gleichrangig absichern. Über 3000 Leipziger Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder betreut werden können – egal, ob sie in der Krippe oder bei Tageseltern untergebracht sind. Die beschlossene Vertretungsregelung leistet das nicht.“

Norbert Hunger, Geschäftsleiter der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH in Leipzig, betont: „Als Träger versuchen wir seit Jahren, das viel zu schlecht ausgestattete Vertretungssystem zu kompensieren. Das jetzt beschlossene System bringt uns keinen Schritt weiter. Weder deckt die Anzahl der Plätze den aktuellen und notwendigen Bedarf ab, noch können bei diesem Entwurf sinnvolle Qualitätsstandards eingehalten werden. Es geht um die Arbeit mit Kindern, daher sind Vertrauen und Bindung sehr wichtig. Vertretungspersonen und Tageseltern müssen daher in gutem Kontakt zueinander stehen, damit im Vertretungsfall Kinder und Eltern nicht an eine fremde Person weitergereicht werden und die Vertretungskräfte die Möglichkeit haben, sich auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzustellen.“

Der Stadtrat stimmte in seiner letzten Sitzung mehrheitlich für den Entwurf der Vertretungsregelung aus der Stadtverwaltung. Ein von Bündnis 90/Die Grünen eingebrachter Änderungsantrag mit verschiedenen Verbesserungsansätzen scheiterte nur knapp.

Der Paritätische Sachsen und die Fröbel gGmbH fordern dringend notwenige Nachbesserungen, die sich an den in der Stadt tatsächlich vorhandenen Bedarfen orientieren und die Benachteiligung der über 3000 Eltern mit Kindern in der Kindertagespflege beenden. Es ist ein rechtssicheres Vertretungssystem zu etablieren, in dem alle Kinder pädagogisch sinnvoll einbezogen und Vertretungskräfte unbürokratisch und gleich behandelt werden.


Der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen ist der größte Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. In Leipzig vertritt er die Interessen von fast 100 Trägern der Sozial- und Bildungsarbeit, davon mehr als 40 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH ist Deutschlands größter überregionaler gemeinnütziger Träger von Kindertageseinrichtungen und betreibt deutschlandweit rund 180 Krippen, Kindergärten und Horte. In Leipzig sind es 17 Kindergärten und zwei Tagespflegekoordinierungsstellen für 150 Tagespflegepersonen.

Für Presseanfragen:

Vicki Felthaus, Regionalleitung Leipzig
Paritätischer Sachsen
Telefon: 0341 / 961 74 62
E- Mail: vicki.felthaus@parisax.de                         

Norbert Hunger, Geschäftsleiter
FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH
Telefon: 0341/35053612
E-Mail: hunger@froebel-gruppe.de

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