Kontaktaufnahme

Spitzenverbände kritisieren den unreflektierten Sparkurs der Staatsregierung

 

 

(Dresden) Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen kritisiert die angekündigten Kürzungen im Bereich Soziales, Jugend und Wohlfahrt entschieden.

„Sachsen geht den falschen Weg. Die Staatsregierung scheint Sparsamkeit nur als Zahlenspiel zu betrachten, ohne dass ihr die Folgen ihres Handelns deutlich sind. Diese Kürzungen werden ein Ungleichgewicht in der Versorgung mit sozialen Angeboten nach sich ziehen und ignorieren die vorhandene Bedarfslage im Freistaat völlig. Die angekündigten Kürzungen gehen an die Substanz. Strukturen, die jetzt weg brechen, werden nur unter größtem Aufwand wieder herzustellen sein. Die Konsequenzen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden sind unabsehbar, die soziale Spaltung wird sich weiter verschärfen.“ kommentiert Beate Hennig, Liga-Vorsitzende.

Die derzeitige Kürzungspolitik der Staatsregierung lasse keinen Spielraum für Entwicklungen und Kontinuität im sozialen Bereich. Im Koalitionsvertrag wurde die nun zurückgefahrene Jugendpauschale noch als ein wichtiges Instrument für die Unterstützung der Kommunen hervorgehoben, um „Niveau und Qualität der Angebote gerade auch im ländlichen Raum“ zu verbessern. Dass nun an genau dieser Stelle Einsparungen angesetzt werden, verunsichere nicht nur Einrichtungen und Träger. Auf die Angebote angewiesene Menschen und ganze Regionen würden sozial abgehängt.

Auch die angestrebten Kürzungen im Bereich des Freiwilligen sozialen Jahres verkennen nach Ansicht der Wohlfahrtsverbände völlig die Bedeutung dieses Instrumentes für die Einrichtungen sozialer Arbeit im Freistaat. Nicht nur, dass man das Engagement junger Menschen auf diese Weise ausbremse, man nehme den sozialen Einrichtungen eine wichtige Chance, Nachwuchs für die Bereiche der sozialen Arbeit zu gewinnen. Nach derzeitigen Plänen könnte ab September 2010 die Hälfte aller FSJ-Stellen wegfallen.

Das Sozialministerium hat am vergangenen Freitag angekündigt 7,7 Millionen Euro bei der Jugendhilfe einzusparen. Unter anderem soll die Jugendpauschale, mit der das Land
die Jugendhilfe der Kommunen vor Ort mitfinanziert, von 14,30 Euro auf 10,40 Euro gekürzt werden. In den Landkreisen wirkten sich diese Einschnitte durch die größere
abzudeckende Fläche noch dramatischer aus als in den Städten. „Hier droht ein beispielloser Kahlschlag der Jugendhilfelandschaft“, so Hennig. „So etwas leistet sich
kein anderes Bundesland trotz der schwierigen Finanzlage.“

Die Liga der Spitzenverbände ist der Zusammenschluss der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat. Mitglieder sind die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Für Presseanfragen:
Thomas Neumann (Pressesprecher des PARITÄTISCHEN Sachsen)
Telefon: 0351- 49 16 654
E-Mail: Thomas.Neumann[at]parisax.de

Aktuelles

21. November 2017

Geschenke für 9. Sozialen Weihnachtsmarkt Sonnenstein gesucht

In diesem Jahr findet der Soziale Weihnachtsmarkt in Pirna Sonnenstein zum neunten Mal statt. Auch...  
14. November 2017

Wohnungslosigkeit: Wohnungsmarkt grundlegend reformieren

Nach Ansicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes unterstreichen die heute von der BAG...