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Bündnis „Kitas retten!“ demonstriert am 24. Juni vor dem Sächsischen Landtag

Leipzig/Dresden, 18. Juni 2026 – An den Kitas in Sachsen brennt die Luft: Nach Jahren des Erzieher:innenmangels drohen nun Stellenabbau, Zwangsteilzeit und Kita-Schließungen. Das Bündnis „Kitas retten!" ruft deshalb für den 24. Juni, 17 Uhr, zu einer Demonstration vor dem Sächsischen Landtag in Dresden auf.

Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen: „Die wegen sinkender Kinderzahlen freigewordenen Gelder für die Kitas in Sachsen einzusetzen, ist grundsätzlich ein richtiger Schritt. Allerdings nur dann, wenn dadurch Geld in die Qualität und den Standorterhalt fließt. Dies ausschließlich über die Erhöhung des Kita-Landeszuschusses zu tun, entlastet aber nur die Kassen der Kommunen, die dann die gleiche Summe sparen können. Für Kitas und Eltern verbirgt sich dahinter eine Mogelpackung – vorn Landesgeld reingesteckt, hinten kommunales Geld aus dem Kita-Topf rausgenommen. Ohne eine verbindliche, gesetzliche Verankerung, wofür das Landesgeld eingesetzt wird, ist es für jegliche Verbesserungen im Kitasystem verloren. Und auch Elternbeiträge werden nicht absinken.“

Burkhard Naumann, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen: „Jahrelang haben junge Menschen eine lange, unvergütete Ausbildung absolviert, um in der Kita zu arbeiten. Jetzt müssen sie um ihren Arbeitsplatz fürchten. Der Grund sind sinkende Kinderzahlen, vor allem aber die fehlende Bereitschaft von Landesregierung und Kommunen, Personal zu halten und die Bedingungen zu verbessern. Dabei bleibt der Alltag in den Einrichtungen extrem belastend: zu wenig Zeit für das einzelne Kind, zu wenig Zeit für Vor- und Nachbereitung. Zwar hat die Landesregierung angekündigt, die Kita-Pauschale um 367 Euro zu erhöhen. Ohne konkrete Qualitätsverbesserung kommen jedoch Null Euro an der einzelnen Kita an. Das Geld droht in den klammen Haushalten der Kommunen zu versanden.“

Das Bündnis fordert die Staatsregierung und den Landtag auf, gemeinsam mit allen Beteiligten einen langfristigen, verbindlichen Plan für eine bessere personelle Versorgung zu entwickeln – mit einer verbesserten Fachkraft-Kind-Relation, zusätzlichen Ressourcen den Erhalt wohnortnaher Kitas, einer bedarfsgerechten Einberechnung von Urlaub, Krankheit und Weiterbildung sowie mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung.

Jens Bruns von der Landeselternvertretung für Kindertagesstätten und Tageseltern in Sachsen i.G. (LevKiTa) ergänzt: „Jedes Kind in Sachsen hat das gleiche Recht auf eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung. Und Eltern haben ein Recht auf einen Kita-Platz in der Nähe. Wir Eltern appellieren an die Landesregierung und an die Kommunen, die Kita um Ecke zu erhalten und nach vielen Jahren des Personalmangels endlich besser auszustatten!“