Anlässlich der heute von Finanzminister Christian Piwarz vorgestellten Ergebnisse der Kabinettsklausur zum Doppelhaushalt 2025/26 sagt Simone Zimmermann, Landesgeschäftsführung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen:
„Es ist erfreulich, dass Bildung und Jugend bei der Haushaltsplanung zu den Prioritäten der Staatsregierung zählen. Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu stärken, ist eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes und den Standort Sachsen. Irritierend ist jedoch, dass im heutigen Statement der Staatsregierung kein Wort über die frühkindliche Bildung fällt. Der verengte Blick auf Schule und Hochschule verkennt die Bedeutung der Kindertagesbetreuung für Bildungserfolge in diesen beiden Institutionen.
Noch zum Ende der letzten Legislatur gab es das fraktionsübergreifende Bekenntnis, ein Kita-Moratorium umzusetzen, um die Bildungsqualität in Krippen, Kindergärten, Horten und Kindertagespflege abzusichern. War dies nur eine Nebelkerze? Die Landtagsabgeordneten sind in den anstehenden Haushaltsverhandlungen aufgefordert, sich für die Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung stark zu machen. Neben der inhaltlichen Notwendigkeit geht es hier auch um die Glaubwürdigkeit politisch Entscheidungstragender.“
Inwieweit die Qualitätsentwicklung in sächsischen Kitas aus Sicht des Paritätischen Sachsen im Landeshaushalt Berücksichtigung finden sollte, lesen Sie hier.
Hintergrund: In der heutigen Presseinformation des Staatsministeriums für Finanzen sind fünf Themenfelder benannt, die bei der Haushaltsaufstellung im Mittelpunkt stehen. Zwei davon sind ‚Jugend‘ sowie ‚Bildung, Lehre und Forschung‘. Hinsichtlich der Bildung ist jedoch nur von „Lehrkräften“ sowie „Beschäftigte(n) in Forschung und Lehre“ die Rede. Von einer Absicherung des Bestandes pädagogischer Fachkräfte in der frühkindlichen Bildung ist dagegen nicht die Rede. Der Paritätische Sachsen muss deshalb davon ausgehen, dass die Staatsregierung vom Vorhaben abrückt, die sinkenden Kinderzahlen für Qualitätsverbesserungen in Kitas zu nutzen, indem Personal gehalten wird.
Die Presseinformation des Finanzministeriums lesen Sie im Medienservice des Freistaates Sachsen: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1084525
Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist der größte Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. Rund 500 Mitgliedsorganisationen betreiben sachsenweit etwa 2100 Einrichtungen und Dienste der Sozial- und Bildungsarbeit. Mit rund 650 Einrichtungen steht der Paritätische Sachsen im Freistaat für die größte Anzahl an Angeboten der frühkindlichen Bildung in freier Trägerschaft.
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Thomas Neumann (Pressesprecher, Paritätischer Sachsen)
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