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Dresden: Haushaltsentwurf plant Finanzlücke in der Jugendhilfe

Kinder ziehen an einem Seil. (Foto: Robert Kneschke/ fotolia.com)

Für Angebote der offenen und mobilen Jugendarbeit könnte es ab 2019 zu einer unzureichenden Finanzierung durch die Kommune kommen, darauf weisen der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Stadtjugendring Dresden e.V. in einer gemeinsamen Presseerklärung hin.

Hintergrund ist der momentan in den Ausschüssen beratene Haushaltsentwurf der Landeshauptstadt für die Jahre 2019 und 2020. Dieser sieht für die kommenden Jahre keine ausreichende Dynamisierung des Budgets der freien Träger vor. So werden z.B. Tarifsteigerungen, Projekte, die 2018 begonnen und 2019 fortgeführt werden sollen, und die zu erwartenden Mehrbedarfe in der Ausstattung mit Personal und Sachkosten oder für Investitionen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. „Dass die längst bekannten tariflichen Entwicklungen in der Planung nicht berücksichtigt wurden, grenzt an Ignoranz“, ärgert sich Carsten Schöne, Regionalleiter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen. Anett Dahl, Geschäftsführerin des Stadtjugendringes ergänzt: „Auch die bereits beschlossene Jugendhilfeplanung findet keinen Niederschlag im Haushalt.“ Diese besagt, dass die abzusehende steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen im Stadtgebiet Berücksichtigung bei der Planung und Umsetzung der vorgehaltenen Angebote für die jungen Menschen finden muss.

Ein weiterer Punkt ist die Befürchtung, auch bei den Objekten auf einen Sanierungsstau zuzusteuern. Was Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann für die Kitas prognostiziert, wird auch für die anderen Einrichtungen der Jugendhilfe eintreten, befürchten die beiden Verbandsexperten. Häuser, die vor 20 und mehr Jahren errichtet worden sind, werden sanierungsbedürftig. Der zur Zeit geplante Betrag in Höhe von knapp 200.000 Euro pro Jahr ist dafür wahrscheinlich unzureichend.

Was passiert, wenn der Stadtrat hier nicht nachbessert, ist leicht vorherzusagen: Angebote müssen gekürzt oder ganz geschlossen werden. Das „Gießkannenprinzip“, also eine gleichmäßige Kürzung über alle geförderten Projekte – wie es in den Jahren 2010 und 2011 praktiziert worden ist, ist keine Lösung. 1,2 Millionen Euro müssten pro Jahr noch dazu gelegt werden, schätzen die Jugendhilfevertreter. „Wir hoffen auf die Einsicht der Verantwortlichen“, führt Schöne abschließend aus.

Für Presseanfragen:

Carsten Schöne (Paritätischer Sachsen, Regionalleiter Dresden)
Tel.: 0351/491 66 53
E-Mail: carsten.schoene(at)parisax.de

Anett Dahl
Stadtjugendring Dresden e.V.
Tel.: 0351 / 470 87 12

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