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Statement: Ganztagsangebote sachsenweit stärken

Ein Junge sitzt an einem Tisch und zeigt auf einen Wochenplan an der Wand. (Foto: Sergey Novikov/ Fotolia.com)

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK) gab heute die Fortführung des Modellprojektes „Ganztagspiloten“ bekannt. Das Projekt soll die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Hort verbessern. Der Paritätische Sachsen begrüßt die Entscheidung des SMK und fordert gleichzeitig stärkere Anstrengungen, um die bessere Kooperation von Hort und Grundschule auch in die Fläche zu bringen.

Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen sagt dazu:

„Die bessere Verzahnung von Grundschule und Hort ist wichtig. In der Regel fehlt eine systematische und gleichberechtigte Zusammenarbeit. Pädagogische Synergieeffekte bleiben somit ungenutzt. Eltern berichten von Doppelstrukturen. Kinder erleben oft zwei verschieden funktionierende Welten. Die Ganztagspiloten sind daher ein wichtiger Schritt, die Kooperation beider Lernorte zu verbessern. Allerdings profitieren Hortkinder seit 2022/2023 lediglich an den 11 Modellstandorten von einer systematisch verbesserten Zusammenarbeit zwischen Schule und Hort.“

Der Landesgeschäftsführer fordert ein entschiedenes Handeln des Freistaates:

„Es braucht aus Sicht des Paritätischen einen landesweiten Prozess, damit alle Grundschulkinder endlich einen Ganztag aus einem Guss erleben. Im Zusammenhang mit dem ab August 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung, hatten wir daher eine deutliche Qualitätsoffensive des Freistaates erwartet und auch Vorschläge unterbreitet.

Das professionelle Zusammenwirken von Schulen und Horten sollte in Sachsen über ein Rahmenvertrag auf Landesebne gestaltet werden. Darin sind Ziele, Aufgaben und Verantwortungen zwischen Schulen und Horten zu benennen und die jeweiligen Fachkompetenzen zu achten. Das schafft Handlungssicherheit vor Ort. Das SMK muss einen Dialog mit Schulen und Hortträgern initiieren, um sich gemeinsam über die Inhalte einer solchen Vereinbarung zu verständigen. Dabei sollten die Ergebnisse des Modellprojektes mit einfließen.“


Ein Interview mit Nicole Lawrenz, Bildungsreferentin des Paritätischen Sachsen, zur Weiterentwicklung des Ganztagsangebotes in Sachsen lesen sie hier.

Informationen der Liga der freien Wohlfahrtspflege zum Thema Ganztag lesen Sie auf der Webseite der Liga.

Die Meldung des SMK zur Fortsetzung des Modellprojektes Ganztagspiloten lesen Sie im Medienservice des Freistaates Sachsen.


Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist der größte Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege in Sachsen. Rund 500 Mitgliedsorganisationen betreiben sachsenweit etwa 2100 Einrichtungen und Dienste der Sozial- und Bildungsarbeit. Mit rund 650 Einrichtungen steht der Paritätische Sachsen im Freistaat für die größte Anzahl an Angeboten der frühkindlichen Bildung in freier Trägerschaft – darunter auch Horte.