Parisax Aktuelle Meldungen https://parisax.de/ Parisax Aktuelle Meldungen de Parisax Sun, 19 Sep 2021 19:16:41 +0200 Sun, 19 Sep 2021 19:16:41 +0200 TYPO3 news-7310 Wed, 15 Sep 2021 17:01:00 +0200 Mitgliederversammlung 2021: Satzungsänderung, neue Beitragsordnung und neuer Landesvorsitz https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/mitgliederversammlung-2021-satzungsaenderung-neue-beitragsordnung-und-neuer-landesvorsitz/ Zum ersten Mal fand die Mitgliederversammlung des Paritätischen Sachsen digital statt. Über 100 Mitglieder folgten der Einladung des Landesverbandes, um über Satzungsänderungen und die Beitragsordnung zu diskutieren sowie einzelne Positionen im Landesvorstand nach zu wählen. Zum ersten Mal fand die Mitgliederversammlung des Paritätischen Sachsen digital statt. Über 100 Mitglieder folgten der Einladung des Landesverbandes, um über Satzungsänderungen und die Beitragsordnung zu diskutieren sowie einzelne Positionen im Landesvorstand nach zu wählen.

Nachdem die Mitgliederversammlung 2020 coronabedingt abgesagt werden musste, kamen die Mittglieder am 15.9.2021 nach zwei jähriger Pause wieder im höchsten Gremium des Paritätischen Sachsen zusammen. Neben den Berichten über die Arbeit des Verbandes und  Informationen zur finanziellen Situation standen zwei richtungsweisende Anträge zur Debatte: Änderungen an der Satzung und der Beitragsordnung.

Satzungsänderungen weitgehend angenommen

Die von einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedsorganisationen und Landesvorstand vorgeschlagenen Satzungsänderungen bezogen sich Großteils auf formelle und redaktionelle Aspekte. Sie wurden weitgehend von den Mitgliedern mitgetragen. Einzig die Verpflichtung, die Mitgliedschaft durch Verwendung des Verbandslogos sichtbar zu machen, stieß auf Widerstand. Die Mitgliederversammlung beschloss die vorgelegten Änderungen mit Ausnahme jener zur Logopflicht. Der Vorstand erhielt den Auftrag, die Formulierung zu überarbeiten und in der kommenden Mitgliederversammlung erneut vorzustellen.

Beitragsordnung befristet verändert

Eine angeregte Diskussion entspann sich hingegen zu den Änderungen an der Beitragsordnung, die im Vorfeld ebenfalls in einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedsorganisationen, Landesvorstand und Geschäftsführung erarbeitet und bereits auf den Regionalkonferenzen im Sommer 2021 vorgestellt worden war. Der Volkssolidarität Landesverband Sachsen brachte einen Änderungsvorschlag ein, der unter anderem geringere Beitragssteigerungen sowie einen niedrigeren Deckel für Höchstbeitragszahler vorsah. Der Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes plädierte dafür, die Beitragsordnung unverändert zu lassen. Der Kinderland Sachsen e.V. warb für eine gänzlich neue Berechnungsgrundlage.

Im Ergebnis zog der Landesvorstand seinen Vorschlag zurück und der Änderungsvorschlag der Volkssolidarität kam unter der Maßgabe zur Abstimmung, die Regelung auf das Kalenderjahr 2022 zu begrenzen und bis zur Mitgliederversammlung 2022 einen neuen Vorschlag zu erarbeiten. Dem stimmte die erforderliche Mehrheit der Mitglieder zu.

Christian Kamprad zum neuen Landesvorsitzenden gewählt

Da der bisherige Landesvorsitzende Uwe Martin Fichtmüller im Jahr 2020 sein Amt beruflich bedingt niederlegte, wurde eine Nachwahl erforderlich. Mit 96,8 Prozent der Stimmen wählten die Mitglieder Christian Kamprad zum neuen Landesvorsitzenden. Für den freiwerdenden Posten des stellvertretenden Vorsitzenden kandidierte Jens Juraschka, der die Zustimmung der Mitglieder erhielt. Zudem wurden Victoria Poppe und Peter Ixfeld in den Landesvorstand gewählt.

Eine Übersicht der Mitglieder des Landesvorstandes sehen Sie hier.


Die nächste Mitgliederversammlung wird voraussichtlich am 13.9.2022 in Dresden stattfinden.

]]>
news-7278 Tue, 07 Sep 2021 15:03:41 +0200 Brennpunkt Sozialwirtschaft: Zwischen sachlichem Dialog und Shitstorm https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/brennpunkt-sozialwirtschaft-zwischen-sachlichem-dialog-und-shitstorm/ Brennpunkt Sozialwirtschaft am 16.9.: Zwischen sachlichem Dialog und Shitstorm - Social-Media-Kommunikation der Polizei Sachsen. Mit Pascal Ziehm, Leiter Kommunikation der Polizei Sachsen. Brennpunkt Sozialwirtschaft: Zwischen sachlichem Dialog und Shitstorm - Social-Media-Kommunikation der Polizei Sachsen. Mit Pascal Ziehm, Leiter Kommunikation der Polizei Sachsen.

In den sozialen Medien schlagen die Wogen manchmal hoch. Beleidigungen, Häme, Hass und Hetze scheinen mancherorts zum normalen Umgangston zu gehören. Rationale Argumente oder eine ausgewogene Diskussion sucht man dann vergebens.

Auch soziale Organisationen, die sich mit gesellschaftlich viel diskutierten Themen befassen, stehen manchmal im Kreuzfeuer unsachlicher Kritik. Da herrscht dann schnell Unsicherheit, wie man in den sozialen Netzwerken reagieren soll, wenn ein sogenannter Shitstorm über die eigene Organisation oder jene Menschen, die sie begleitet, losbricht. Reagieren, diskutieren oder einfach ignorieren? Nur selten verfügen soziale Träger über Fachkräfte, die sich strategischer Kommunikation im Sinne der Arbeit, der Werte und des Leitbildes des Trägers annehmen können. Schnell und kompetent zu reagieren, scheint daher nahezu aussichtslos.

Pascal Ziehm kennt es, wenn ihm der Wind Andersdenkender entgegenbläst oder Trolle die sprachliche Keule schwingen. Der studierte Kommunikationswissenschaftler arbeitete in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, betreute lange die Online-Kommunikation und PR-Arbeit der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages und zeichnet aktuell für die Social-Media-Kommunikation der Sächsischen Polizei verantwortlich.

Im Gespräch mit Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, spricht der freie Journalist und Medienberater in diesem Brennpunkt Sozialwirtschaft über seine Erfahrungen im Umgang mit Gegenwind im Netz. Zudem geht es um Fragen wie: Was tun, wenn der Shitstorm losbricht und wie bereitet man sich vor? Was sind grundlegende Dinge, die auch bei kleinem Budget und knappen personellen Ressourcen in der Social-Media-Kommunikation zu beachten sind? Teilnehmende können ihre Fragen ebenfalls einbringen.

Mehr über die Veranstaltungsreihe lesen Sie hier.

Der Brennpunkt Sozialwirtschaft mit Pascal Ziehm findet am 16.9.2021 ab 19 Uhr über das Videokonferenztool Zoom statt. Zur Teilnahme benötigen Sie eine stabile Internetverbindung sowie ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet, Smartphone) mit Kamera und Mikrofon. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Zugangsdaten:
https://us02web.zoom.us/j/84067963982?pwd=NmdnVEFlYVJvSHJYRmNSc01SWjN0Zz09

Meeting-ID: 840 6796 3982
Kenncode: 946317

]]>
news-7270 Mon, 06 Sep 2021 10:17:53 +0200 Menschen mit Behinderung und Migrationsgeschichte gut begleiten - aber wie? https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/menschen-mit-behinderung-und-migrationsgeschichte-gut-begleiten-aber-wie/ Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen haben oft wenig Erfahrung mit migrantischen Menschen. Umgekehrt verhält es sich bei Trägern im Bereich der Migration. Im letzten Online-Fachgespräch „Wissen kompakt“ des Projektes PariFID ging es daher um eben diesen Brückenschlag. Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen haben oft wenig Erfahrung mit migrantischen Menschen. Umgekehrt verhält es sich bei Trägern im Bereich der Migration. Im letzten Online-Fachgespräch „Wissen kompakt“ des Projektes PariFID ging es daher um eben diesen Brückenschlag.

Um einen fundierten Bogen zwischen Eingliederungshilfe und Migration schlagen zu können, stand Ralf Nieland, Referent in der Fachstelle Migration und Behinderung Sachsen der SFZ Förderzentrum gGmbH, den Teilnehmenden Rede und Antwort. Es kamen auch ganz konkrete Fallkonstellationen zur Sprache. Nachfolgend beantwortet unser Experte die wichtigsten Fragen.

Was kann ich tun, wenn bei Klient*innen eine Behinderung vermutet wird, aber bisher nicht nachgewiesen ist?

Ralf Nieland: In jedem Fall ist es wichtig, die Vermutung zu verifizieren. Ansprüche und Leistungen werden nur bei nachgewiesenen Beeinträchtigungen gewährt. Hierzu muss festgestellt werden, um welche Art von Beeinträchtigung und ggf. um welchen Grad der Behinderung es sich handelt und welche Ressourcen, aber auch individuellen Handlungs- und Unterstützungsbedarfe bestehen. Die ersten Anlaufstellen sind Hausärzt*innen sowie daran anschließend entsprechende Fachpraxen oder auch Psycholog*innen.

In einem zweiten Schritt wäre ein sogenanntes Feststellungsverfahren durch das Versorgungsamt wichtig. Hier wird überprüft und festgestellt, welcher Grad der Behinderung vorliegt, bzw. ob es sich um eine Schwerbehinderung handelt.

Welche Unterstützungsleistungen können von Menschen mit einer Behinderung in Anspruch genommen werden?

Ralf Nieland: Dies kann nicht allgemein beantwortet werden, sondern ist sehr individuell.

Hier hilft neben der Feststellung der Behinderung eine ausführliche Beratung in einer Teilhabeberatung, z.B. bei der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB). Es geht darum, dass der betroffene Mensch notwendige Unterstützungsleistungen erhält, um Benachteiligungen auszugleichen. Das betrifft alle Bereiche wie Gesundheit, Pflege, Wohnen/Leben, Zugang zu Arbeit und vieles mehr, um einen bestmöglichen Teilhabeerfolg zu erzielen.

Ist jemand beispielsweise in der Lebensführung so stark eingeschränkt, dass die eigenen Rechtgeschäfte nicht selbständig möglich sind, kann auch eine gesetzliche Betreuung notwendig sein.

Auch über das Asylbewerberleistungsgesetz sind schon Leistungen möglich. Generell sind dies jedoch stets Einzelfallentscheidungen und sie brauchen eine gute Begründung.

Was ist hinsichtlich der persönlichen Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu beachten, wenn eine geistige Behinderung bei Klient*innen vermutet wird?

Ralf Nieland: Ist die geistige Behinderung nachgewiesen, sollte dies zwingend dem BAMF vorab mitgeteilt werden. Es ist wichtig, eine möglichst breite Schilderung der persönlichen Situation des Menschen beizubringen. Hierzu zählen z.B. Stellungnahmen von Sozialarbeiter*innen und Betreuer*innen zu Auswirkungen von Beeinträchtigungen auf den Lebensalltag. Diagnostische Vermutungen sollten eher vermieden werden – konkrete sachliche Schilderungen mittels ärztlicher Stellungnahmen sind jedoch wichtig. Ärztliche bzw. fachärztliche Berichte mit eindeutigen Diagnosen oder psychologische Gutachten sind für einen Gesamteindruck hilfreich.

Ebenso kann die Situation für Menschen mit Behinderung im Herkunftsland entscheidend für die Beurteilung des BAMF sein. Ist einer erwachsenen Person eine selbständige Lebensführung nach einer Abschiebung nicht mehr möglich, z.B. weil Unterstützungssysteme fehlen oder familiäre Hilfen für das erwachsene Kind nicht sicher sind, können dies aufenthaltsrechtlich relevante Sachverhalte sein. Eine Abschiebung ist dann ggf. nicht möglich. Dies gilt ebenso, wenn Gefahr für Leib und Leben des betroffenen Menschen zu erwarten ist. Hier ist eine sehr konkrete Schilderung mit Blick auf den einzelnen Menschen und dessen Eigenschaften wichtig mit Beschreibung der zu erwartenden Situation im Herkunftsland.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung und Fluchtgeschichte?

Ralf Nieland: Es stehen auch für Menschen mit Behinderung mehrere Wege offen. So etwa eine Berufsausbildung, die Beschäftigung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder ein Arbeitsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt. Hier sind zum Beispiel Berufsbildungswerke, Werkstätten und Inklusionsfirmen eine gute Möglichkeit, im Arbeitsleben anzukommen. Generell gilt, dass eine entsprechende Eignung für die verschiedenen Wege vorhanden sein muss.

Ansprechstellen sind hierfür etwa die Agentur für Arbeit, Arbeitsmarktmentor*innen oder Bildungskoordinator*innen in Sachsen. Speziell für die Thematik Menschen mit Behinderung können auch die sächsischen Integrationsfachdienste (IFD) oder auch der Dienst zur betrieblichen Inklusion des SFZ Chemnitz genutzt werden. Hier erfahren Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber, welche Förderungen für die Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Einschränkungen möglich sind und sie werden zur notwendigen individuellen Arbeitsplatzausstattung beraten.

Wie können die Hürden beim Spracherwerb für Deutsch als Zweitsprache für Menschen mit kognitiven Einschränkungen überwunden werden?

Ralf Nieland: Kognitive Einschränkungen gehen oft mit mangelnden Sprachkompetenzen einher. Dies trifft dann auch besonders den Erwerb einer Zweitsprache. Hier ist es ganz wichtig, eine fachliche Beurteilung einzuholen.

Liegt nachweislich eine kognitive Einschränkung vor, kann dann auch Unterstützung beantragt werden. Eine persönliche Assistenz kann den Sprachunterricht beispielsweise begleiten und Elemente des Unterrichts in der Einzelbetreuung nochmals üben. Menschen mit kognitiven Einschränkungen können in Gruppen nicht immer so gut lernen. Für die soziale Einbindung sind Gruppen aber gerade wichtig. Hier können individuelle Lösungen gefunden werden.


Kontakt:

Ralf Nieland, Fachreferent SFZ Förderzentrum gGmbH - Fachstelle Migration und Behinderung Sachsen

Telefon: 0371 - 33 44 188
E-Mail: fachstelle-sachsen(at)sfz-chemnitz.de
Web: www.sfz-chemnitz.de/fmb

Nicole Börner, Referentin Migration & Projektleitung Paritätische Fach- und Informationsstelle für Interkulturelle Öffnung und Diversität

Telefon: 0351 - 828 71 152
E-Mail: nicole.boerner(at)parisax.de


Das nächste Fachgespräch "Wissen kompakt" findet am 16.9. um 15 Uhr statt. Diesmal stehen Zarine Peukert, Projektleitung "THE DOORS" Kinder - und Elternzentrum Kolibri e.V. und Camil El Khoury Kulturmittler*in bei Kolibri e.V. für Fragen zum Thema Die zerstörerische Kraft von Stereotypen und Vorurteilen im Berufsalltag bereit.

Jetzt mehr erfahren.

]]>
news-7259 Wed, 01 Sep 2021 09:08:39 +0200 Über 400 Freiwillige starten heute in den neuen Jahrgang https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/ueber-400-freiwillige-starten-heute-in-den-neuen-jahrgang/ Heute startet der Freiwilligenjahrgang 2021/22. Über 400 Freiwillige werden in den kommenden Monaten über die Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH neue Erfahrungen sammeln und sich sachsenweit engagieren. Heute startet der Freiwilligenjahrgang 2021/22. Über 400 Freiwillige werden in den kommenden Monaten über die Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH neue Erfahrungen sammeln und sich sachsenweit engagieren.

Allein in den Jugendfreiwilligendiensten beginnen über 400 Jugendliche ihren Einsatz Das Interesse ist groß, denn viele junge Menschen sehen im Freiwilligendienst eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und Orientierung für den weiteren Lebensweg zu finden. Unter anderem werden sie in Kitas und Pflegeeinrichtungen helfen, Menschen mit Behinderungen und Ökolandwirt*innen unterstützen oder sie bringen sich in Forschungseinrichtungen und Freien Schulen ein.

„Wir freuen uns, in diesem Jahr über sehr viele Bewerber*innen. Unsere Jugendfreiwilligendienste können gut gefüllt an den Start gehen. Nur noch ganz wenige Restplätze werden im September nachbesetzt“, berichtet Katrin Bressel, Bereichsleiterin bei der Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH.

Die Zahl erwachsener Freiwilliger geht zurück

Ein Trend, der bereits in den letzten Jahren erkennbar war, setzt sich auch diesmal fort. Das Durchschnittsalter der Freiwilligen sinkt, da sich immer weniger Erwachsene auf entsprechende Angebote bewerben. „Die Nachfrage bei den Menschen bis 27 Jahren hat zugenommen. Doch leider nehmen immer weniger Menschen über 27 Jahren einen Freiwilligendienst auf. Dabei bietet sich gerade der Bundesfreiwilligendienst an, um beispielsweise Familie und Engagement unter einen Hut zu bekommen. Im BFD kann man sich ab 23 Stunden pro Woche engagieren und Neues kennenlernen. Insbesondere in Phasen der beruflichen Neuorientierung ist das eine gute Möglichkeit“, so die Bereichsleiterin.

Chancen für Einsatzstellen

Mehr als 500 Einsatzstellen stehen den Interessierten bei der Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH zur Auswahl. Diese Bandbreite soll es den potentiellen Freiwilligen ermöglichen, Einsatzorte ganz nach ihren Wünschen und Fähigkeiten zu finden. Trotz dieser Vielzahl wird die Auswahl für jene, die sich erst kurz vor Beginn des neuen Freiwilligenjahres entscheiden, aber immer kleiner. Deshalb werden immer wieder neue Einsatzstellen gesucht. Katrin Bressel unterstreicht: „Die große Nachfrage nach Freiwilligendiensten ist auch für die Einsatzstellen eine Chance. Viele erfahrungswillige Menschen möchten sich engagieren und die Arbeit vor Ort kennenlernen. Für die meisten davon ist das der Auftakt zu einer beruflichen Laufbahn in der Sozialen Arbeit oder im Bildungsbereich. Einrichtungen können mittels Freiwilligendiensten den ersten Kontakt zu künftigen Fachkräften knüpfen und sie bestenfalls von sich überzeugen.“

Menschen möchten sich einbringen, Erfahrungen sammeln und neue Perspektiven kennenlernen. Freiwilligendienste bieten genau das. Zu den Erlebnissen in den Einsatzstellen kommen jene aus Bildungstagen und Seminarwochen. In den kommenden 12 Monaten werden unter dem Dach der gGmbH über 500 Menschen diesen Weg gehen. „Das Team und ich sind begeistert über die positive Resonanz auf unsere Angebote. Wir freuen uns darauf, die Freiwilligen und Einsatzstellen auf ihrem Weg zu begleiten“, sagt die Bereichsleiterin.

Erfahren Sie mehr über Einsatzmöglichkeiten oder wie Ihre Einrichtung zur Einsatzstelle werden kann auf www.freiwillig-jetzt.de


Die Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH ist eine Tochtergesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen. Als größte Anbieterin von Freiwilligendiensten im Freistaat bietet sie sachsenweit über 550 Einsatzmöglichkeiten im Freiwilligen Sozialen und Ökologischen Jahr, dem Internationalen Freiwilligendienst (Polen, Tschechien), dem Freiwilligendienst aller Generationen sowie dem Bundesfreiwilligendienst. Mehr als 500 Freiwillige sind aktuell über die Paritätischen Freiwilligendienste im Einsatz.

]]>
news-7249 Fri, 27 Aug 2021 13:20:37 +0200 Mit dem Thema Nachhaltigkeit aus dem Krisenmodus https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/mit-dem-thema-nachhaltigkeit-aus-dem-krisenmodus/ Das Jahr 2020 wollte der Paritätische Sachsen ganz unter das Thema Nachhaltigkeit stellen. Corona warf diese Planung vorerst um. Christian Kamprad sieht in der Nachhaltigkeit einen Ausweg aus dem Krisenmodus. Das Jahr 2020 wollte der Paritätische Sachsen ganz unter das Thema Nachhaltigkeit stellen. Corona warf diese Planung vorerst um. Christian Kamprad sieht in der Nachhaltigkeit einen Ausweg aus dem Krisenmodus.

Besonders seit dem Jahr 2019 hat das Thema der nachhaltigen Entwicklung und des schonenden Umgangs mit Ressourcen in der öffentlichen Wahrnehmung sehr stark an Bedeutung gewonnen. Die Bewegung „fridays for future“, die Programme zum Kohleausstieg oder die Förderung von alternativer Energiegewinnung und Mobilität verdeutlichen das.

Obwohl die Brisanz dieser Themen seit längerer Zeit bekannt ist, wurde die Umsetzung nur in sehr kleinen Schritten vorangebracht – mit vielen Zweifeln und viel zu langsam für die Generation, die die Folgen des derzeitigen Handelns aushalten muss.

Die Mitarbeiter*innen des Paritätischen Sachsen haben sich zu ihrer Jahresauftaktveranstaltung 2020 in einem Workshop mit Möglichkeiten der nachhaltigen Gestaltung der Verbandsarbeit befasst. Auf Grundlage der 17 Bereiche für nachhaltige Entwicklung der UN wurden konkrete Ziele definiert, an denen im Jahr 2020 oder besser ab dem Jahr 2020 gearbeitet werden soll. Im Mittelpunkt standen dabei die Felder Digitalisierung, Ressourcen und Verbrauch, Verhalten (Management und Mitarbeitende), Bauen und Energie, Bildung, Gesundes Arbeiten, Ernährung und Mobilität. Auch die mitteldeutsche Vorstandsklausur sollte sich in diesem Jahr eigentlich ausführlich mit  nachhaltiger Entwicklung in der Sozialwirtschaft befassen. Doch dann kam Corona.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie und die damit verbundenen Änderungen in unserer Arbeit und in den Familien bedeuten eine erhebliche Zäsur. Es wurde deutlich, wie klein die Welt inzwischen geworden ist und wie schnell regionale Ereignisse globale Auswirkungen haben können. Es trat aber auch klar zu Tage, welche immense Bedeutung Soziale Arbeit für unsere Gesellschaft, deren Zusammenhalt und deren Entwicklung hat. Gelegentlich gab es sogar Applaus dafür. Und noch etwas: Wir konnten sehen was möglich ist, wenn (fast) alle an der Lösung einer Aufgabe mitwirken, die sie als existenziell erkannt haben.

Die Belastung für die Mitarbeiter*innen in allen Arbeitsfeldern war in den letzten Monaten besonders hoch. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Arbeit unter teilweise sehr veränderten Bedingungen und die häufig wechselnden Anforderungen und Vorschriften stellte eine ständige Herausforderung dar – und kosteten alle viel Kraft. Unter diesen Bedingungen entstand aber auch eine Vielzahl kreativer Lösungen, die es ermöglichten, unsere Arbeit aufrecht zu erhalten, zu verbessern und zu erneuern. Dabei erhielten verschiedene Themen aus unseren Planungen zur Nachhaltigkeit zusätzliche Impulse: Neue Formen der Kommunikation, Betreuung und Begleitung, Änderungen in der Mobilität und in der Arbeitsweise (Home Office) und nicht zuletzt neue Formen der Information und Bildung sind entwickelt worden. Und wir mussten erkennen, dass uns die veränderten Bedingungen der Corona-Pandemie wohl noch eine sehr lange Zeit begleiten werden.

Es stellt sich nun die Frage, welche der getroffenen Maßnahmen, welche Entwicklungen und Veränderungen bleiben werden und wie sie nach Corona Eingang in unsere Arbeit finden. Hier lohnt es, unsere Planungen zu einer nachhaltigen Entwicklung wieder zur Hand zu nehmen. Die Überprüfung der im Krisenmodus entwickelten Lösungen hinsichtlich ihrer langfristigen Verwendbarkeit zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele kann einen wesentlichen Beitrag leisten, gute Ideen zu bewahren und damit bei der Umsetzung unserer strategischen Ziele ein gutes Stück voranzukommen. Aus der Störgröße „Corona“ kann damit ein Impuls zur weiteren Entwicklung unserer Arbeit werden. Viele der jetzt aufgelegten Förderprogramme können dabei eine Unterstützung sein.


Der Autor: Christian Kamprad ist Geschäftsführer des Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. und engagiert sich derzeit als Teil einer Doppelspitze als Landesvorsitzender des Paritätischen Sachsen.


Der Beitrag erschien zuerst in der September-Ausgabe 2020 des Verbandsmagazins anspiel.

]]>
news-7246 Wed, 25 Aug 2021 16:47:00 +0200 Gastbeitrag: Nachhaltigkeit? - Zwischen Trend, Chancen und Verantwortung https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/gastbeitrag-nachhaltigkeit-zwischen-trend-chancen-und-verantwortung/ Nachhaltigkeit ist fast so ein Begriff, wie „Herausforderung“ oder „alternativlos“. Zu oft gebraucht und dadurch schon etwas abgenutzt. Genau das Gegenteil ist der Fall und Nachhaltigkeit hält insbesondere für soziale Unternehmen viele Potenziale bereit, zeigt unser Autor Toni Kiel von plant values. Nachhaltigkeit ist fast so ein Begriff, wie „Herausforderung“ oder „alternativlos“. Zu oft gebraucht und dadurch schon etwas abgenutzt. Genau das Gegenteil ist der Fall und Nachhaltigkeit hält insbesondere für soziale Unternehmen viele Potenziale bereit, zeigt unser Autor Toni Kiel von plant values.

Nachhaltigkeit scheint in aller Munde und war sicher auch bei Ihnen schon in der einen oder anderen Form Thema im Unternehmen oder in der Organisation. Doch was genau ein nachhaltiges Unternehmen sein soll und warum man sich damit beschäftigen sollte, ist nicht immer ganz klar. Neben vielen Fragezeichen bringt das Thema aber auch immer größere Potentiale mit sich.

Eine einfache Erklärung für Nachhaltigkeit ist, dass eine Ressource nur so stark genutzt wird, dass sie in gleichem Maße regeneriert werden kann. Und gemeint sind alle Ressourcen - sowohl ökologische (z.B. Holz, Artenvielfalt, die Atmosphäre) als auch wirtschaftliche (z.B. Kapital) und soziale (z.B. Bildung, Motivation, Vertrauen). Angesichts der Vielzahl globaler Krisen (Klimakrise, Artensterben, Altersarmut, soziale Ungleichheit) zeigt sich, dass wir oft nicht nachhaltig agieren.

Und wo stehen soziale Träger und Einrichtungen? Sind sie nicht bereits nachhaltige Unternehmen? Zum Teil. Ein nachhaltiges Unternehmen wäre eines, das keine der Ressourcen übernutzt. Das ist in unserer arbeitsteiligen Welt aber wohl für 99% der Unternehmen nicht erreichbar. Deswegen ist Nachhaltigkeit sozusagen auch ein arbeitsteiliges Unterfangen. Dort, wo die einen Unternehmen ökologische Ressourcen übernutzen, aber soziale Ressourcen aktiv stärken, soll es sich für andere Unternehmen genau andersherum verhalten. In der momentanen Situation bedeutet das jedoch trotzdem für jedes Unternehmen die Verantwortung, das Möglichste zu tun, um alle Ressourcen zu schonen.

Mit dieser Verantwortung gehen aber auch enorme Potenziale einher. Denn je bewusster Menschen sich dieser Verantwortung werden, desto größer die Suche nach nachhaltigen Unternehmen. Das können Sie nutzen und Kund*innen, Nutzer*innen und Mitarbeiter*innen Identifikation bieten. Sie können die Arbeitgeberattraktivität steigern, sich von Marktteilnehmenden abheben, vielleicht ganz neue Dienstleistungen entwickeln. Immer mehr Studien zeigen zahlreiche positive Effekte für Unternehmen.

Wie geht man nun vor? Der oft wichtigste Schritt ist die Auswahl der relevanten Nachhaltigkeitsthemen. Ob Sie sich verstärkt um Klimawandel, Geschlechtergerechtigkeit, Biodiversität oder etwas anderes kümmern wollen, sollte unter anderem davon abhängig sein, wo Sie starke Einwirkungsmöglichkeiten haben, unternehmerische Chancen sehen und welche Themen Ihren Stakeholdern wie Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Geschäftspartner*innen besonders wichtig sind. Darauf aufbauend können Sie Verbesserungen und Innovationen in diesen Themenbereichen anstoßen.

Zwei praktische Hinweise noch. Erstens: Binden Sie Ihre wichtigen Stakeholder bei vielen Schritten ein. So finden Sie Lösungen, die wirklich ankommen und nutzen das Wissen aller - bei diesem komplexen Thema ist das umso wichtiger. Zweitens: Suchen Sie Austausch und Netzwerke. Es gibt unzählige Best Practices zu ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit und gemeinsam steigt die Motivation.

Fazit: Nachhaltigkeit scheint zunächst schwer greifbar, aber lohnt sich für die allermeisten Unternehmen. Mit der richtigen Herangehensweise finden sich die Potenziale und im Austausch mit Stakeholdern und anderen Unternehmen wird das Thema zur motivierenden Aufgabe.


Der Autor: Toni Kiel ist studierter Biotechnologe und Teammitglied von plant values. Bei plant values begleitet er Unternehmen verschiedenster Größe und Branche auf dem Weg zu Nachhaltigkeit und entwickelt dafür mit ihnen Strategien, Maßnahmen und Unternehmenskultur.


Sie wollen sich nachhaltiger aufstellen? Der Paritätische Gesamtverband unterstützt Sie dabei mit dem Projekt "Klimaschutz in der Sozialen Arbeit stärken".

]]>
news-7221 Thu, 19 Aug 2021 05:40:00 +0200 Digitalisierung: Am Bildschirm beraten https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/digitalisierung-am-bildschirm-beraten/ Trotz immer besserer Technik waren Beratungen via Videokonferenz bei sozialen Organisationen eher ein seltenes Phänomen. Die coronabedingten Kontaktbeschränkungen ließen die Träger jedoch umdenken. So auch die Beratungsstellen des pro familia Landesverband Sachsen e.V. Trotz immer besserer Technik waren Beratungen via Videokonferenz bei sozialen Organisationen eher ein seltenes Phänomen. Die coronabedingten Kontaktbeschränkungen ließen die Träger jedoch umdenken. So auch die Beratungsstellen des pro familia Landesverband  Sachsen e.V.

Was vor Jahren noch wie Science Fiction klang, ist im letzten halben Jahr nahezu selbstverständlich geworden: Sei es die Besprechung innerhalb des Kollegiums, die Konferenz mit bundesweitem oder gar internationalem Fachpublikum oder nur das private Gespräch – wir reden miteinander am Bildschirm. Entfernungen schmelzen und es ist beinahe so, als säße man gemeinsam in einem Raum.

Dass es dann aber doch nicht ganz so ist, wissen die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle der pro familia in Chemnitz sehr gut. „Der persönliche Kontakt und das direkte Miteinander sind insbesondere in Krisengesprächen wichtig. Neben dem gesprochenen Wort gibt uns die Körpersprache darüber Aufschluss, was in unserem Gegenüber tatsächlich vorgeht. Das hilft uns im Beratungsprozess“, erklärt Sozialpädagogin Juliane Löser, die seit sieben Jahren Menschen in verschiedenen Lebenslagen berät. Videotelefonate hatten sie und ihr Team im wahrsten Wortsinn lange nicht auf dem Schirm.

Durch die Einschränkungen zur Erweiterung

Mit den coronabedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens im Frühjahr 2020 waren jedoch persönliche Beratungsgespräche gar nicht oder nur bedingt möglich. Zunächst erfolgten die Gespräche telefonisch. Schnell zeigte sich indes, dass dies nicht der einzige Kanal bleiben konnte, da sich die Rahmenbedingungen für persönliche Gespräche absehbar nicht verbessern werden.

Diesen Handlungsbedarf erkannte auch der pro familia Bundesverband und bot Schulungen zur Video-Beratung an. Eine Kollegin der Chemnitzer Beratungsstelle nahm teil und gab ihre Erkenntnisse an das Team weiter. Wie bei allen Neuerungen gab es Skepsis und Begeisterung gleichermaßen. Die Berater*innen diskutierten die Vor- und Nachteile, äußerten offen ihre Befürchtungen und verständigten sich darüber, wie gute Video-Beratung aussehen muss.

Als Team die Möglichkeiten ausloten

Sozialarbeiterin Katrin Küchenmeister ist seit elf Jahren in Chemnitz für pro familia tätig. Sie berichtet: „Aus der Fortbildung brachte die Kollegin wichtige Anregungen mit. Trotzdem war es notwendig, sich im Team noch einmal darüber auszutauschen und sich dafür auch bewusst Zeit zu nehmen. Hier kam uns entgegen, dass über den Sommer wieder mehr persönliche Beratungsgespräche möglich waren und die Videoberatung eher die Ausnahme blieb. So konnten wir uns alle miteinander an das Thema herantasten. In den Fallbesprechungen und in den Teamsitzungen haben wir ganz konkret über unsere jeweiligen Erfahrungen mit der neuen Variante gesprochen. Das war gut, denn seit Herbst 2020 kommt diese Form der Beratung wieder stärker zum Einsatz.“

Eckpunkte für die Videoberatung

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team für sich bereits Eckpunkte erarbeitet, die für die Video-Beratung grundlegend sein sollten. Dazu gehört unter anderem, sich als Berater*in einen reizarmen Raum zu suchen. Das Team nutzt dafür die vor Ort vorhandenen Beratungsräume, was bei Klient*innen, die der Träger schon länger betreut, einen vertrauensbildenden Wiedererkennungseffekt erzeugt. Es hat sich gezeigt, dass sich die Videoberatung leichter installieren lässt, wenn es vorher Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung gab. Das reduziert die Hemmschwelle seitens der Klient*innen.

Sprache steht stärker im Mittelpunkt

Sowohl die Sprache der Klient*innen als auch der Kommunikationsstil der Fachkräfte rückt bei der Videoberatung mehr in den Vordergrund. Juliane Löser erklärt: „Oft sieht man nur das Gesicht und vielleicht noch die Schulterpartie der Gesprächspartner*innen. Ob aber der Fuß nervös wippt oder die Hände verkrampft ineinander greifen, während jemand erzählt, bekommen wir so nicht unbedingt mit. Hier sind wir noch stärker als sonst gefordert, auf Intonation und Sprachbild zu achten. Aktives und dennoch behutsames Nachfragen erhält dabei einen noch größeren Stellenwert als ohnehin. Andersherum müssen wir bewusst etwas langsamer und besonders deutlich sprechen.“ In der Fallberatung kommen regelmäßig die jeweiligen Methoden zur Sprache. Das Team reflektiert gemeinsam, ob und wie etwas gelungen ist, und was künftig berücksichtigt werden muss. Das Videoformat an sich ist dabei auch immer ein Thema.

Technik vorher mit Klient*innen testen

Zur Vorbereitung der Videoberatung hat sich ein fester Ablauf etabliert. Neben dem inhaltlichen Teil gibt es jetzt auch einen Technik-Check. Unabhängig vom eigentlichen Gesprächstermin vereinbaren die Berater*innen mit den Klient*innen dazu einen Vorabtermin. Hier geht es ausschließlich um die technische Vorbereitung und es werden grundsätzliche Fragen geklärt: Ist die Internetverbindung ausreichend für eine gute Gesprächsqualität? Wie werden Kamera und Mikrofon optimal eingerichtet? Wie können die Klient*innen für ein möglichst ungestörtes und geschütztes Setting sorgen?

„Zuvor diesen separaten Termin durchzuführen, ist eine jener Erkenntnisse, die uns die Praxis der letzten Monate gelehrt hat. Nur wenn die technischen Dinge von vornhinein klar sind, kann man direkt in die Beratungssituation einsteigen und sich auf das Gespräch miteinander konzentrieren. Wenn man erst während des Gesprächs feststellt, dass die Verbindungsqualität ein ordentliches Gespräch nicht zulässt, schlägt sich das auf die Beratung nieder. Durch den vorgeschalteten Check kann man im Falle technischer Schwierigkeiten auf eine andere Form umschwenken, wie zum Beispiel eine Telefonberatung, die von uns wiederum eine andere Vorbereitung erfordert“, so Katrin Küchenmeister.

Videoberatung – einer von mehreren Kanälen

Die Videoberatung wird auch in Zukunft eine Option im Portfolio der Kommunikationswege von pro familia bleiben - selbst wenn die persönlichen Gespräche wieder vollumfänglich möglich sind. Diese sind aus Sicht der Fachkräfte generell das beste Mittel der Wahl. Selbst in der aktuellen Situation gibt es bei den Klient*innen eine spürbare Hemmschwelle, über Video miteinander zu reden. Viele entscheiden sich dann doch lieber für ein Telefonat, weshalb die Videoberatung auch derzeit nur einen Teil der Beratungsgespräche ausmacht. Doch mit Blick auf das Blended Councelling, bei dem verschiedene Kommunikationswege für die Beratung ineinandergreifen, war die Pandemiesituation für den Träger ein Schritt nach vorn.


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2021 des Magazins anspiel. mit dem Schwerpunkt "Ab jetzt digital?!"

]]>
news-7220 Tue, 17 Aug 2021 01:14:00 +0200 Soziale Arbeit: Digitale Falldokumentation https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/soziale-arbeit-digitale-falldokumentation/ Die Falldokumentation gehört zur Sozialen Arbeit wie das Klient*innengespräch. Sie softwaregestützt umzusetzen, kommt den meisten in den Sinn, wenn von Digitalisierung in der Sozialen Arbeit die Rede ist. Der Kinderland Sachsen e.V. hat diesen Schritt schon lange hinter sich. Die Falldokumentation gehört zur Sozialen Arbeit wie das Klient*innengespräch. Sie softwaregestützt umzusetzen, kommt den meisten in den Sinn, wenn von Digitalisierung in der Sozialen Arbeit die Rede ist. Der Kinderland Sachsen e.V. hat diesen Schritt schon lange hinter sich.

In einer Zeit, in der es für fast alles eine Softwarelösung zu geben scheint, erstaunt es umso mehr, wenn soziale Einrichtungen und Dienste ihre Dokumentation ausschließlich auf Papier vornehmen. Doch während die einen noch Stift und Zettel bemühen, dokumentieren die anderen ihre Arbeit am Computer oder auf dem Tablet und Smartphone.

Im Bereich der Hilfen zur Erziehung (HzE) des Kinderland Sachsen e.V. ist die computergestützte Dokumentation bereits seit 2005 üblich. „Bevor wir die Fälle am Computer dokumentiert haben, führten wir sogenannte Dienstbücher. Alle aus dem Team hatten einen eigenen Stil, die Eintragungen vorzunehmen. Wenn man etwas gesucht hat oder Prozesse nachverfolgen wollte, war das sehr umständlich und nur teilweise möglich“, erinnert sich Gundolf Schulz, Leiter der Dresdner Intensivwohngruppe des Kinderland Sachsen und seit fast 40 Jahren als Sozialpädagoge tätig.


Mehr Nachvollziehbarkeit und bessere Übergaben

Er begleitete die Einführung der HzE-Dokumentationssoftware beim Kinderland vor nunmehr 15 Jahren. Hauptmotivation war damals der Aufbau eines geordneten Systems, mit dem man Übergaben besser absichern, Abläufe nachvollziehbar darstellen und die Abrechnung einfacher gestalten kann. Impulse dazu kamen aus dem medizinischen Bereich. In jeder Praxis gab damals schon digitale Patient*innendaten, die es dem Personal dort ermöglichten, individuelle Behandlungsverläufe, Untersuchungsintervalle und Medikamentengaben angezeigt zu bekommen, sobald jemand vorstellig wurde. Gleiches wollte der Träger für die Falldokumentation in den Hilfen zur Erziehung auch erreichen und holte sich Erfahrungen für den Bereich der Jugendhilfe unter anderem bei einer Organisation aus Hamburg.

Die Dokumentationssoftware des Kinderland Sachsen entstand daraufhin in Zusammenarbeit mit einem Softwarehersteller. „Die technische Kompetenz auf der einen Seite und die Sichtweise der Jugendhilfe auf der anderen konnten so miteinander verknüpft werden. Unsere Ideen und Anforderungen bildeten die Grundlage, um eine bereits vorhandene Dokumentationssoftware weiterzuentwickeln. Die praktische Anwendung und die Arbeitsabläufe im Kinderland standen dabei immer im Mittelpunkt“, berichtet Gundolf Schulz.


Die pädagogische Arbeit abbilden

Anhand fester Felder lassen sich mit der Software die verschiedenen Aspekte der Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen in den Diensten und Einrichtungen erfassen. Zum einen sind so Entwicklungsanalysen möglich, die in den regelmäßigen Fallbesprechungen unterstützend hinzugezogen werden können und die für die pädagogische Arbeit des Teams hilfreich sind. Zum anderen bilden die Felder die erbrachten Leistungen ab. Neben fachlichen Erwägungen spielen damals wie heute auch rechtliche Gesichtspunkte eine Rolle, die hinsichtlich der Nachvollziehbarkeit von Prozessen von Belang sein können. Zusätzlich zu den vorgegebenen Feldern wie etwa Familie, Gesundheit und Freizeit können weitere hinzugefügt werden, so dies aus Sicht der Mitarbeiter*innen für den jeweiligen Fall notwendig sein sollte.


Nicht im Raster des Programms denken

Der Einrichtungsleiter sieht die Vereinfachung, die dank der softwaregestützten Dokumentation zweifellos vorhanden ist. Diese Erleichterung und Struktur dürfe jedoch nicht den Blick für die Klient*innen verstellen. Er betont: „Die Fachkräfte müssen sich die Prozesse, die bei den jeweiligen Kindern und Jugendlichen ablaufen, immer wieder bewusst machen, damit man nicht ausschließlich im Raster des Programms denkt. Über der Dokumentation darf man nicht die pädagogische Arbeit vergessen. Soviel Dokumentation wie nötig und so wenig wie möglich.“ Dieses Gleichgewicht hinzubekommen, ist gerade für Berufsanfänger*innen mitunter schwer. Aber auch langjährige Fachkräfte sind nicht davor gefeit, sich in der Dokumentation zu verlieren. Leitungskräfte und das Team als Ganzes sind hier gefordert, das gesunde Mittelmaß immer wieder neu auszuloten.


Software im Dialog weiterentwickeln

Nicht nur die Dokumentation an sich, sondern auch die Tauglichkeit der Software für die tägliche Arbeit ist ein wiederkehrendes Thema in den Teambesprechungen. Denn die Wirklichkeit entwickelt sich weiter - die Software aber nur, wenn dies aktiv geschieht. Deshalb gibt es beim Kinderland Sachsen klare Zuständigkeiten. Die Teams geben ihre fachlich motivierten Änderungshinweise an einen dafür verantwortlichen Kollegen, der sowohl pädagogisch als auch technisch kompetent ist. Er bündelt die Rückmeldungen und sorgt anschließend im Gespräch mit der Softwarefirma dafür, dass die pädagogische Perspektive der Fachkräfte berücksichtig bleibt. Nur so gelingt es, zu einer praxistauglichen Lösung zu gelangen. „Der Kollege ist sozusagen als Übersetzer zwischen Pädagogik und IT tätig. Diese Rolle ist nicht zu unterschätzen und bei derartigen Projekten unabdingbar. Schließlich soll das Ergebnis für die Kolleg*innen eine Unterstützung sein und ihre Arbeit bestmöglich begleiten“, merkt Gundolf Schulz an. Von daher ist es sinnvoll, diesen Prozess kontinuierlich mit einem Budget zu untersetzen, um im Falle notweniger Anpassungen flexibel zu bleiben.


Dokumentation und Selbstreflektion

Die gängige Dokumentation fokussiert auf die Klient*innen und deren Entwicklung. Softwaregestützte Systeme können aber auch Fachkräften den Raum für Selbstreflektion eröffnen und helfen, ihr Befinden in der Arbeit mit den jeweiligen Klient*innen sichtbar zu machen. Eine offene Teamkultur und die freiwillige Nutzung dieser Möglichkeit sind dabei zwingende Voraussetzungen. Gundolf Schulz meint dazu: „Wer seine Rolle schriftlich reflektiert, durchdenkt das eigene Handeln bewusst. Zudem hilft es dem Team und den Leitungskräften, den Kolleg*innen gerade im Umgang mit herausfordernden Kindern und Jugendlichen den Rücken zu stärken. Richtig angewandt sehe ich hier eine Ergänzung zu Instrumenten wie der Supervision, den regelmäßigen Teamsitzungen oder dem Mitarbeiter*innengespräch.“ Insbesondere für jene Bereiche Sozialer Arbeit, die mit hohen psychischen Belastungen für die Mitarbeiter*innen einhergehen, könnte diese Sichtweise auf die Dokumentation neue Perspektiven bieten.


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2021 des Magazins anspiel. mit dem Schwerpunkt "Ab jetzt digital?!"

]]>
news-7224 Mon, 16 Aug 2021 15:34:35 +0200 Online-Umfrage: Weiterbildung online oder vor Ort? https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/online-umfrage-weiterbildung-online-oder-vor-ort/ Der Paritätische Sachsen bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte des Sozial- und Bildungsbereichs. Mit einer kurzen Online-Umfrage möchte das Weiterbildungsteam wissen, was den Nutzer*innen in Zukunft wichtig ist. Der Paritätische Sachsen bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte des Sozial- und Bildungsbereichs. Mit einer kurzen Online-Umfrage möchte das Weiterbildungsteam wissen, was den Nutzer*innen in Zukunft wichtig ist.

Über 200 Weiterbildungen bietet der Paritätische Sachsen pro Jahr an. Inhaltlich richten sich diese immer an den Bedarfen und Wünschen der Nutzer*innen sowie aktuellen fachlichen Erfordernissen aus. Nicht erst mit der Corona-Pandemie werden Online-Weiterbildungen in verschiedenen Formaten angeboten. Seit Juli 2021 finden nun auch wieder Angebote vor Ort statt.

Präsenz- sowie Onlineseminare haben Ihre Vor- und Nachteile. Doch was passt am besten zu Ihrem Arbeitsalltag? Was erwarten Sie in Zukunft von Weiterbildungsangeboten und wie suchen Sie nach dem passenden Angebot für sich?

Die sind nur einige Dinge, die unser Weiterbildungsteam in einer kurzen Online-Umfrage von Ihnen erfahren möchte. Bitte nehmen Sie sich fünf Minuten Zeit und beteiligen Sie sich an unserer Online-Umfrage. Ihre Antworten helfen uns, besser für Sie zu werden. Danke!

Jetzt an der Umfrage teilnehmen.


Wenn Sie weitere Fragen oder Hinweise haben, sprechen Sie unser Team der Weiterbildung an

Tel.: 0351 - 828 71 431
E-Mail: weiterbildung(at)parisax.de


Sie wollen sich weiterbilden? Gucken Sie doch mal hier.

]]>
news-7218 Fri, 13 Aug 2021 10:51:55 +0200 Impfkampagne unterstützen! https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/impfkampagne-unterstuetzen/ Nur die Schutzimpfung bietet einen weitreichenden Schutz vor schweren Krankheitsverläufen im Fall einer Corona-Infektion. Deshalb unterstützt der Paritätische Sachsen die Impfkampagne des Freistaates Sachsen und bittet alle Mitgliedsorganisationen, mitzumachen. Die aktuelle Impfkampagne in Sachsen ist in vollem Gange. Das Sozialministerium hat weitere Elemente der Impfung-Werbung gestartet. Zum einen wird mit neuen Plakat- und Anzeigenmotiven und dem Slogan »JETZT IMPFEN!« dafür geworben, sich sofort impfen zu lassen, damit Aktivitäten wie Konzertbesuche, Opern- und Theaterabende, Reisen, Publikum beim Sport, Restaurantbesuche weiterhin möglich sind. Zudem geht es darum, dass Kitas und Schulen, Hochschulen und Pflegeheime auch im Herbst geöffnet bleiben können.

Verschiedene Plakatmotive für unterschiedliche Zielgruppen können Sie ab sofort kostenlos beim Broschürenversand des Freistaates bestellen bzw. die Motive downloaden. Unter dem Motto "Sachsen krempelt die Ärmel hoch" gibt es auch spezielle Informationen zur Corona-Schutzimpfung für Beschäftigte in der Pflege, Eingliederungshilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe.

Das entsprechende Motiv sowie weitere Materialien zum Download finden Sie hier.

Alle Informationen zur Cororna-Schutzimpfung, Termine für spontane Impmpfwillige, Kampagnenmaterialien - auch in Leichter Sprache - finden Sie auf der Website: www.coronavirus.sachsen.de/coronaschutzimpfung

Machen Sie mit und helfen Sie, die Impfbereitschaft zu erhöhen.

]]>
news-7127 Tue, 27 Jul 2021 13:27:21 +0200 Neue Mitgliedsorganisationen: Der Lebenshilfe e.V. RV Oschatz https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/neue-mitgliedsorganisationen-der-lebenshilfe-ev-rv-oschatz/ Seit 2021 ist der Lebenshilfe e.V. Regionalvereinigung Oschatz wieder Mitglied des Paritätischen Sachsen. Mit einer breiten Palette sozialer Angebote widmet der Verein sich Menschen mit Behinderung, um deren Teilhabe am Leben sicherzustellen und zu fördern. Seit 2021 ist der Lebenshilfe e.V. Regionalvereinigung Oschatz wieder Mitglied des Paritätischen Sachsen. Mit einer breiten Palette sozialer Angebote widmet der Verein sich Menschen mit Behinderung, um deren Teilhabe am Leben sicherzustellen und zu fördern. Die Vielfalt des Paritätischen bildet sich dabei auch innerhalb dieser neuen Mitgliedsorganisation ab.

Der Lebenshilfe e.V. RV Oschatz wurde im August 1990 gegründet. Heute finden sich unter seinem Dach ganz vielfältige Einrichtungen und Dienste. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch mit Behinderung, der bestmögliche Unterstützung erfahren soll. Grundlage des Zusammenwirkens aller Akteure ist stets eine transparente Kommunikation auf Augenhöhe. „Mit fachlicher Professionalität assistieren wir den betroffenen Personen, wir begleiten sie und wir fördern eine individuelle, gleichberechtigte und selbstbestimmte Lebensführung“, sagt Manja Elschner, geschäftsführender Vorstand des Vereins.

Insgesamt stehen über 800 Betreuungsplätze in ambulanter, teil- und vollstationärer Form zur Verfügung. Die anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung betreut, fördert und beschäftigt bis zu 270 Personen in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Mit dem Berufsbildungsbereich und dem Förder- & Betreuungsbereich vervollständigt sich das Angebot. Der Verein ist mit seinen über 350 Mitarbeiter*innen in den verschiedenen Abteilungen und Bereichen sowie seiner Tochter, der Inklusionsfirma Könnmer & Machmer, einer der größten Arbeitsgeber der Region.

„Wir setzen uns für die Belange betroffener Menschen ein, damit sie möglichst aktiv und selbstbestimmt, unter Berücksichtigung der individuellen Bedarfe, am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, erklärt Markus Drexler vom geschäftsführenden Vorstand. „Mit unseren Angeboten bieten wir zahlreiche wesentliche Strukturen für alle Altersstufen, Entwicklungsphasen und Lebensabschnitte.“

Von Frühen Hilfen über berufliche Reha bis hin zu Wohn- und Sonderformen, therapeutischen und psychologischen Angeboten oder zur Durchführung und Beteiligung von/an kulturellen, künstlerischen und sportlichen Veranstaltungen – dies alles ist möglich.

„Aus der Vielfältigkeit der Leistungsbereiche haben sich über die Jahre eine effektive interdisziplinäre Prozesslandschaft sowie umfassende Synergien herauskristallisiert“, fasst es der Vorstand treffend zusammen.

Und warum schließt sich der Lebenshilfe e.V. RV Oschatz nun dem Paritätischen Sachsen an?

„Wir identifizieren uns mit den Grundsätzen und dem Leitbild des Paritätischen. Von der Mitgliedschaft erhoffen wir uns, Anregungen und Unterstützung für unsere tägliche Arbeit zu erhalten sowie einen festen Netzwerkpartner bei der Entwicklung neuer Ideen und Projekte für eine inklusive Zukunft. Die so entstehende Vernetzung ist auch Bestandteil der kontinuierlichen Qualitätssicherung und das umfangreiche Bildungsangebot möchten wir zukünftig fest in unsere Personalentwicklungsstrukturen einbinden.“

Wir freuen uns sehr, eine weitere Lebenshilfe unter unserem Dach zu begrüßen und blicken mit Zuversicht auf eine gute Zusammenarbeit. Herzlich willkommen, Lebenshilfe e.V. RV Oschatz!


Kontakt:

Lebenshilfe e.V. RV Oschatz
Striesaer Weg 4
04758 Oschatz

Tel: 03435 – 988 1010

Mail: info(at)lebenshilfe-oschatz.de

Web: www.lebenshilfe-oschatz.de

]]>
news-7073 Thu, 08 Jul 2021 06:12:00 +0200 Kindertagespflege: Ein Plädoyer für mehr Mut zur Vertretung https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/kindertagespflege-ein-plaedoyer-fuer-mehr-mut-zur-vertretung/ Seit es Tageseltern in Sachsen gibt, besteht die Diskussion um Vertretungsregelungen. Die jeweilige Ausgestaltung reicht in sächsischen Kommunen auch nach 30 Jahren noch von gut bis gar nicht. Inge Michels plädiert für mehr Mut, das Thema endlich zu klären. Seit es Tageseltern in Sachsen gibt, besteht die Diskussion um Vertretungsregelungen. Die jeweilige Ausgestaltung reicht in sächsischen Kommunen auch nach 30 Jahren noch von gut bis gar nicht. Inge Michels plädiert für mehr Mut, das Thema endlich zu klären.

Eigentlich ist alles klar und verständlich geregelt. In jedem Bundesland sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet, innerhalb ihrer Kinderbetreuungsangebote Lösungen bereitzuhalten, wenn ein*e Erzieher*in oder eine Kindertagespflegeperson ausfällt. Und das heißt: Sie müssen nicht nur im Notfall eine Ersatzbetreuung der Kinder organisieren. Sie sind vielmehr  gehalten, Vertretungslösungen zu implementieren, noch bevor eine konkrete Notsituation eintritt.

Zugegeben: Die Kindertagespflege ist ein buntes Feld. Da Bundes- und Landesrecht den Kommunen viel Spielraum in der Ausgestaltung der Kindertagespflege vor Ort lassen, sind entsprechende Regelungen in Form von Satzungen oder Richtlinien erforderlich, um Vertretung gut zu organisieren. Hierbei lassen sich Transparenz und Verständlichkeit in manchen Fällen sicher optimieren. Hinzu kommt die Gemengelage, dass wirtschaftlich selbständige Kindertagespflegepersonen ihrem gesetzlichen Förderauftrag unter Aufsicht der öffentlichen Träger der Jugendhilfe - also in einer gewissen Abhängigkeit - nachgehen. Das ist für die Verantwortlichen in Jugendamt, Fachberatung und Kommune ein nicht immer leicht auszutarierendes Spannungsfeld.  

Aber ist das ein Grund, die Hände in den Schoß zu legen oder nur halbherzige Versuche bei der Lösung nach Vertretungsregelungen zu machen? Sicher nicht! Ja – aufgrund  der großen Heterogenität der Kindertagespflege, die in jedem Landkreis, in jeder Stadt in Sachsen anders aussieht, gibt es nicht das eine Vertretungsmodell, das für alle passt. Diese Situation ist bundesweit für das Arbeitsfeld charakteristisch.

Was die Lage nicht besser macht: Der Umgang mit Vielfalt – das Analysieren, Abwägen, Entscheiden, Überzeugen, Umsetzen, Evaluieren, Nachsteuern – und das Aushalten von Ungewissheit in solchen Entscheidungsprozessen sind nun einmal sehr anspruchsvoll. Wieviel leichter wäre es, wenn eine Landesregierung diktieren würde, wie es zu machen ist – so und nicht anders! Das wäre einfacher. Aber wäre es besser? Würde beispielsweise das Vertretungsmodell von Dresden der Konstellation in Plauen gerecht?  

Vertretungsmodelle in der Kindertagespflege sollten auf die Belange vor Ort zugeschnitten werden können. Auch dort steckt der Teufel manchmal im Detail und nicht alle Akteur*innen arbeiten stets reibungslos Hand in Hand. Aber daran lässt sich arbeiten. Alles ist besser, als nichts zu tun.
Denn es geht doch um eine ganz schlichte und fast schon selbstverständliche Errungenschaft in unserem Sozialsystem. Es geht darum, dass eine Kindertagespflegeperson Urlaub und Weiterbildung beanspruchen darf, ohne finanzielle Einbußen zu erleiden. Dass sie krank werden darf, ohne dadurch weniger zu verdienen. Dass Eltern arbeiten können, wenn ihre Kindertagespflegeperson einmal ausfällt. Und: Dass kleine Kinder liebevoll, professionell und von vertrauten Menschen umsorgt und gefördert werden, wenn die Großen einmal nicht einsatzfähig sind. Das lässt sich doch machen, oder?


Vorschläge und Beispiele guter Praxis hat die Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen (IKS) in ihrer neuen Broschüre „Vertretung in der Kindertagespflege“ zusammengestellt.

Die Broschüre können Sie hier herunterladen.

Mehr Informationen zur Kindertagespflege finden Eltern und Tageseltern auf: www.iks-sachsen.de

]]>
news-7062 Wed, 07 Jul 2021 06:26:00 +0200 Interview: „Dieses ansteckende Engagement werde ich sehr vermissen.“ https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/interview-dieses-ansteckende-engagement-werde-ich-sehr-vermissen/ Seit 2014 war Heico Engelhardt Mitglied des Landesvorstands des Paritätischen Sachsen. Nun verlässt er den Freistaat und legt somit auch sein Mandat nieder. Zum Abschied sprachen wir mit ihm über seine Beweggründe und die künftigen Herausforderungen. Seit 2014 war Heico Engelhardt Mitglied des Landesvorstands des Paritätischen Sachsen. Nun verlässt er den Freistaat und legt somit auch sein Mandat nieder. Zum Abschied sprachen wir mit ihm über seine Beweggründe und die künftigen Herausforderungen.

Herr Engelhardt, Sie verlassen Sachsen. Warum?

Heico Engelhardt: In NRW gebürtig, habe ich die letzten sieben Jahre, bevor ich nach Sachsen gezogen bin, in Schleswig-Holstein gelebt. Es gibt bei meiner Frau und mir eine tiefe Sehnsucht nach dem Meer. Eigentlich war es unser Plan, erst mit der Rente wieder in den Norden zu wechseln. Jetzt ergab sich aber beruflich die Möglichkeit, beim Träger SOS-Kinderdorf zu verbleiben und die Leitung des SOS-Kinderdorfes Schleswig-Holstein - nur 5 km von der wunderschönen Ostsee und der Hohwachter Bucht entfernt - zu übernehmen. Da konnten wir nicht widerstehen und so freuen wir uns sehr darüber, dass sich unser Traum vom Leben am Meer schon so bald erfüllen wird.

Damit erfüllt sich für Sie ein persönlicher Wunsch. Das freut uns sehr. Dennoch: Was werden Sie insbesondere an der Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Sachsen vermissen?

Heico Engelhardt: Mich haben das große Engagement und die Vielfalt der Träger, die in der Parität organisiert sind, sehr beeindruckt. Ich habe viele Mitgliedsorganisationen kennengelernt, die sich mit Herzblut für die ihnen anvertrauten Menschen einsetzen. Paritäterinnen und Paritäter, die mehr tun als sie müssten, um das ein oder andere Defizit in den Rahmenbedingungen unserer Arbeit auszugleichen. Dieses ansteckende Engagement werde ich sehr vermissen.

Sie wirkten sieben Jahre im Landesvorstand mit und kennen den Verband sehr gut. Was ist Ihrer Ansicht nach in den kommenden Jahren die wichtigste Aufgabe für den Verband?

Heico Engelhardt: Solange es diese defizitären Rahmenbedingungen noch gibt, gilt es, sich weiterhin für die uns anvertrauten Menschen einzusetzen. In den letzten sieben Jahren konnten wir gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen schon die ein oder andere Hürde  überwinden. Hier darf der Verband nicht nachlassen.

Teilhabe zu ermöglichen und die Vielfalt zu bewahren, sollten auch Kernaufgaben der Parität bleiben. Aber so wie ich den Landesvorstand, Herrn Richter und sein großartiges Team und unsere Mitgliedsorganisationen kennengelernt habe, mache ich mir darüber keine Sorgen.

Sie waren nicht nur Vorstandsmitglied, sondern in erster Linie als Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorfs Sachsen tätig. Was war das schönste Erlebnis während Ihrer Tätigkeit in Westsachsen?

Heico Engelhardt: Beruflich sind es die vielen kleinen Dinge und besonderen Momente, an die ich mich erinnern werde. Es fällt mir schwer, da etwas herauszunehmen. Privat ist es aber klar: Ich habe in Sachsen den wichtigsten Menschen in meinem Leben kennen- und lieben gelernt und meine Frau im Kinderdorf in Zwickau geheiratet. Das ist mehr, als ich mir hätte erträumen können. Dafür bin ich sehr dankbar! Und natürlich für die gemeinsame Zeit mit Ihnen allen - sie hat mein Leben bereichert! Vielen Dank, bleiben Sie gesund und seien sie herzlich gegrüßt.

Herr Engelhardt, herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und alles Gute für die Zukunft.


Das Interview führte Thomas Neumann, Referent für Verbandskommunikation.

]]>
news-7031 Mon, 05 Jul 2021 06:00:00 +0200 Jugendarbeit: Streetwork zwischen den Welten https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/jugendarbeit-streetwork-zwischen-den-welten/ Online-Spiele mit fantastischen Welten gehören für viele Kinder und Jugendliche heute selbstverständlich zur Realität. Für die aufsuchende Jugendarbeit bedeutet dies, umzudenken und neue Wege in der Ansprache und Begleitung zu finden. Ein Ansatz ist ‚Hybride Streetwork‘. Online-Spiele mit fantastischen Welten gehören für viele Kinder und Jugendliche heute selbstverständlich zur Realität. Für die aufsuchende Jugendarbeit bedeutet dies, umzudenken und neue Wege in der Ansprache und Begleitung zu finden. Ein Ansatz ist ‚Hybride Streetwork‘.

Streetworker*innen arbeiten auf der Straße. Das sagt eigentlich schon der Name. Doch was, wenn die Jugendlichen eher zu Hause via Bildschirm im virtuellen Raum unterwegs sind? Ans Fenster klopfen geht schlecht und klingeln auch nicht.

Als Kai Fritzsche 2013 für den Stadtjugendring im Dresdner Umland junge Menschen erreichen soll, wird ihm schnell klar: Auf der Straße hängt im ländlichen Raum kaum noch jemand ab. Seine zur Vorbereitung erstellte Sozialraumanalyse offenbart, dass ein großer Teil der Jugendlichen Online-Games spielt. Verbunden über das Internet wandeln die Heranwachsenden vom heimischen Zimmer aus durch virtuelle Welten. Nicht allein, sondern oft gemeinsam mit Freund*innen. Sie lösen Aufgaben, erkunden unbekanntes Terrain und müssen sich manchmal gegen unangenehme Widersacher durchsetzen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes spielen rund 70 Prozent der 14- bis 29-jährigen regelmäßig Videospiele. Wer immer noch glaubt, diese Jugendlichen würden ihre Zeit nicht in der „echten“ Welt verbringen, irrt. Insbesondere Rollenspiele, in denen die Spielenden als individuelle Charaktere in Räumen mit eigenen Regeln agieren, müssen ebenso als real verstanden werden. Für die Spieler*innen sind diese Welten ein genauso wirklicher Ort wie die Schule, das Schwimmbad oder das eigene Zimmer.

Kontakt aufbauen – online und offline

Kai Fritzsche, der heute unter anderem als freier Dozent für Digitalisierung und Soziale Arbeit sowie als Programmleiter des Freiwilligen Sozialen Jahres ‚Politik‘ bei der Sächsischen Jugendstiftung tätig ist, musste sich überlegen, wie er seine Zielgruppe unter diesen Voraussetzungen erreichen kann. Der Ort der Begegnung war nicht so leicht begehbar, wie es für Streetworker*innen bis dato möglich war. Sich einfach in irgendwelche Online-Spiele einzuklinken, kam für den Sozialarbeiter nicht in Frage und wäre unweigerlich zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn woher sollte er wissen, wer in der virtuellen Welt tatsächlich ein Jugendlicher aus seinem Einzugsgebiet ist? Und welches der vielen Spiele sollte es überhaupt sein? Zumal es in der Arbeit mit jungen Menschen immer auch um Vertrauen geht.

“Beim ‚Hybride Streetwork‘ - so der aktuelle Fachbegriff für die off- und online agierende aufsuchende Sozialarbeit - steht immer der persönliche Kontakt am Anfang”, betont der 36-jährige. „Über die aufsuchende Arbeit haben die Jugendlichen mich zuerst persönlich kennengelernt. Dabei erkundigte ich mich, ob und was sie spielen. Auf welchen Plattformen sie unterwegs sind. Schließlich wurde ich zum Mitspielen eingeladen und habe mich dann von den Jugendlichen in das Spiel einführen lassen“, berichtet Fritzsche. Das sei essentiell, denn das Spiel ist ihre Welt, in der sie sich bestens auskennen. Wer ähnliche Wege gehen möchte, kann sich über verschiedene Spiele vorinformieren. Das geht beispielsweise über Videos auf bekannten Online-Video-Portalen. Kai Fritzsche ermutigt: „Bloß nicht zu verkopft an das Thema herangehen. Die Profis an diesen Orten sind die Jugendlichen, denn sie verbringen dort viel Zeit. Sich von ihnen anleiten zu lassen und darüber auch ihr Verständnis vom jeweiligen Ort kennenzulernen, hilft, um dabei im Miteinander eine vertrauensvolle Ebene aufzubauen. Eine innere Gastfreundschaft zulassen und auch mal Fehler im Spiel zu machen, das hat in meiner Arbeit sehr gut funktioniert.“

Als Streetworker*in erkennbar bleiben

Auch in der virtuellen Welt ist es wichtig, mit seiner Rolle als Streetworker*in offen umzugehen. Als Spielername verwendete Kai Fritzsche das Pseudonym Streetworker Kai. Seine Mitspieler*innen sollten stets wissen, mit wem sie es zu tun haben. Von Beginn an machte er zudem klar, was seine Figur im Spiel nie tun würde. Dazu gehört beispielsweise, das Verletzen oder Töten anderer Wesen. Die viel diskutierten Egoshooter erachtet er nicht nur deshalb als ungeeignet für die virtuelle Arbeit mit den Jugendlichen. Um eine gemeinsame Ebene entwickeln zu können, ist Zeit und Austausch notwendig. Von daher empfehlen sich Spiele, in denen es um das gemeinsame Erkunden oder Aufbauen geht. Man agiert als Team und über sogenannte Team-Chats kann ständig miteinander kommuniziert werden. „Man ist mit seinen Mitspieler*innen unterwegs, löst Aufgaben und unterhält sich dabei. Und das über mehrere Stunden am Stück. Wann gelingt es in der aufsuchenden Arbeit sonst, über drei bis vier Stunden mit Jugendlichen spazieren zu gehen? Das ist eher selten“, betont der ehemalige Streetworker. Mit der Zeit kommen dann auch andere Themen zur Sprache, die nicht unbedingt etwas mit dem Spiel zu tun haben. Durch die Transparenz der eigenen Rolle gelingt der Vertrauensaufbau auch im virtuellen Rahmen.

Bei allen Kommunikationsmöglichkeiten und gemeinsamen Aktivitäten im virtuellen Raum - der persönliche Kontakt außerhalb der Spielewelt ist ebenfalls wichtig. Um diesen zu initiieren, können Ansätze hilfreich sein, die Begebenheiten aus dem jeweiligen Spiel aufgreifen. Als Beispiel benennt Kai Fritzsche das gemeinsame Lagerfeuer, an dem die virtuellen Charaktere in dieser Zeit oft verweilten. Er schlug den Jugendlichen daraufhin im Spiel vor, ein echtes Feuer zu organisieren.

Einzelgespräche sollten ohnehin nie in der virtuellen Spielwelt geführt werden. Schon aus Datenschutzgründen müsse dies - wenn es schon digital geschieht - über sichere Messenger passieren, ist Kai Fritzsche überzeugt und verweist hierbei auf Dienste wie Signal oder Threema. Selbst wenn die Jugendlichen den jeweiligen Dienst nicht hätten, sei die Bereitschaft groß, sich die jeweilige App für das Gespräch herunterzuladen, so seine Erfahrung. Doch gerade in Krisensituationen oder wenn die Jugendlichen von sich aus das Gespräch suchen, sei der unmittelbare persönliche Kontakt im sicheren Rahmen immer die erste Wahl.


Was sich hinter der Idee des ‚Hybride Streetwork‘ genau verbirgt sowie den Kontakt zu den Initiatoren (Johannes Brock, Kai Fritzsche) des Ansatzes finden sie auf der Website:

www.hybride-streetwork.de


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2021 des Magazins anspiel. mit dem Schwerpunkt "Ab jetzt digital?!"

]]>
news-7022 Wed, 30 Jun 2021 16:35:00 +0200 Zehn Jahre Bundesfreiwilligendienst - Engagement und persönliche Orientierung https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/zehn-jahre-bundesfreiwilligendienst-engagement-und-persoenliche-orientierung/ Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) betont die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen (Liga) die Bedeutung von Engagement für unsere Gemeinschaft und alle Freiwilligen persönlich. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) am 1.7.2021 betont die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen (Liga) die Bedeutung von Engagement für unsere Gemeinschaft und alle Freiwilligen persönlich.

„Seit dem Start vor zehn Jahren haben sich deutschlandweit rund 400.000 Menschen für einen BFD entschieden. Ob in der Pflege älterer Menschen, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen – ihr Beitrag ist wertvoll. Der Bundesfreiwilligendienst stärkt den Zusammenhalt und das eigenverantwortliche Handeln. Anfangs wurde er noch skeptisch betrachtet, aber nun hat sich der BFD zu einem anerkannten Freiwilligendienst entwickelt“, sagt der derzeitige Liga-Vorsitzende Michael Richter und unterstreicht: „Die Freiwilligen ergänzen und bereichern die Arbeit der Kolleg*innen in den sozialen Berufen und anderen Einsatzfeldern. Ohne die frische Perspektive und den Einsatz unserer Freiwilligen würde uns in den Einrichtungen viel verloren gehen. Viele zusätzliche Angebote wären nicht möglich.“

Was vielen nicht bewusst ist: Der Bundesfreiwilligendienst steht Menschen jeden Alters offen. Mit dem BFD für jene, die älter als 27 sind, haben auch Erwachsene die Chance, Erfahrungen zu sammeln oder sich beruflich neu zu orientieren und so zum Beispiel den Einstieg in die Soziale Arbeit zu finden. Gerade in Corona-Zeiten, wenn Menschen ihre Arbeit verloren haben und neue berufliche Wege gehen müssen, bietet der Bundesfreiwilligendienst eine ideale Möglichkeit der Neuorientierung.  

Der BFD kann eine Dauer zwischen sechs und 24 Monaten haben. Die pädagogischen Fachkräfte der Wohlfahrtsverbände begleiten die Teilnehmenden in dieser Zeit, unterstützen bei Fragen, organisieren Weiterbildungen und gemeinsame Ausflüge. Selbstverständlich erhalten Interessierte auch Hilfe, die richtige Einsatzstelle zu finden. Denn die sachsenweiten Einsatzmöglichkeiten sind im BFD groß. Die Freiwilligen gewinnen wertvolle Erfahrungen und Einblicke in die sozialen Berufe, aber auch in andere gesellschaftliche Bereiche. Viele entscheiden sich im Anschluss, mit einer Ausbildung oder Weiterbildung den beruflichen Weg im jeweiligen Einsatzfeld fortzusetzen. 

Hintergrund: Der Bundesfreiwilligendienst startete am 1. Juli 2011 als Ergänzung zu den etablierten Freiwilligendiensten. Unter anderem sollte so auch älteren Menschen die Chance auf ein freiwilliges Engagement gegeben werden. Impuls für den neuen Dienst war zudem das Aussetzen der Wehrpflicht und der damit verbundene Wegfall des Zivildienstes.

Die Wohlfahrtsverbände bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Einsatzstellen im Bundesfreiwilligendienst an. Informationen finden Sie auf den folgenden Webseiten:


Zur Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen gehören der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen, der Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen, der Caritasverband für die Diözese Görlitz, das Diakonische Werk Sachsen, der Deutsche Rote Kreuz Landesverband Sachsen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen und der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Sachsen.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen beschäftigen insgesamt mehr als 100.000 Mitarbeiter*innen. Der Liga-Vorsitz wechselt alle zwei Jahre und liegt 2020/21 in der Hand des Paritätischen Sachsen.

Für Presseanfragen:

Thomas Neumann (Pressesprecher, Paritätischer Sachsen)
Tel.: 0351/ 828 71 122
E-Mail: thomas.neumann(at)parisax.de

]]>
news-7019 Mon, 28 Jun 2021 16:20:53 +0200 Aktionsprogramm: Lernrückstände aufholen und psychosoziale Belastungen abmildern https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/aktionsprogramm-lernrueckstaende-aufholen-und-psychosoziale-belastungen-abmildern/ Die Umsetzung des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ ist in Sachsen stark auf den schulischen Bereich und den reinen Wissenserwerb ausgerichtet. Psychosoziale Hilfen und Freizeitangebote kommen zu kurz, kritisiert der Paritätische Sachsen und fordert ein Nachsteuern beim Einsatz der Bundesmittel. Die Umsetzung des Aktionsprogramms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ ist in Sachsen stark auf den schulischen Bereich und den reinen Wissenserwerb ausgerichtet. Psychosoziale Hilfen und Freizeitangebote kommen zu kurz, kritisiert der Paritätische Sachsen und fordert ein Nachsteuern beim Einsatz der Bundesmittel.

Die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) haben das „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ mit einem Fördervolumen von zwei Mrd. Euro aufgelegt. Damit sollen Lernrückstände ausgeglichen und psychosoziale Belastungen von Kindern, Jugendlichen und deren Familien abgemildert werden.

Die Bundesregierung beschreibt vier Förderschwerpunkte, die sich in der im Freistaat Sachsen beabsichtigten Umsetzung jedoch nur teilweise wiederfinden. So hat die Bundesregierung allein für den Ausgleich pandemiebedingter Lernrückstände durch den weitgehenden Ausfall des Präsenzunterrichtes die Hälfte des Gesamtbudgets vorgesehen - eine Mrd. Euro. Diese Intention schlägt sich in den bislang bekannten sächsischen Plänen aber nicht nieder. Nach bislang vorliegenden Informationen erhält der Freistaat Sachsen aus dem Aktionsprogramm insgesamt rund 114 Mio. Euro, von denen mehr als 100 Mio. Euro allein in den Förderschwerpunkt Schule fließen.

„Der Paritätische Sachsen begrüßt die Anstrengungen des Bundes, mit einem Aktionsprogramm den besonderen Bedarfen der Heranwachsenden Rechnung zu tragen. Die in Sachsen vorgenommene Fokussierung auf die Förderung des schulischen Wissenserwerbs greift jedoch zu kurz. Kinder und Jugendliche sind nicht nur Schüler*innen. Vor allem sind sie Menschen in einer prägenden Lebensphase und in ihrer persönlichen Entwicklung. Deshalb müssen Angebote zum Ausgleich psychosozialer Folgen der Pandemie ebenfalls gefördert werden“, kommentiert Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, die Pläne der zuständigen Ministerien.

Nachhilfe an die Schule anbinden und Schulsozialarbeit stärken

Verpassten Schulstoff nachzuholen, ist wichtig. Dies muss jedoch in enger Anbindung an die Schule erfolgen. Einfach nur an externe Nachhilfeanbieter zu verweisen und womöglich ein Gutscheinsystem zu etablieren, würde zu kurz greifen. Ein so entstehendes Angebotsgefälle zwischen städtischem und ländlichem Raum birgt die Gefahr der Benachteiligung, da private Nachhilfeangebote im ländlichen Raum nur unzureichend zur Verfügung stehen. Vielmehr muss die Schule zentraler Ort der Nachhilfebemühungen sein und bereits vorhandene schulische Angebote müssen gestärkt werden. Richter fordert: „Zusätzliche Unterrichtsangebote sollten jedoch stärker als vorgesehen mit einer sozialpädagogischen Begleitung der Schüler*innen kombiniert werden. Dafür können Angebote der Schulsozialarbeit aufgestockt und an bisher unterversorgten Standorten etabliert werden.“

Offene Kinder- und Jugendarbeit vor Ort fördern

Über Monate waren Kinder und Jugendliche auf sich zurückgeworfen. Der Kontakt zu Gleichaltrigen und das Erleben alterstypischer Freizeitgestaltung waren so gut wie unmöglich. Wichtige Prozesse des nonformalen Lernens fanden nicht statt. Daher sollte die Gewichtung der Mittelvergabe zu Gunsten dieser Angebote verschoben werden. Die offene Kinder- und Jugendarbeit als wesentliche Unterstützung junger Menschen in der Pandemie geht aber  nahezu leer aus. In diesen Bereich sollten Mittel aus dem schulbezogenen Förderbudget daher umverteilt werden.

Aktionsprogramm für nachhaltigen Digitalisierungsimpuls nutzen

Das Aktionsprogramm ist auf zwei Jahre angelegt und kann daher nur als Impuls verstanden werden, mit dem Defizite der zurückliegenden Monate ausgeglichen werden sollen. Dennoch kann es insbesondere hinsichtlich der Digitalisierung nachhaltig Wirkung entfalten. Es bietet die einmalige Chance, Fachkräfte in den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit entsprechend weiterzubilden. Hinzu kommt, dass die technische Ausstattung beispielsweise in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in die Jahre gekommen ist und nicht den aktuellen Bedarfen entspricht. Dies ist jedoch wichtig, um insbesondere Heranwachsenden aus benachteiligten Familien digitale Zugänge zu ermöglichen und somit heute selbstverständliche Kompetenzen zu vermitteln.

„Wir greifen das im letzten Landesjugendhilfeausschuss von Sozial- und Kultusministerium formulierte Angebot auf und werden unsere Vorschläge unterbreiten. Die derzeitigen Pläne zur Umsetzung des Aktionsprogramms sind einseitig und verkennen die psychosozialen Effekte der Pandemie auf die Kinder und Jugendlichen völlig“, so der Landesgeschäftsführer.


Kontakt:

Hartmut Mann (Referat Jugendhilfe)
Tel.: 0351/ 828 71 144
E-Mail: hartmut.mann(at)parisax.de

Carolin Bornschein (Referat Bildung/ Freie Schulen)
Tel.: 0351/ 828 71 147
E-Mail: carolin.bornschein(at)parisax.de

Friderun Hornschild (Referat Bildung/ Kitas)
Tel.: 0351/ 828 71 146
E-Mail: friderun.hornschild(at)parisax.de

]]>
news-6997 Mon, 21 Jun 2021 18:10:12 +0200 Aktion "Perspektivwechsel" 2021 - Jetzt Einrichtungen anmelden! https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/aktion-perspektivwechsel-2021-jetzt-einrichtungen-anmelden/ Coronabedingt fiel die Aktion "Perspektivwechsel" der sächsischen Wohlfahrtsverbände im vergangenen Jahr leider aus. Nun startet die Aktion im September 2021 in eine neue Runde. Einrichtungen können sich ab sofort registrieren! Soziale Arbeit, Pflege und Bildung sind während der Corona-Pandemie stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Worte des Dankes wurden gesprochen und von Balkonen hörte man Klatschen. Das ist gut so, reicht aber nicht. Denn mit der Pandemie wurden auch die schwierigen Rahmenbedingungen und Lücken in den jeweiligen Tätigkeitsfeldern sichtbarer.

Der Perspektivwechsel 2021 möchte diese Aspekte in den Mittelpunkt stellen und Handlungsdruck aufbauen. Machen Sie mit und lassen Sie Personen aus Politik, Verwaltung und anderen gesellschaftlichen Bereichen für einen Tag in Ihrer Einrichtung oder Ihrem Dienst mitarbeiten. Vermitteln Sie die Herausforderungen Ihres beruflichen Alltags an Entscheidungsträger*innen und setzten Sie damit ein klares Statement für Verbesserungen in den sozialen Berufen.

Der Aktionszeitraum umfasst diesmal den gesamten Monat September. Öffnen Sie Ihre Tür zwischen dem 1. und dem 30. September 2021 einen Tag lang für den Perspektivwechsel und geben Sie jemandem die Möglichkeit, hinter die Fassade zu schauen. Denn praktisches Erleben verdeutlicht am besten, wo Handlungsbedarfe bestehen. Vermitteln Sie so den Abgeordneten und Verwaltungsmitarbeiter*innen die Freude, aber auch die Problemlagen Ihrer Arbeit.

Ganz einfach online registrieren

Tragen Sie Ihre Einrichtung online in unsere Datenbank ein und interessierte Personen können sich dann direkt an Sie wenden. Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände ihrerseits macht den Aufruf unter sächsischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie Vertreter*innen aus der Verwaltung, der Wirtschaft und von Kostenträgern publik.

Jetzt eintragen unter www.liga-sachsen.de/perspektivwechsel/anmeldung-einrichtungen

Machen Sie mit und zeigen Sie, was die Soziale Arbeit jeden Tag für Sachsen und seine Menschen leistet.

Da sich meist mehr Einrichtungen als Teilnehmende anmelden, können wir jedoch keine Zusage geben, dass jemand die Chance eines Perspektivwechsels bei Ihnen ergreift. Sie können daher auch selbst vor Ort aktiv werden und Ihre Bundes- oder Landtagsabgeordneten, Bürgermeister*innen, Sozialamtsleiter*innen oder Vertreter*innen der Kostenträger direkt ansprechen. Sollten Sie einen Perspektivwechsel in Eigenregie organisieren, freuen wir uns über eine kurze Information an die untenstehende E-Mail-Adresse.

Auch bei Fragen melden Sie sich gern unter perspektivwechsel(at)liga-sachsen.de

]]>
news-6984 Thu, 17 Jun 2021 10:20:31 +0200 Weltflüchtlingstag: Geflüchtete in Sachsen gut begleiten https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/weltfluechtlingstag-gefluechtete-in-sachsen-gut-begleiten/ Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20.6. sprechen sich die sächsischen Wohlfahrtsverbände für verbindliche Regelungen in der Flüchtlingssozialarbeit aus. Ein sächsisches Integrations- und Teilhabegesetz soll nach Ansicht der Verbände Klarheit schaffen. Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20.6. sprechen sich die sächsischen Wohlfahrtsverbände für verbindliche Regelungen in der Flüchtlingssozialarbeit aus. Ein sächsisches Integrations- und Teilhabegesetz soll nach Ansicht der Verbände Klarheit schaffen.

(Dresden) Sachsenweit sind rund 120 Flüchtlingssozialarbeiter*innen bei den Wohlfahrtsverbänden aktiv. Sie begleiten aktuell rund 21.000 geflüchteten Menschen beim Ankommen in Sachsen. Ziel der Flüchtlingssozialarbeit (FSA) ist, den Geflüchteten ein menschenwürdiges, selbstverantwortliches Leben während der Dauer des Aufenthalts in Deutschland zu ermöglichen.

„Die aktuelle Regelung zur Flüchtlingssozialarbeit weist zwei zentrale Schwachpunkte auf. Erstens fehlen verbindliche Vorgaben zur Umsetzung der Flüchtlingsarbeit vor Ort. Die Liga hat bereits 2017 Empfehlungen für Standards in der Flüchtlingssozialarbeit vorgelegt. Zweitens erfolgt die Finanzierung auf Projektbasis. Das bedeutet, dass die Planungssicherheit für Träger und Fachkräfte oft nur für 12 Monate besteht, obwohl es sich um eine längerfristige Aufgabe handelt“, erklärt Michael Richter, derzeitiger Liga-Vorsitzender und Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen. Er schlägt daher vor: „Die Flüchtlingssozialarbeit sowie die damit verbundenen fachlichen Anforderungen sollten in dem künftigen sächsischen Integrations- und Teilhabegesetz verbindlich verankert werden. Wir brauchen Klarheit für Schutzsuchende und die Hilfestrukturen in den Kommunen vor Ort.“

Obwohl die Flüchtlingsaufnahme durch Gesetze auf europäischer, bundes- und Landesebene geregelt ist, erfolgt die Umsetzung der FSA in Sachsen derzeit auf der Grundlage der „Richtlinie Soziale Betreuung Flüchtlinge“. Über diese können die Landkreise und kreisfreien Städte in ihrem Zuständigkeitsgebiet durchgeführte Maßnahmen der FSA durch den Freistaat finanzieren lassen. Fachliche Anforderungen an die Umsetzung sind damit jedoch nicht verbunden.

„Die Flüchtlingssozialarbeit ist eine zentrale Stütze für all jene, die bei uns Schutz suchen. Sie helfen den Menschen bei ihren individuellen Problemlagen. Gleichzeitig bilden Sie ein wichtiges Scharnier zwischen den Geflüchteten und Behörden vor Ort“, so der Liga Vorsitzende.

Informationen zur FSA lesen Sie in der Liga-Broschüre „Standards der Flüchtlingssozialarbeit“ auf der Website der Liga (PDF):
Liga-Broschüre „Standards der Flüchtlingssozialarbeit“

Eine Übersicht der Angebote der FSA in Sachsen bietet die Karte des gleichnamigen Forschungsprojektes der Evangelischen Hochschule Dresden:
Übersichtskarte Flüchtlingssozialarbeit in Sachsen

Aktuelle Zahlen zu Flucht und Asyl in Sachsen lesen Sie im thematischen FAQ des Freistaates Sachsen:
https://www.asylinfo.sachsen.de/fragen-und-antworten-zum-thema-asyl.html


Zur Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen gehören der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt in Sachsen, der Caritasverband für das Bistum Dresden-Meißen, der Caritasverband für die Diözese Görlitz, das Diakonische Werk Sachsen, der Deutsche Rote Kreuz Landesverband Sachsen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Sachsen und der Landesverband der jüdischen Gemeinden in Sachsen.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen beschäftigen insgesamt mehr als 100.000 Mitarbeiter*innen. Der Liga-Vorsitz wechselt alle zwei Jahre und liegt 2020/21 in der Hand des Paritätischen Sachsen.

Für Presseanfragen:

Thomas Neumann (Pressesprecher, Paritätischer Sachsen)
Tel.: 0351/ 828 71 122
E-Mail: thomas.neumann@parisax.de

]]>
news-6979 Tue, 15 Jun 2021 19:17:15 +0200 Wieder gemeinsam Seminare besuchen https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/wieder-gemeinsam-seminare-besuchen/ Ab 21. Juni 2021 öffnet der Paritätische Sachsen seine Türen für Weiterbildungen in der Landesgeschäftsstelle. Ein Hygienekonzept und kleine Gruppen senken das Infektionsrisiko. Ab 21. Juni 2021 öffnet der Paritätische Sachsen seine Türen für Weiterbildungen in der Landesgeschäftsstelle. Ein Hygienekonzept und kleine Gruppen senken das Infektionsrisiko.

Darauf hat sich das Team der Paritätischen Weiterbildungen seit November vergangenen Jahres gefreut: Ab dem 21. Juni 2021 dürfen die ersten Teilnehmenden wieder in den Räumen des Paritätischen Sachsen zu Seminaren begrüßt werden. Aber auch in Leipzig und an weiteren Orten startet der Präsenzbetrieb.

„Wir freuen uns, den Seminarbereich öffnen zu können und endlich wieder Teilnehmer*innen vor Ort begrüßen zu dürfen. Das hat uns in den vergangenen Monaten doch sehr gefehlt, denn in unseren Räumen ist normalerweise immer etwas los. Seminare, Fachveranstaltungen interne Sitzungen – die leeren Gänge sind nach wie vor ungewohnt. Zwar findet ein großer Teil der Veranstaltungen auch weiterhin online statt, aber die Rückkehr zum Präsenzbetrieb fühlt sich gut an“, freut sich Juliane Röder, Teamleitung des Referates Weiterbildung.

On- und offline Wissen vermitteln

In Zukunft wird es sowohl Online- als auch Offline-Formate geben. Die Nachfrage nach Online-Seminaren bleibt groß und deren Vorteile liegen auf der Hand. Juliane Röder sagt dazu: „Nach eineinhalb Jahren Pandemie haben sich die Menschen an virtuelle Treffen gewöhnt. Manch einem scheint es fast nicht mehr nachvollziehbar, wie man für bestimmte Vorhaben einen langen Anfahrtsweg auf sich nehmen konnte. Es gibt aber auch jene Stimmen, die sich Veranstaltungen vor Ort  wünschen. Deshalb möchten wir in Zukunft den unterschiedlichen Bedarfen mit unserem Weiterbildungsprogramm nachkommen. Dabei gilt: Egal, ob online oder vor Ort, in jedem Fall setzen wir auf Qualität, gute Didaktik und Dozent*innen, die den Bogen zwischen Theorie und Praxis schlagen können.“

Seminare vor Ort – Was ist zu beachten?

Damit das Ansteckungsrisiko gering bleibt, finden zunächst nur ausgewählte Veranstaltungen mit verringerter Teilnehmer*innenzahl vor Ort statt. Zudem gilt ein Hygienekonzept, das sich an der aktuellen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung orientiert. Aufgrund der niedrigen Inzidenzen ist der Nachweis eines negativen Corona-Tests derzeit nicht nötig. Das Tragen einer medizinischen Maske bleibt hingegen verpflichtend. Am Sitzplatz während Seminars können die Teilnehmenden diese dann jedoch abnehmen. Das Weiterbildungsteam informiert die Gäste jeweils über die geltenden Regeln.

Das aktuelle Hygienekonzept für die Landesgeschäftsstelle können Sie hier lesen.

Erfassung der Kontaktdaten via Corona-Warn-App oder Liste

In der Landesgeschäftsstelle können die Kontaktdaten bequem via Corona-Warn-App erfasst werden. Dafür müssen die Gäste lediglich den im Eingangsbereich ausgehangene QR-Code mit dem Smartphone scannen. Somit können alle anonym einchecken und werden im Ernstfall umgehend über die App informiert. Wer die Corona-Warn-App nicht nutzen möchte oder kein Smartphone besitzt, kann sich einfach in eine Liste eintragen.


Haben Sie sich in diesem Jahr schon weitergebildet?

Jetzt ist wieder Zeit, den Blick nach vorne zu richten und die eigenen Fähigkeiten oder die Ihres Teams zu stärken. Schauen Sie in das aktuelle Weiterbildungsprogramm und stöbern Sie in unseren Online- und Offline-Angeboten.

Jetzt im Weiterbildungsangebot stöbern!

Kein passendes Seminar für Sie dabei?

Dann geben Sie uns bitte einen Hinweis, denn wir entwickeln unser Angebot kontinuierlich weiter. Ihre Bedarfe sind dabei unsere Richtschnur. Senden Sie eine E-Mail an weiterbildung(at)parisax.de oder rufen Sie uns an unter 0351 – 828 71 431.

]]>
news-6969 Mon, 14 Jun 2021 06:37:00 +0200 Brennpunkt Sozialwirtschaft: Der Ministerpräsident als Führungskraft – Zwischen Dialog und Führungsstärke https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/brennpunkt-sozialwirtschaft-der-ministerpraesident-als-fuehrungskraft-zwischen-dialog-und-fuehrungss/ Im Gespräch zwischen Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, soll es am 8.7.2021 um die Rolle des Ministerpräsidenten als Führungskraft gehen. Im Mittelpunkt stehen seine ganz persönlichen Ansichten und Erfahrungen, aber auch die Perspektive als Landesoberhaupt. Im Gespräch zwischen Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, und Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen, soll es am 8.7.2021 um die Rolle des Ministerpräsidenten als Führungskraft gehen. Im Mittelpunkt stehen seine ganz persönlichen Ansichten und Erfahrungen, aber auch die Perspektive als Landesoberhaupt.

Leitungsfunktionen und Führungsaufgaben fordern die Verantwortlichen immer wieder aufs Neue. Neue Personen im Team, veränderte Aufgaben und die Herausforderung, das Unternehmen für die Zukunft gut aufzustellen, sind nur einige der Aspekte, denen sich Führungskräfte täglich stellen müssen.

Als Ministerpräsident ist Michael Kretschmer seit 2017 in einer ganz besonderen Führungsposition. Aber auch als langjähriger Generalsekretär der CDU Sachsen und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion übernahm er bereits Führungsverantwortung. Der Brennpunkt Sozialwirtschaft möchte genau diese Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen.

Lassen sich Führungsgrundsätze und Erfahrungen aus der politischen Arbeit auch auf die Leitung sozialer Unternehmen übertragen? Wo gibt es Parallelen und wo liegen die Unterschiede? Was macht eine gute Führungskraft aus? Wie sollte ein gutes Gleichgewicht zwischen Führung und Beteiligung aussehen? Was ist bei der Zusammenarbeit im Team wichtig? Worauf sollten Führungskräfte achten, wenn Sie sich öffentlich äußern?
Um diese und weitere Fragen soll es im Brennpunkt Sozialwirtschaft am 8.7.2021 mit dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gehen.


Der Brennpunkt Sozialwirtschaft mit Michael Kretschmer findet am 8.7.2021 ab 19 Uhr über das Videokonferenztool Zoom statt. Zur Teilnahme benötigen Sie eine stabile Internetverbindung sowie ein internetfähiges Endgerät (Computer, Tablet, Smartphone) mit Kamera und Mikrofon. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Zugangsdaten:
https://us02web.zoom.us/j/89902737749?pwd=SHFwVldRRXJRbis4dEVWSWVvYVBYQT09

Meeting-ID: 899 0273 7749
Kenncode: 305834


Die Soziale Arbeit hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer hoch professionellen und leistungsstarken Branche entwickelt. Dabei haben sich sowohl die Tätigkeitsfelder und Methoden als auch die Bedarfe und Zielgruppen stets weiterentwickelt. Darüber hinaus sind die Träger zu wirtschaftlichen Akteuren und wichtigen Arbeitgebern geworden. Allein die Organisationen im Paritätischen Sachsen beschäftigen fast 44.000 hauptamtliche Mitarbeiter*innen. So liegt es auf der Hand, dass die Bandbreite sozialpolitischer Themen gewachsen ist und die Fragen rund um das Management sozialer Arbeit an Bedeutung gewonnen haben.

Daher veranstaltet der Paritätische Sachsen, die parikom gGmbH, die Diaokine Sachsen gemeinsam mit den Diakademie Moritzburg zum dritten Mal die Gesprächsreihe 'Brennpunkt Sozialwirtschaft', bei der renommierte Referent*innen auf aktuelle Fragestellungen eingehen. Gleichzeitig möchte die Veranstaltungsreihe einen Beitrag zum Dialog über Lösungen und Zukunftsperspektiven leisten.

Mehr über die Veranstaltungsreihe lesen Sie hier.

]]>