Parisax Aktuelle Meldungen https://parisax.de/ de Parisax Fri, 25 Sep 2020 16:19:43 +0200 Fri, 25 Sep 2020 16:19:43 +0200 TYPO3 news-6078 Thu, 24 Sep 2020 05:57:00 +0200 Nichts ist pauschal – alles ist komplex. Ess-Störungen im psychosozialen Kontext aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/nichts-ist-pauschal-alles-ist-komplex-ess-stoerungen-im-psychosozialen-kontext/ Ess-Störungen sind in der Bevölkerung der westlichen Industrienationen so verbreitet, dass die Weltgesundheitsorganisation das Phänomen mit hoher Priorität einstuft und davon ausgeht, dass jede zehnte Person betroffen ist. Ess-Störungen sind komplex, enorm vielfältig und schwer zu verstehen. Ess-Störungen sind in der Bevölkerung der westlichen Industrienationen so verbreitet, dass die Weltgesundheitsorganisation das Phänomen mit hoher Priorität einstuft und davon ausgeht, dass jede zehnte Person betroffen ist. Ess-Störungen sind komplex, enorm vielfältig und schwer zu verstehen. Werden sie nicht behandelt, haben Betroffene ein hohes Risiko, sehr schwer und gefährlich zu erkranken – die Kosten für das Gesundheitswesen steigen enorm. Martina Müller, Projektleiterin des Beratungszentrums Ess-Störungen in Leipzig, gibt einen kurzen Einblick ins Thema.

Was sind Ess-Störungen und was verursachen sie bei den Betroffenen?

Ess-Störungen sind psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter, die bei den Betroffenen hohen psychischen und physischen Leidensdruck erzeugen. Sie übernehmen die Regie im Leben der Erkrankten. Menschen mit Ess-Störungen haben wenig Entscheidungsfreiheit über ihr Verhalten – wie andere Suchtkranke leben sie in einer Diktatur. Sie verlieren die Kontrolle, vernachlässigen ihr Umfeld und ihre Interessen und verschieben Grenzen, um die Störung ausleben zu können. Und sie können ihr Verhalten nicht stoppen oder ändern – auch dann nicht, wenn sie wissen, wie sehr sie sich schaden.

Welche Formen gibt es und stehen Ess-Störungen für sich allein?

Anorexie, Bulimie und die Binge-Eating-Störung sind die bekanntesten Ess-Störungen. Dazu kommen weniger bekannte Formen, wie die Orthorexie, das Kauen und Ausspucken von Nahrung, die Muskelsucht, die selektive Ess-Störung oder auch die Diabulimie. Kaum ein Mensch hat ‘einfach nur‘ eine Ess-Störung: Bei Ess-Störungen ist alles komplex und nichts pauschal. Die Krankheiten gehen einher mit Border-Lining, Depression, Angsterkrankung, tiefen Traumata, dem Führen toxischer Beziehungen, anderen Abhängigkeiten und vielem mehr.

Was kann gegen die Erkrankung getan werden?

Ohne wirksame Behandlung resp. Therapie – ambulant oder stationär – wird es Betroffenen kaum gelingen, sich von einer Ess-Störung (mehr oder weniger) zu befreien. Eine besondere Bedeutung kommt der niedrigschwelligen Beratung zu, auch um Betroffene für eine Therapie zu motivieren. Ebenso wichtig sind Information und Prävention - für Fachkräfte, Angehörige, Schüler*innen, Jugendliche und junge Erwachsene. Etliche Betroffene profitieren auch vom Austausch in moderierten oder nicht-moderierten Gruppen.

Der Weg aus einer Ess-Störung ist lang und schwer. Wird er begleitet, ist es möglich, dass Betroffene die Entscheidung für ein selbstbestimmtes, möglichst suchtbefreites Leben treffen können.

 


Zur Autorin: Martina Müller ist Erziehungswissenschaftlerin, Pädagogin, Mediatorin und Projektleiterin des Beratungszentrums Ess-Störungen (BEL) in Leipzig. In Seminaren bildet sie Fachkräfte zum Thema Ess-Störungen weiter.

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news-6075 Tue, 22 Sep 2020 06:33:00 +0200 Freiwilligenprojekte erfolgreich anleiten aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/freiwilligenprojekte-erfolgreich-anleiten/ In den zwölf Monaten ihres Freiwilligen Sozialen Jahres sollen Jugendliche in den Einsatzstellen eigene Projekte umsetzen. Für Anleiter*innen ist das nicht immer eine leichte Aufgabe. Das Team des Horts der Dresdner Dinglingerschule verfolgt hierbei einen eigenen Ansatz. In den zwölf Monaten ihres Freiwilligen Sozialen Jahres sollen Jugendliche in den Einsatzstellen eigene Projekte umsetzen. Für Anleiter*innen ist das nicht immer eine leichte Aufgabe. Das Team des Horts der Dresdner Dinglingerschule verfolgt hierbei einen eigenen Ansatz.

Noch herrscht Ruhe auf den Gängen der Dresdner Dinglingerschule. Mit dem Pausensignal ändert sich das umgehend. Türen öffnen sich und die Schüler*innen strömen aus ihren Klassenräumen. Hier wird gelacht, an anderer Stelle über die neuesten Handyspiele diskutiert und dort sprechen zwei Mädchen über die zurückliegende Schulstunde. „Kein Tag ist wie der der andere, wenn man mit Kindern arbeitet“, sagt Steffi Richter lachend mit Blick auf das bunte Treiben. Sie arbeitet hier im Hort als Sozialarbeiterin. Die Aufgaben sind vielfältig und fordern alle Fachkräfte immer wieder aufs Neue.

Das gilt ebenso für den Schulhort. Das Team ist gut eingespielt und es herrscht eine offene Dialogkultur. Neben den neun Fachkräften gehört immer auch ein junger Mensch im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) zum Hort-Team. „Das ist uns wichtig“, betont Steffi Richter, die selber über ein FSJ den Zugang zum Berufsfeld der Sozial- und Bildungsarbeit fand. „Freiwillige sind Unterstützung und Impulsgebende. Eigene Projekte der Engagierten besitzen dabei einen besonderen Stellenwert.“

Freiwillige als Teil des Teams verstehen

Zwölf Monate verbringen Jugendliche im FSJ in ihrer Einsatzstelle. Während dieser Zeit ein eigenes Projekt umzusetzen, das sich in das Aufgabenfeld der Einrichtung integriert, ist gewünschter Bestandteil des Engagements. Dabei gilt es seitens der Einsatzstelle, den richtigen Mittelweg zwischen Anleitung und Vorgaben sowie der Befähigung zum selbstständigen Handeln zu finden.

Im Hort der Dinglingerschule ist klar: Der oder die Freiwillige ist fester Teil des Teams. Obwohl die Jugendlichen nur für ergänzende Tätigkeiten eingesetzt werden dürfen, sollen sie von Beginn an spüren, dass sie dazugehören. Die Anleiterin beschreibt es als „Umgang auf Augenhöhe“ und erklärt: „Für uns bedeutet das, schon beim Kennenlernen die Erwartungen und Wünsche beider Seiten offen anzusprechen. Die ersten Monate des Einsatzes nutzen wir, um die Interessen der FSJler kennenzulernen.“ Sich diese Zeit zu nehmen, Freiräume zu bieten sowie unterstützend einzugreifen, wenn es nötig ist, erachtet die Anleiterin als grundlegende Voraussetzung, damit ein Projekt der Freiwilligen gelingen kann.

Regelmäßige Reflexionsgespräche anzubieten, ist insbesondere in den ersten Monaten unumgänglich. Nicht zuletzt diese Gespräche helfen der Anleiterin, ein gutes Gespür für die FSJler zu bekommen. Wenn sie aus unterschiedlichen Gründen keine Zeit hat, organisiert sie entweder einen Ersatztermin oder ein anderes Teammitglied springt ein. Die Engagierten sollen wissen, dass es Raum für sie und ihre Belange gibt. „Im Beziehungsaufbau sehen wir einen Schlüssel zum Erfolg. Dafür braucht es Zeit. Das ist allen im Team bewusst, weshalb der Austausch mit den Freiwilligen selbst bei hohem Arbeitsaufkommen eine zentrale Rolle spielt“, unterstreicht Steffi Richter.

Erst einbinden, dann das Projekt

Ein eigenes Projekt starten die Jugendlichen dann ab der zweiten Hälfte ihres FSJ. Ausschlaggebend dafür, ob es ein Projekt geben wird und wie es aussehen soll, sind deren Interessen. Die Anleiterin versteht sich hierbei als Begleiterin der Idee. „Wir weisen die Freiwilligen im ersten Halbjahr auf die Möglichkeit eines eigenen Projektes hin und ermutigen dazu. Natürlich wollen wir als Einrichtung aus den Projekten der Freiwilligen auch etwas mitnehmen. Viel entscheidender ist jedoch, dass die Jugendlichen für sich selbst etwas lernen und die eigene Selbstwirksamkeit erfahren. Das war schon damals ein wichtiges Ansinnen des Teams, als wir uns entschieden haben, als FSJ-Einsatzstelle an den Start zu gehen. Aus dem Erfahrungsschatz der Projektarbeit können die FSJler in späteren Lebensphasen immer wieder schöpfen“, ist die Sozialarbeiterin überzeugt.

Die gute Einarbeitung im ersten Halbjahr gibt den Jugendlichen die Sicherheit, etwas Eigenes zu entwickeln. Oft sprudeln gerade jene Freiwilligen vor Ideen über, die frisch aus der Schule ins FSJ kommen. Die Anleitung agiert hier zwischen der Schaffung von Freiräumen und dem Geben von Impulsen. Die Option, eigenen Erfahrungen zu sammeln steht im Vordergrund. Das bedeutet vor allem, auch Fehler zuzulassen und diese dann konstruktiv aufzuarbeiten. Gemeinsam werden beispielsweise Fragen geklärt: Passt die Idee zur Zielgruppe? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Wer muss miteingebunden werden?

Freiwilligen eigene Erfahrungen ermöglichen

Zur Begleitung an diesem Punkt der Projektarbeit meint die Anleiterin: „Es ist schön mitanzusehen, wie die Freiwilligen den Blick für einen realistischen Rahmen entwickeln. Die Reflexionsgespräche helfen, die eigenen Ziele zu überprüfen. Das lassen wir bewusst durch die FSJler selbst geschehen. Der Fokus unserer Begleitung liegt eher darauf, dass die Erkenntnis, etwas nicht erreichen zu können, absolut in Ordnung und nicht mit Versagen gleichzusetzen ist. Die eigenen Fähigkeiten sowie bestehende Rahmenbedingungen zu erkennen und vor diesem Hintergrund das Machbare abzuschätzen, ist unserer Ansicht nach eine hilfreiche Fertigkeit für den weiteren Lebensweg.“

Der Aufwand einer derart intensiven Begleitung während des laufenden Tagesgeschäftes erscheint hoch. Doch der Gewinn für das Team und die Einrichtung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Im Hort der Dinglingerschule sind sich alle einig, dass insbesondere die biografische Nähe der jungen Freiwilligen zu den Schüler*innen im Hort für die Fachkräfte anregende Brücken schlägt. In Teamsitzungen kommen dadurch interessante Perspektiven zur Sprache oder Angebote werden neu überdacht, um sie für die Hortbesucher*innen attraktiver zu gestalten.

Ruhe kehrt ein als die Klingel wieder zum Unterricht ruft. Die letzte Stunde ist angebrochen, danach werden die Kinder in den Hort gehen. Steffi Richter macht sich auf den Weg, um letzte Vorbereitungen zu treffen. Zudem ist sie freudig gespannt, denn der aktuelle Freiwillige möchte heute Nachmittag etwas ganz Neues mit den Kindern ausprobieren.


Gute Anleitung von Freiwilligen ist sowohl für die Einsatzstelle als auch die Engagierten der Schlüssel für einen erfolgreichen Freiwilligendienst. Nutzen Sie unsere jährliche Konferenz für Anleiter*innen oder sprechen Sie mit unseren Referent*innen.

Die Kontaktdaten finden Sie auf: www.freiwillig-jetzt.de


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2020 unseres Magazins anspiel.

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news-5524 Mon, 21 Sep 2020 14:05:00 +0200 Seminar verpasst? Handbuch zur kreativen Gruppengestaltung aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/seminar-verpasst-handbuch-zur-kreativen-gruppengestaltung/ Manfred Bieschke-Behm hat in seinem Handbuch kreative Methoden für lebendige Gruppenarbeit in der Selbsthilfe zusammengetragen. Manfred Bieschke-Behm hat als langjährig Aktiver in der Berliner Selbsthilfelandschaft kreative Methoden erfolgreich erprobt. In seinem Handbuch „Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden“ hat er kreative Methoden allgemeinverständlich zusammengetragen und illustriert aufgeschrieben.

Selbsthilfe ist ein wichtiges Instrument, wenn es darum geht, den Lebensalltag besser und gesünder, zudem vorwärtsorientiert bestreiten zu können. Selbsthilfegruppen eignen sich zum Erfahrungsaustausch, um sich in der eigenen Persönlichkeit weiterzuentwickeln. In Gruppen treffen sich allerdings sehr unterschiedliche Menschen. Auch wenn sie als Thema der Umgang mit einer ähnlichen Krankheit eint, sitzen viele verschiedene Individuen zusammen.

Von Vielrednern und Schweigern

Da sind die Stillen, die kein Wort herausbringen und sich nur durch direkte Nachfrage ausdrücken. Da gibt es die Vielredner, die im Redefluss kaum zu stoppen sind. Und da sind auch die energieziehenden Jammerer und die meinungslosen Abnicker, die zu allem Ja sagen. 

Diese verschiedenen Menschen mit Ihren Talenten und Schwächen haben ihre eigene Geschichte und ihre Erfahrungen gemacht. Was Ihnen dabei allen gemein ist: Sie wünschen sich Zugehörigkeit und das Gefühl, sich einbringen zu können. Sich konstruktiv einzubringen im Sinne einer Weiterentwicklung der Selbsthilfegruppe und für jeden selbst, ist fast niemandem in die Wiege gelegt worden.

"Konstruktive Zusammenarbeit muss geübt werden."

Wie kann das gut gelingen? Manfred Bieschke-Behm hat als Gruppen- und Workshopleiter die Erfahrung gemacht, dass sich kreative Methoden unterstützend und gewinnbringend in der Selbsthilfegruppenarbeit einsetzen lassen: Sei es in der Gruppengründungsphase, bei Gruppenkonflikten aber auch bei der Themenfindung, Themenbearbeitung oder der Gestaltung der Gruppenarbeit. 

Mit seinem Einsatz als Gründungsmitglied des Arbeitskreises Fortbildung Selbsthilfe, als Gründer des Selbsthilfenetzwerks Angst und Depressionen Berlin-Brandenburg und Leiter des Forum Angst und Depression hat er sich zum Experten gemacht. Der Buchautor ist seit 2020 auch als Dozent im Rahmen der Selbsthilfeakademie Sachsen tätig und regt an, selbst kreativ zu werden. Sein Handbuch ergänzt sein Seminarprogramm.

Das Handbuch „Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden“ bietet praxiserprobte und detaillierte Darstellungen zahlreicher kreativer Methoden. Es wendet sich an Aktive in der Selbsthilfe. Herausgeber ist die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse (2. Auflage 2019) 

Unter folgendem Link können Sie sich das Handbuch „Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden“ von Manfred Bieschke-Behm als PDF kostenfrei ansehen und herunterladen: 

https://www.mittelhof.org/static/media/filer_public/5b/ef/5bef0a48-2cd6-4a8b-afd6-19952a80624a/selbsthilfe_reader_2015.pdf

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news-6113 Mon, 21 Sep 2020 09:46:00 +0200 Rückschau: Regionalkonferenzen im September 2020 aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/rueckschau-regionalkonferenzen-im-september-2020/ In Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung lud der Vorstand letzte Woche zu Regionalkonferenzen in Chemnitz, Leipzig und Dresden ein. Neben einem regen Austausch unter den Vertreter*innen aus Mitgliedsorganisationen über Corona-Erfahrungen stellte der Vorstand Vorschläge zur Satzungs- und Beitragsordnung vor. In Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung am 11.11.2020 lud der Vorstand letzte Woche zu Regionalkonferenzen in Chemnitz, Leipzig und Dresden ein. Die Mitgliedsorganisationen tauschten sich intensiv über die Erfahrungen, andauernden Probleme und positiven Effekte in der ersten Corona-Virus-Welle aus. Insbesondere die Praxisberichte von Mitgliedern, die in ihren Einrichtungen Corona-Fälle zu beklagen hatten, stießen auf großes Interesse. Im zweiten Teil der Konferenzen stellte der Vorstand die Änderungsvorschläge der Satzung sowie der Beitragsordnung vor und beantwortete alle Fragen diesbezüglich.

Die Regionalkonferenz in Dresden wurde zusätzlich per Live-Stream übertragen. 18 Mitgliedsorganisationen haben dieses Angebot genutzt.

Die Änderungsvorschläge der Satzung beziehen sich auf:

  • Klare Aufnahmegrundsätze verankern
  • Ausschlussgründe klarstellen
  • Verbandliche Werte herausstellen
  • Befristete Mitgliedschaften ermöglichen, wenn Mitgliedsorganisationen noch nicht alle Aufnahmegrundsätze erfüllen
  • Pflichten der Mitglieder zur Mitwirkung klarstellen
  • Modernisierung der Kommunikation zur Mitgliederversammlung: Einladung per Mail, Fristen für Anträge
  • Befristung der Wiederwahl des Vorsitz auf maximal 2
  • Anpassung der Beiratslegislatur an die des Vorstands
  • Einige redaktionelle bzw. Verfahrensklarstellungen

Die Änderungsvorschläge der Beitragsordnung beinhalten:

  • Der Mindestbeitrag soll unverändert bei 300 EUR bleiben
  • Die Anhebung des Hebesatzes von 0,27% auf 0,29% der Bruttopersonalkosten
  • Gemeinschaftliche Veranlagung von Organschaften
  • Anhebung des Deckels auf 24 TEUR bzw. 27 TEUR im Sinne einer nachholenden Dynamisierung
  • Dynamisierung des Deckels mit jährlich 6%

Die Anregungen der Mitgliedsorganisationen aus den drei Regionalkonferenzen diskutiert der Vorstand in den nächsten Wochen.

Die endgültige Vorlage zur Änderung der Satzungs- und Beitragsordnung erhalten die Mitgliedsorganisationen fristgerecht vier Wochen vor der Mitgliederversammlung am 11.11.2020.

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news-6076 Thu, 17 Sep 2020 05:29:00 +0200 VILLA Lernpaten – Mit Geduld dranbleiben aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/villa-lernpaten-mit-geduld-dranbleiben/ Täglich erreichen die Mitarbeiter*innen des Soziokulturellen Zentrums „Die VILLA“ in Leipzig Anfragen von geflüchteten Menschen. Die Bandbreite reicht von der Bitte um Hilfe bei der Sprachbildung über schulische Themen bis hin zu Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung. Im Projekt Lernpaten nutzt die VILLA dafür erfolgreich die Unterstützung von Ehrenamtlichen. Täglich erreichen die Mitarbeiter*innen des Soziokulturellen Zentrums „Die VILLA“ in Leipzig Anfragen von geflüchteten Menschen. Die Bandbreite reicht von der Bitte um Hilfe bei der Sprachbildung über schulische Themen bis hin zu Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung. Im Projekt Lernpaten nutzt die VILLA dafür erfolgreich die Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Die VILLA im Zentrum von Leipzig ist in den letzten Jahren ein wichtiger Anlaufpunkt für Geflüchtete geworden. Infolgedessen entwickelte sich das über die Aktion Mensch geförderte Projekt „Willkommen in Leipzig“. Neben Sprachangeboten, gemeinsamen Ausflügen und Kochaktionen begleitet es parallel Sprachabende und Lernpatenschaften.

Die Lernpatenschaften bilden eine Brücke zwischen Zugewanderten und Leipziger*innen, die sich ehrenamtlich in das Projekt einbringen. Das erste Duo, Mohammad und Anette, brachten die Projektkoordinatorinnen 2017 zusammen. Anette half Mohammad beim Lernen der deutschen Sprache, unterstützte ihn bei Behördengängen und beim Schreiben von Bewerbungen. Derzeit macht er am Abendgymnasium Leipzig seinen Abschluss und arbeitet nebenberuflich bei einem Pflegedienst. „Anette kam wie ein Engel“, erzählt Mohammad und sagt: „Sie hilft mir wie eine mütterliche Freundin.“ Als er die Ablehnung für seinen Asylantrag erhielt, begleitet Anette ihn zusätzlich bei Anwaltsgängen. Sie fuhr mit Mohammad bis in die Botschaft nach Berlin. Die Patenschaft sieht Anette persönlich als Bereicherung: „Ich lerne viel: über das Essen, das Land, die Leute. Da verändert sich die eigene Perspektive.“

Diese positive Erfahrung mit der ersten Patenschaft bestärkte die Projektkoordinatorinnen Janne Dörge und Christina Streit, eine Ausweitung voranzutreiben. Mit Erfolg, denn mittlerweile werden über 200 Patenschaften im Projekt betreut. Mit ihrem Engagement erleichtern die ehrenamtlichen Paten benachteiligten Schüler*innen und Auszubildenden die Integration ins hiesige Bildungssystem.

Am Anfang gut begleiten – sehen, was passt.

Nach einem ersten begleiteten Kennenlerntreffen gestalten die Akteur*innen ihre Patenschaft weitgehend allein. Die Lernpaten und “Patenkinder“ treffen sich einmal wöchentlich für etwa zwei Stunden. Aus Sicht der VILLA liegt der Schwerpunkt des Projektes nicht ausschließlich auf der Vermittlung passender Patenschaften, sondern auf deren langfristiger Betreuung und Beratung. „Die wirkliche Arbeit beginnt unmittelbar nach der Vermittlung“, weiß Janne Dörge und betont: „Die Chemie zwischen beiden muss stimmen, damit ein vertrauensvolles Miteinander wachsen kann und die Patenschaft gelingt.“

Wie die Erfahrung zeigt, sind die Erwartungshaltungen der Beteiligten oft unterschiedlich. Einerseits haben die Engagierten klare Wünsche an ihr Patenkind. Andererseits wissen die Geflüchteten und ihre Familien nicht, was zur Rolle der ehrenamtlichen Paten gehört. Oft sehen Eltern die Patenschaften vorrangig als Entlastung und haben daher unrealistische Vorstellungen von deren Unterstützung. Diese Erwartungen in Einklang zu bringen, erfordert besonders am Anfang eine intensive Betreuung durch die Koordinatorinnen. Sie sehen sich dabei in erster Linie als Vermittlungsinstanz.

Bevor potentielle Patenschaften zusammengeführt werden, erfolgt mit allen Interessierten ein persönliches Vorgespräch. Dabei erfragen die Koordinatorinnen individuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten. In diesen ausführlichen und gut vorbereiteten Kennenlerngesprächen sieht das Projektteam den entscheidenden Schlüssel, um eine gelingende Patenschaft anzustoßen. Christina Streit unterstreicht an dieser Stelle: „Das alles ist kein Selbstläufer. Die Patenschaften ergeben nur Sinn, wenn für die verschiedenen Charaktere und Interessen ein passender Gegenpart gefunden wird.“ Weshalb sie und ihre Kollegin ein hohes Gewicht auf diese Vorbereitungsphase legen.

Zwischen Eigenverantwortung und Unterstützung

Gute Menschenkenntnis und ein Gespür für das jeweilige Gegenüber sind dabei hilfreiche Eigenschaften. Schon zu Beginn müssen Janne Dörge und Christina Streit abschätzen, wie viel Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit die Interessierten mitbringen. Darüber hinaus ist breites Wissen über die Problemstellungen, mit denen die Paten konfrontiert werden, unverzichtbar. Gelegentlich überfordert es die Ehrenamtlichen, insofern sie mit rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Asylgesetzgebung oder im Umgang mit einer anderen Kultur in Berührung kommen. Hier zu vermitteln und gegebenenfalls Hilfestellung zu leisten, ist eine zentrale Aufgabe der Koordinatorinnen. Viele Fragen lassen sich per E-Mail oder Telefon klären. „Wir fragen in regelmäßigen Abständen nach, wie es läuft, vermitteln bei Bedarf Fachleute und unterstützen, wo es für uns machbar ist“, so Janne Dörge.

Neben der individuellen Betreuung gibt es mit den Paten Ehrenamtstreffen, auf denen sie sich über ihre Erfahrungen austauschen können. Zudem werden Workshops zu Themen wie Asylrecht, Selbsthilfe oder Didaktik angeboten. Die enge Begleitung der Ehrenamtlichen ist notwendig, damit sie sich nicht überfordert und allein gelassen fühlen und im Zweifelsfall womöglich die Patenschaft auflösen.

»Die Betreuung der laufenden Patenschaften, die Beratung und Weiterbildung der Paten ist die eigentliche Aufgabe des Projektes. Hier heißt es, mit Augenmaß am Ball zu bleiben, um den Patenschaften genügend Freiraum zu ermöglichen, aber dennoch greifbar zu sein, wenn es mal nicht so rund läuft“, beschreibt Christina Streit den Handlungsansatz des Teams. Dass aus den Patenschaften auch Freundschaften werden, kommt gelegentlich vor, ist jedoch nicht die Regel. Für einige Ehrenamtliche ist es ganz klar nur ein zeitlich begrenztes Engagement. Vor allem Lehramtsstudierende oder Auszubildende aus dem sozialen Bereich nutzen die Lernpatenschaft als Praxiserfahrung oder als Referenz. Wichtig sei vor allem, mit Geduld dranzubleiben, sind sich die Koordinatorinnen einig. Janne Dörge ist überzeugt: „Unsere intensive Betreuung und unser offenes Ohr helfen in mindestens 90 Prozent der Fälle, dass die Patenschaft prima läuft und sich optimal  entwickelt.“


Erfahren Sie mehr über das Projekt und den Träger unter: www.villa-leipzig.de


Zur Autorin: Birgitt Grunewald ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit und das Fundraising bei der VILLA gGmbH.


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2020 unserses Magazins anspiel.

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news-6077 Tue, 15 Sep 2020 06:50:00 +0200 Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt und Kindeswohlgefährdung aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/schutzkonzepte-gegen-sexualisierte-gewalt-und-kindeswohlgefaehrdung/ Mädchen und Jungen vor (sexualisierter) Gewalt zu schützen, ist grundlegender Auftrag für alle Pädagog*innen und Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche leben, lernen, betreut werden oder ihre Freizeit verbringen. Sozialpädagogin Heike Mann beleuchtet wichtige Aspekte auf dem Weg zum Schutzkonzept. Mädchen und Jungen vor (sexualisierter) Gewalt zu schützen, ist grundlegender Auftrag für alle Pädagog*innen und Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche leben, lernen, betreut werden oder ihre Freizeit verbringen. Sozialpädagogin Heike Mann beleuchtet wichtige Aspekte auf dem Weg zum Schutzkonzept.

Schutzkonzepte können dabei helfen, Heranwachsende vor sexualisierter Gewalt in Institutionen zu bewahren. Machen sich Institutionen auf den Weg, sollte dies unter Beteiligung einer externen Begleitung erfolgen. Ebenfalls sollten Mitarbeiter*innen und Führungskräfte, aber auch Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern mit eingebunden werden. Drei Säulen sind bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten wichtig.

Säule 1: Fortbildung und (Selbst-)Reflexion

Pädagog*innen benötigen spezifisches Fachwissen, um Notlagen von Kindern und Jugendlichen erkennen und angemessen handeln zu können. Empfehlenswert sind daher Fortbildungen zur Psychosexuellen Entwicklung, zu sexuellen Übergriffen unter Kindern und Jugendlichen, zur sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie zur Kindeswohlgefährdung. Ergänzend muss Supervision als Instrument der Reflexion des eigenen beruflichen Handelns für alle pädagogischen Mitarbeiter*innen selbstverständlich sein und kontinuierlich zur Verfügung stehen.

Säule 2: Konzeptentwicklung/ Organisationsberatung

Schutzkonzepte enthalten verschiedene Bausteine hinsichtlich der pädagogischen Arbeit, beispielsweise das sexualpädagogische Konzept, das Beteiligungskonzept oder das Beschwerdeverfahren für Kinder und Jugendliche. Zentrales Element sind zudem Interventionsleitlinien, die den Pädagog*innen helfen, bei sexualisierter Gewalt oder anderen Formen von Kindeswohlgefährdung fachlichen Standards entsprechend zu handeln.

Ein Verhaltenskodex oder eine Selbstverpflichtungserklärung, ein erweitertes Einstellungsverfahren, neue Dienstanweisungen oder die Festschreibung des Kinderschutzes im Leitbild des Trägers sind ebenfalls wichtig. Die Integration der Bausteine in das QM-System unterstützt die Implementierung des Schutzkonzeptes. Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, das Konzept für alle spürbar im Alltag der Einrichtung anzuwenden. Da sich dies oft viel stärker auf die Struktur und Kultur einer Institution auswirkt als sich Führungskräfte und Mitarbeiter*innen das oft vorstellen, müssen für diesen meist mehrjährigen Lernprozess Ressourcen bereitgestellt werden. Das Engagement und Verhalten von Führungskräften ist dabei maßgeblich für den Erfolg.

Säule 3: Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche

Prävention (sexualisierter) Gewalt muss im Alltag praktiziert werden. Präventionsangebote für jüngere Kinder, z.B. in Kindertagesstätten, können die pädagogischen Fachkräfte selbst durchführen. Hierfür gibt es eine Vielzahl an geeigneter Literatur und passenden Materialien. So können zum Beispiel Theaterstücke entstehen, Kinderrechtskataloge gezeichnet oder Präventionsangebote von Fachberatungsstellen genutzt werden. Dazu benötigen Kinder und Jugendliche Erwachsene, die kinderrechtesichernd, achtsam und grenzwahrend arbeiten.


Zur Autorin: Heike Mann ist Sozialpädagogin und derzeit für „Shukura - Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen“ tätig. Sie bietet auch Seminare zum Thema an.

Seminare mit Heike Mann finden Sie in unserem Weiterbildungsangebot.

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news-6074 Thu, 10 Sep 2020 06:21:00 +0200 Angebote für neue Zielgruppen öffnen aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/angebote-fuer-neue-zielgruppen-oeffnen/ Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung werden zunehmend auch von Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte aufgesucht. Damit einhergehende Anforderungen an Beratungssettings und Inhalte sind für die Mitarbeitenden neu. Der Familienentlastende Dienst (FED) Leipzig stand vor eben dieser Situation und hat daraufhin seine Öffnung vorangetrieben. Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung werden zunehmend auch von Menschen mit Migrations- oder Fluchtgeschichte aufgesucht. Damit einhergehende Anforderungen an Beratungssettings und Inhalte sind für die Mitarbeitenden neu. Der Familienentlastende Dienst (FED) Leipzig stand vor eben dieser Situation und hat daraufhin seine Öffnung vorangetrieben.

Seit 1997 ist die Elterninitiative FED Leipzig e.V. in der Messestadt und deren Umland aktiv. Was aus einem kleinen Kreis engagierter Eltern entstand, umfasst mittlerweile rund 50 hauptamtliche Mitarbeiter*innen und ein Netzwerk vieler ehrenamtlicher Akteur*innen. Das Handlungsspektrum des Trägers reicht heute vom aufsuchenden Dienst über Freizeit- und Assistenzangebote bis hin zum Ambulant unterstützten Wohnen und einem Pflegedienst. „Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Klient*innen, deren Familien und unseren Beschäftigten ist uns wichtig. Wir wollen nah dran sein an den Bedürfnissen der Beteiligten und so eine möglichst weitreichende Teilhabe unterstützen“, erklärt die Geschäftsführerin Kerstin Keller. Diese Nähe zu den Nutzer*innen hilft auch dabei, veränderte Bedarfe zu erkennen und Angebote weiterzuentwickeln oder neu anzustoßen.

Leipzig verzeichnet in den letzten Jahren einen Zuzug neuer Bürger*innen. Darunter befinden sich auch Familien mit Migrations- oder Fluchtgeschichte, in denen Angehörige mit Behinderung leben. Hilfsangebote für Familien mit Kindern mit Behinderung sind diesem Personenkreis oft noch zu wenig bekannt. Parallel dazu stieg die Zahl an Unterstützungsanfragen und Begleitungen in den zurückliegenden Jahren, zumeist begründet durch Notsituationen.

Rückmeldungen der Mitarbeitenden als Impuls

„Unsere Angebote sind für alle Interessierten offen. An den Rückmeldungen aus der Mitarbeiterschaft merkten wir jedoch, dass die Anforderungen an die Begleitung migrantischer Familien andere sind als im Umgang mit unseren bisherigen Klient*innen. Neben der Sprachbarriere kamen zum Beispiel ganz neue rechtliche Sachverhalte, ein höherer Zeitaufwand, aber auch kulturell bedingte Fragen auf den Tisch. Das führte zu Unsicherheiten und Mehrbelastung bei den Mitarbeitenden sowie vereinzelt zu Zweifeln, ob das Betreuungs– und Pflegeteam mit dieser Zielgruppe unbedingt arbeiten müsse. Zudem konnten wir den anfragenden Familien nicht immer so schnell helfen, wie es wünschenswert gewesen wäre“, erinnert sich Kerstin Keller. Vereinsvorstand und Geschäftsführung verständigten sich daher auf schnelles Handeln. Die neue Zielgruppe sollte besser erreicht und ein passendes Angebot entwickelt werden.

Erste Gespräche mit den Teams ergaben, dass eine eigene Personalstelle, die sich speziell mit den teils sehr komplexen Anliegen der neuen Zielgruppe befasst, unumgänglich ist. Zufällig arbeitet eine studentische Mitarbeiterin im Familienentlastenden Dienst des Trägers, die sowohl die Empathie als auch mittels eines Arabistikstudiums die fachlichen Qualifikationen und zudem sehr gute Sprachkenntnisse mitbringt. Faktoren, die das Vorhaben wesentlich begünstigten.

Wissen sammeln und Vernetzung vorantreiben

Doch woher soll das Wissen über die Zielgruppe und deren besondere Bedarfe kommen? Wichtige Impulse erhielt FED Leipzig aus dem Kontakt mit dem Berliner Verein „Mina – Leben in Vielfalt e.V.“, der seit über zehn Jahren in den Bereichen Migration, Gesundheit, Bildung und Behinderung arbeitet. Mit Unterstützung der Stadt Leipzig gelang es zudem, eine Vernetzung mit Organisationen anzubahnen, die vor ähnlichen Aufgaben stehen. „Es ergaben sich intensive inhaltliche Impulse und konkrete Handlungsansätze. Der Austausch half, einen realistischen Blick dafür zu bekommen, was wir im Netzwerk der bereits existierenden Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund leisten sollten“, hebt Kerstin Keller für diese Phase der Projektplanung hervor.

Eigener Rahmen für den Wissensaufbau

Im Ergebnis steht nun das kürzlich angestoßene Projekt „MIT-einander“, wobei MIT für Migration, Integration und Teilhabe steht. Aktuell begleitet das Projekt nur wenige Familien. Zusätzlich zur Hilfestellung im Einzelfall liegt das Augenmerk zunächst noch darauf, die Bedarfe der Zielgruppe näher kennenzulernen. Dafür braucht es Zeit und Vertrauen.

Eine tragende Säule soll zum Beispiel das Empowerment der Familien sein. Doch erst geht es darum, herauszufinden, welche Methoden und Zugänge hier sinnvoll erscheinen. Mit Fingerspitzengefühl soll eine Einbindung ohne gleichzeitige Überforderung gelingen. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit geeigneten Sprachmittler*innen. Das noch junge Projekt sammelt hier wichtige Erfahrungen, die schließlich auch dem gesamten FED-Team zu Gute kommen.

Hinsichtlich des Zugangs zur Zielgruppe setzt das Projekt ebenfalls auf die Kooperation mit vorhandenen Strukturen und begann den Austausch mit Migrant*innenselbstorganisationen. Mit jenen kann besprochen werden, wie etwa das Verständnis von Behinderung im jeweiligen Kulturkreis ist. Denn nicht alle, die vom Beratungsangebot hören, schließen daraus, dass es für sie selbst bestimmt sein könnte, da beispielsweise die Behinderung des Kindes eher als Krankheit verstanden wird. Daraus lassen sich Anregungen für die zukünftige Ansprache ableiten. Ferner weisen die Organisationen in ihrem Wirkungskreis auf die Angebote des FED Leipzig hin.

Belegschaft einbinden und Fortschritte kommunizieren

Die Erkenntnisse werden innerhalb des Trägers transparent kommuniziert. Diese Rückkopplung mit den Teams hat große Bedeutung, da von hier die ursprünglichen Probleman-zeigen kamen. Langfristig soll das Projektwissen in alle Beratungs-settings einfließen und der Stärkung der Beschäftigten dienen. Beteiligung und Dialog sind Unternehmenskultur und erfüllen an dieser Stelle eine zentrale Aufgabe, wenn es darum geht, Vorbehalte gegenüber dem neuen Handlungsfeld abzubauen. Begünstigt wird dies durch ein sehr umfassendes Verständnis des Inklusionsbegriffs innerhalb der Belegschaft. „Die trägerinterne Diskus-sion zu dieser neuen Ausrichtung und Öffnung unseres Angebotes hatte einen schönen Effekt. Sie stärkte das Bekenntnis aller Beschäftigten zu unserem gemeinsamen Anliegen, für eine inklusive Gesellschaft einzutreten, die alle mitnimmt“, freut sich die Geschäftsführerin.


Die Elterninitiative FED Leipzig e.V. unterstützt seit 1997 Menschen mit Behinderungen und deren Familien. Immer wieder hat der Verein neue Ideen ausprobiert, um den Bedarfen der Menschen gerecht zu werden. Mehr Informationen und die Kontaktdaten lesen Sie auf: www.fed-leipzig.de


Der Artikel erschien zuerst in der März-Ausgabe 2020 unseres Magazins anspiel.

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news-6091 Wed, 09 Sep 2020 14:15:31 +0200 Kommentar: „Die Moria-Katastrophe – die Folge einer gewollten Politik der Abschottung, Ausgrenzung und Abschreckung“ aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/kommentar-die-moria-katastrophe-die-folge-einer-gewollten-politik-der-abschottung-ausgrenzung-u/ Heute Nacht sind im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen. Zur Wahrung der christlichen und humanitären Werte sowie der internationalen Solidarität müssen nun endlich die Wege für die Hilfsbereitschaft anderer von Seiten der Regierungskoalition freigemacht werden! Moria in Flammen!

Heute Nacht sind im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos an mehreren Stellen Feuer ausgebrochen. Zwischenzeitlich stand fast das ganze Lager in Flammen. Nach Angaben der griechischen Regierung ist der Großbrand mittlerweile weitgehend unter Kontrolle – zurück bleibt fast völlige Zerstörung.

Laut griechischen Medien soll es keine Verletzen oder Tote geben – Bewohner*innen des Camps berichten hingegen von vielen Toten und tausenden Obdachlosen. Die Bilder und Videos, die über die sozialen Medien verbreitet werden, sind mehr als erschreckend.

Folge einer Politik der Abschottung, Ausgrenzung und Abschreckung

„Diese Katastrophe ist die Folge einer gewollten Politik der Abschottung, Ausgrenzung und Abschreckung.“ so Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen und Vorsitzender der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen. Seit Jahren predigen Hilfsorganisationen, dass die Elendslager auf den griechischen Inseln evakuiert werden müssen, in denen die Menschen unter menschenunwürdigsten Bedingungen festgehalten werden. „Wir haben eine humanitäre Katastrophe billigend in Kauf genommen.“ fügt Michael Richter hinzu.

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hat sich die ohnehin unhaltbare Lage weiter verschärft. Die Lager wurden weitgehend abgeriegelt und Hilfsorganisationen mussten ihre Unterstützung teilweise einstellen oder zumindest einschränken.

Genau eine Woche ist es her, dass der erste Corona-Fall in Moria bekannt wurde. Reagiert wurde mit einem noch schärferen Lockdown: zwei Wochen lang sollte niemand das Camp mehr verlassen dürfen. Die Zahl der Infektionen stieg rasant, so waren laut Informationen von „Stand By Me Lesvos“ am Montag 116 Fälle registriert.

Europa und Deutschland haben versagt!

Seit Jahren unterstützen wir Staaten wie Griechenland, Italien, Malta und Spanien mit der Flüchtlingsaufnahme ungenügend, mit der Konsequenz, dass die Bedingungen für Geflüchtete sich mehr und mehr verschlechtert haben. Wir verstecken uns hinter der Notwendigkeit einer „europäischen Lösung“. Dabei ist es doch genau diese „europäische Lösung“, u.a. in Form der Dublin-III-Verordnung und des EU-Türkei-Deals, die maßgeblich für die menschenunwürdigen Zustände an den EU-Außengrenzen verantwortlich ist. Leidtragende sind die Menschen, die in den Lagern ausharren müssen – nachdem sie vor Krieg, Gewalt und der Bedrohung ihrer Existenzgrundlagen fliehen und sich auf lebensbedrohlichen Wegen nach Europa durchschlagen mussten.

Hilfsbereitschaft der Länder und Kommunen wurde von der Bundesregierung unterlaufen!

Kein einziger Mensch sollte diese Erfahrungen machen müssen, mindestens 2.100 von ihnen wäre dieses Desaster definitiv erspart geblieben, wenn die Bundesregierung sich nicht hinter ihrer Blockadehaltung verschanzt, sondern die Aufnahmezusagen der Länder in Anspruch genommen und sich den Landesaufnahmeprogrammen von Berlin und Thüringen nicht in den Weg gestellt hätte. Neben ganzen Bundesländern haben sich hunderte Kommunen zur Aufnahme bereit erklärt.

Auch der Freistaat Sachsen sowie sächsische Kommunen haben ihre Unterstützung bei der Aufnahme von schutzbedürftigen Menschen aus Griechenland in den vergangenen Wochen bekräftigt. „Anlässlich des diesjährigen Weltflüchtlingstages haben die Verbände und Einrichtungen der sächsischen Wohlfahrtspflege Ihre Unterstützung dafür angeboten.“, so Michael Richter.  

Zur Wahrung der christlichen und humanitären Werte sowie der internationalen Solidarität müssen nun endlich die Wege für die Hilfsbereitschaft anderer von Seiten der Regierungskoalition freigemacht werden!


Ansprechpartner im Pariätischen Sachsen:

Hendrik Kreuzberg
Referent Migration/ Projektleiter Interkulturelle Öffnung und Diversität
Vorsitzender Fachausschuss Migration der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen

0351 - 828 71 145
hendrik.kreuzberg(at)parisax.de

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news-6083 Wed, 09 Sep 2020 09:29:30 +0200 Jetzt vormerken: Live-Übertragung der Regionalkonferenz am 16.09.2020 aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/jetzt-vormerken-live-uebertragung-der-regionalkonferenz-am-16092020/ Aufgrund der durch Corona begrenzten Teilnahmezahlen übertragen wir die Regionalkonferenz in Dresden am Mittwoch 16. September 2020 ab 12.30 Uhr per Livestreamübertragung für alle Mitgliedsorganisationen, die nicht vor Ort dabei sein können. Aufgrund der durch Corona begrenzten Teilnahmezahlen übertragen wir die Regionalkonferenz in Dresden am Mittwoch 16. September 2020 von 12.30 – 16:00 Uhr live per GoTo-Meeting*. Die Veranstaltung richtet sich an Personen aus den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Sachsen, die nicht vor Ort dabei sein können.

So funktioniert die Live-Übertragung

Am Online-Konferenzraum können Sie per Computer, Tablet oder Smartphone teilnehmen.
Loggen Sie sich spätestens 5 Minuten vor Veranstaltungsbeginn unter diesem Link ein:
https://www.gotomeet.me/ParitaetischerSachsen/regionalkonferenz-dresden

Zugangscode: 655-015-693

Ihre Fragen und Themen können Sie während der Regionalkonferenz direkt über die Chat-Funktion einbringen.

Der Online-Konferenzraum steht Ihnen bereits 15 Minuten vor dem Termin offen, um sich mit dem Programm vertraut zu machen.

Sollten Sie vorab Fragen oder technischen Unterstützungsbedarf haben, melden Sie sich gerne vorab bei Carolin Schulz, Referentin für Verbandskommunikation, carolin.schulz(at)parisax.de oder unter 0163 2930 524.

* Sie kennen GoToMeeting noch nicht? Installieren Sie jetzt die App, damit Sie für die Regionalkonferenz bereit sind: https://global.gotomeeting.com/install/655015693


Ablauf der Regionalkonferenz

12.30 Uhr
Mitgliederforum und Erfahrungsaustausch
- Welche Auswirkungen hat die Corona-Epidemie auf die Sozial- und Bildungslandschaft in Sachsen?

14.00 Uhr
Kaffeepause

14.30 Uhr
Aus dem Verband
- Ergebnispräsentation und Dialog: Satzungsänderung und Beitragsordnung
- Bericht zur Verbandsarbeit
- Strukturelle und personelle Veränderungen
- Themen der Mitglieder 

16.00 Uhr - Geplantes Veranstaltungsende

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

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news-6073 Tue, 08 Sep 2020 06:06:00 +0200 Freiwilligendienst: Freiwilliges Bummeljahr? aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/freiwilligendienst-freiwilliges-bummeljahr/ Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist doch nur etwas für Leute, die noch keine Lust haben zu arbeiten. Ist das so? Aliya Fischer hat sich in ihrem Kommentar ein paar Gedanken dazu gemacht. Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist doch nur etwas für Leute, die noch keine Lust haben zu arbeiten. Ist das so? Aliya Fischer hat sich in ihrem Kommentar ein paar Gedanken dazu gemacht.

„Ein freiwilliges Jahr ist ein Jahr zum Bummeln für die, die noch nicht ernsthaft arbeiten wollen.“

Dieses Statement hätte ich vor einer gewissen Zeit noch so abgegeben. Ich dachte, der Freiwilligendienst wäre etwas, um sich die Zeit nach dem Abschluss zu vertreiben, ohne entscheiden zu müssen, ob man studieren will, eine Ausbildung machen möchte oder gar nichts von beidem. Mit Sicherheit teilt der ein oder andere diesen Gedanken. Doch diese Aussage beschreibt keinesfalls meine heutige Meinung.

Wieso entscheidet man sich denn aber tatsächlich für den Freiwilligendienst? Das ist eine Frage, die ich mir erst gestellt habe, als ich an einem der Seminare für die Freiwilligen teilgenommen habe. Jetzt weiß ich: Im Freiwilligendienst geht es nicht darum, ein Jahr zu vertrödeln. Im Endeffekt entscheidet natürlich jeder selbst, was er aus diesem Jahr macht und es hängt genauso von der Anleitung der jeweiligen Einrichtung ab. Aber eigentlich geht es darum, sich für die Gemeinschaft zu engagieren ohne eine Entschädigung zu verlangen. Es ist eine Chance herauszufinden, was man vom Leben erwartet und ob man für den Umgang mit Menschen im Alltag wirklich geeignet ist. Man sammelt wichtige Erfahrungen.

In Wahrheit sind freiwillige Jahre perfekt, um herauszufinden: „Was will ich tun? Was liegt mir? Was macht mir Spaß?“ Oder: „Was will ich auf keinen Fall tun?“. Man erhält beispielsweise Einblicke in die Arbeit mit Kindern, alten Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Denn nicht jeder weiß, was er nach der Schule machen möchte. Außerdem ist ein freiwilliges Jahr für beide Seiten eine Chance. Schließlich erhalten die Einrichtungen wie Kitas oder Altenpflegeheime dadurch zusätzliches Personal, was in den Zeiten des Fachkräftemangels ein Gewinn ist. Natürlich sind Freiwillige kein ausgebildetes Personal mit zwanzig Jahren Berufserfahrung, aber sie haben Zeit für Dinge, wie zum Beispiel mit den Menschen zu singen oder ihnen etwas vorzulesen. Dafür finden die Fachkräfte heute bei all ihren anderen Aufgaben einfach kaum noch die Zeit.

Wichtig ist auch: Die Freiwilligendienste bilden eine Gemeinschaft. Anfangs betritt man einen Raum voller Leute, die sich vorher noch nie gesehen haben. Man verlässt ihn aber als Teil einer Gruppe. Und in der heutigen Zeit mit all den Problemen und Krisen sind die Gemeinschaft und deren Zusammenhalt von höchster Priorität.

Ich denke also nicht, dass die Bezeichnung als „Bummeljahr“ passend ist. Allerdings sollte jeder dazu angehalten sein, sich selbst ein Bild zu machen. Gespräche mit Freiwilligen oder sogar das Absolvieren eines Freiwilligendienstes helfen beim Bilden oder dem Überdenken einer Meinung. Es sollte aber deutlich zu erkennen sein, dass die freiwilligen Jahre wichtig sind, egal wie man nun zu ihnen steht. Zukünftig können sie uns helfen, Werte wie Nächstenliebe, Menschlichkeit und Zusammenhalt nicht aus den Augen zu verlieren. Deshalb sage ich: Ein Hoch auf die „Bummeljahre“!

Und was denken Sie?


Zur Autorin: Aliya Fischer ist 16 Jahre alt und besucht derzeit das Gymnasium Dresden-Cotta. Sie absolvierte im Mai 2019 ihr zweiwöchiges Schulpraktikum in der Verbandskommunikation des Paritätischen Sachsen und bei den Paritätischen Freiwilligendiensten.


Mehr über Freiwilligendienste erfahren Sie auf: www.freiwillig-jetzt.de

Der Artikel erschien zuerst in der September Ausgabe 2019 unseres Magazins anspiel.

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news-6081 Mon, 07 Sep 2020 01:24:00 +0200 Qualitätsmanagement an Schulen in freier Trägerschaft aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/qualitaetsmanagement-an-schulen-in-freier-traegerschaft/ Sächsische Schulen in freier Trägerschaft nutzen im Schuljahr 2020/21 erstmals den gemeinsam entwickelten Q-Check SchifT, der sich an konzeptübergreifenden Qualitätskriterien für die pädagogische Arbeit orientiert. Sächsische Schulen in freier Trägerschaft nutzen im Schuljahr 2020/21 erstmals den gemeinsam entwickelten Q-Check SchifT, der sich an konzeptübergreifenden Qualitätskriterien für die pädagogische Arbeit orientiert.

Die Vielfalt an Bildungsansätzen und Konzepten in der Landschaft freier Schulen in Sachsen ist groß. Umso herausfordernder war die Aufgabe der Fachgruppe freier Schulen im Paritätischen Sachsen, sich auf gemeinsame Qualitätskriterien für die pädagogische Arbeit in den Bildungseinrichtungen zu verständigen. In der Fachgruppe der Freien Schulen kommen regelmäßig die Schulleiter*innen und Geschäftsführer*innen der im Landesverband organisierten freien Schulträger zusammen, um sich auszutauschen, Netzwerke zu spinnen und gemeinsame Strategien zu erarbeiten.

Ein Teil dieser Fachgruppe traf sich in den vergangenen drei Jahren regelmäßig zu einer Arbeitsgruppe, um sich zu verständigen, wie die qualitativ hochwertige Arbeit der Freien Schulen noch besser erfasst werden kann. Begleitet wurde die AG vom Zentrum für Qualität und Management des Paritätischen Gesamtverbands. Ziel der AG war ein Werkzeug zur regelmäßigen Evaluierung der vor Ort geleisteten Bildungsarbeit. Dieses soll die Vielfalt der reformpädagogischen Ansätze respektieren und zugleich Qualitätskriterien enthalten, die aus dem Schulalltag abgeleitet werden.

Mit dem Entwurf des Q-Check SchifT gibt es nun ein Instrument, mit dem transparent gearbeitet werden kann und das bei allen Beteiligten Sicherheit und Vertrauen schafft. Es soll demnach für die Träger selbst, aber auch für die Eltern, Kinder, das Personal in den Schulen und nicht zuletzt für die zuständige Sächsische Bildungsagentur nachvollziehbar sein. Es basiert auf messbaren Kriterien sowie faktenbasierten und somit für die Zusammenarbeit belastbaren Katalog. Gleichzeitig soll der Prozesscharakter innovativ gelebter pädagogischer Praxis abgebildet werden und dabei Motor für zukünftige Entwicklungen sein.

Im bevorstehenden Schuljahr werden mit der Evaluierung des Entwurfs „Q-Check SchifT“ alle Zeichen auf grün gestellt, damit ab dem Schuljahr 2021/22 Schulen in freier Trägerschaft, die beim Paritätischen Sachsen organisiert sind, auf ihrem Weg zur Entwicklung schulischer Qualität im Peer-to-Peer-Verfahren begleitet werden können. Das Verfahren orientiert sich am Profil und der Zielsetzung der teilnehmenden Schule. Erfahrene Expert*innen aus anderen Schulen (Peers) beraten dabei die jeweilige Schule in einem strukturierten Prozess.

Auf der Grundlage einer ausführlichen Selbstreflexion der einzelnen Schule anhand des „Q-Check FS“ werden in Gesprächen und ggf. Workshops vor Ort gemeinsam die eigene Arbeit im gesamten System reflektiert, Entwicklungspotenziale erkannt und Ziele definiert, um die Umsetzung konkreter Maßnahmen anzustoßen. Verbunden mit dieser Entwicklungsberatung ist auch ein Erfahrungsaustausch zwischen allen teilnehmenden Schulen. Die Vielfalt der Schultypen und pädagogischen Konzepte ist dabei von unschätzbarem Wert.


Kontakt:

Dr.'in Susanne Kleber (Referentin Bildung)

Tel.: 0351/ 828 71 147
E-Mail: susanne.kleber(at)parisax.de

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news-6072 Fri, 04 Sep 2020 11:38:40 +0200 Ausländisches Personal: Fremder Abschluss – na und? aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/auslaendisches-personal-fremder-abschluss-na-und/ Zugewanderte Fach- und Arbeitskräfte spielen schon seit Jahren eine wichtige Rolle, wenn es um Personalfragen in der Sozial- und Bildungsarbeit geht. Die Anzahl ausländischer Interessent*innen ist hoch - die bürokratischen Hürden ebenfalls. Das IQ-Netzwerk Sachsen unterstützt Organisationen, berichtet Sandra Scheibe. Zugewanderte Fach- und Arbeitskräfte spielen schon seit Jahren eine wichtige Rolle, wenn es um Personalfragen in der Sozial- und Bildungsarbeit geht. Die Anzahl ausländischer Interessent*innen ist hoch - die bürokratischen Hürden ebenfalls. Das IQ-Netzwerk Sachsen unterstützt Organisationen, berichtet Sandra Scheibe.

Unternehmen betrachten Personal aus dem Ausland als wichtige Option, um bestehende oder absehbare Lücken im eigenen Team zu decken. Schnell treten jedoch ganz praktische Fragen auf den Plan:

  • Ich habe eine Fachkraft im Ausland für eine Beschäftigung in meinem Unternehmen gefunden, aber wie hole ich sie nun nach Deutschland?
  • Unter welchen (vertraglichen) Bedingungen kann ich eine Fachkraft aus dem Ausland einstellen?
  • Wer hilft mir, einen Überblick im Regelungsdickicht zu finden?
  • Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen mit ausländischem Abschluss überhaupt?
  • Was passiert nach dem Anerkennungsverfahren mit dem Bescheid?
  • Wer kann mich unterstützen, wenn die Kommunikation mit anderen Partnern stockt?

Die Antworten auf so scheinbar einfache Fragen stellen sich als sehr komplex heraus und sind häufig mit dem Gefühl verbunden, dass der Aufwand groß und nicht zu bewältigen sei. Hier kommt das IQ Netzwerk Sachsen ins Spiel. Als Teil des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ unterstützt und hilft es nicht nur Zugewanderten, sondern auch Organisationen und Führungskräften.

Das Angebot umfasst drei Bereiche:

Information

Zuerst werden die Ziel- und Problemstellungen des individuellen Falles analysiert. Die Fragen werden sortiert und Besonderheiten hervorgehoben. Unternehmen bekommen Antworten zu grundlegenden Fragen im Bereich Zuwanderung und Arbeitsmarkt. Zudem können Handlungsempfehlungen erstellt und gemeinsam die nächsten Schritte abgeleitet werden.

Zuwanderungswege und -gesetze sowie Arbeitsmöglichkeiten sind sehr komplex. Für den Aufbau von Überblickswissen im jeweiligen Unternehmen stellt das IQ-Netzwerk gezielt Informationen, Übersichten, Portalempfehlungen oder branchenspezifische Merkblätter zur Verfügung.

Schulung

Unternehmen, die Zuwanderung für sich als eine zukünftige Quelle für Azubis, Mitarbeiter*innen oder Fachkräfte sehen, können Schulungen in den wesentlichen Kernthemen kostenfrei in Anspruch nehmen.

Beratung

Gibt es darüber hinaus individuellen Klärungsbedarf im Einzelfall? Dann können sowohl telefonische als auch persönliche Beratungsangebote vor Ort genutzt werden. Das Team des IQ-Netzwerks berät außerdem dazu, wie dem Unternehmen vertraute Netzwerkpartner (Agentur für Arbeit, Kammern, Wirtschaftsförderung, Steuerberatung, Beratungsprogramme) gut eingebunden werden können, damit Abläufe gelingen und schnellstmöglich Lösungen für den konkreten Fall gefunden werden.


Weitere Informationen zum IQ Netzwerk Sachsen finden Sie unter: www.netzwerk-iq-sachsen.de

Sprechen Sie die Fachinformationszentren Zuwanderung in Dresden, Leipzig und Chemnitz als zentrale Partner bei allen Fragen rund um die Zuwanderung an.

Nutzen Sie dafür die kostenfreie Rufnummer zur Leitstelle Zuwanderung 0800/ 77 230 00.

Oder senden Sie Ihre Anfrage per E-Mail an mail(at)leitstelle-kmu-sachsen.de.


Die Autorin: Sandra Scheibe ist Mitarbeiterin des IQ-Netzwerks im Handlungsschwerpunkt 3: Interkulturelle Kompetenzentwicklung.

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news-5975 Tue, 01 Sep 2020 06:11:00 +0200 Menschenrechte konkret: Asylrecht aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/menschenrechte-konkret-asylrecht-2/ In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: Help e.V. aus Aue zu Artikel 14 – Asylrecht.  

In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: Help e.V. aus Aue zu Artikel 14 – Asylrecht.

Diesmal sprachen wir mit Peter Glienke, Geschäftsführer des HELP e.V., über die Bedeutung des Artikels 14 und dessen Auswirkungen auf die praktische Arbeit des Vereins.

Welche Rolle spielt Artikel 6 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Ihrer Organisation, wenn Sie an Mitarbeitende oder Zielgruppen denken?

Wir begleiten und unterstützen Asylbewerber*innen mit der Zielstellung ihrer Integration - wohlwissend, dass es auch Ablehnungen von Asylanträgen geben wird. In unserer Organisation ist der Artikel 14 daher Grundlage der mobilen Sozialbetreuung und auch unserer Haltung.

Die Flüchtlingssozialarbeit in der jetzt ausgeführten Form kann allerdings nicht per se als Menschenrechtsprofession bezeichnet werden, da sie durch Ausschreibungen einer Marktlogik unterliegt.

Im Alltag reduzieren sich Gespräche oft auf rechtliche Regelungen und Pflichten. Andere Gesprächsansätze mit einer Berufung auf allgemeine Menschenrechte gehen meist unter oder werden belächelt.

Ein großer Teil unserer Mitarbeitenden empfindet zudem, dass etliche nationale Gesetzgebungen bzw. deren Umsetzung sowie die Struktur und Dynamik der Weltgesellschaft Menschenrechte missachten bzw. Menschenrechtsverletzungen hinnehmen.

Die meisten unsere Klient*innen haben versucht, ihr Recht auf Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte umzusetzen. Dieses Recht ist allerdings sehr eingeschränkt, da es nur das Recht des Menschen beinhaltet, Asyl in anderen Ländern zu suchen und nicht die Staaten verpflichtet, politisch Verfolgten auch tatsächlich Asyl zu gewähren. Damit spricht Artikel 14 das Asylrecht nur in der Form an, in der die Staaten bereit sind, es zu gewähren.

Für eine menschenrechtsorientierte Arbeit ist dies alles sehr hinderlich.

Worin sehen Sie die größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Artikel 6 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte?

Es muss allen klar sein, dass es auch in Deutschland zu Menschenrechtverletzungen wie z.B. Diskriminierung, Privilegierung und dadurch entstehende Herrschaft und Ausbeutung, (kulturelle) zu Kolonisierung, Klassismus, Sexismus, Rassismus, ferner Verfahrenswillkür und damit struktureller Gewalt kommt. Soziale Arbeit ist dann vor allem Symptom-, Pflaster- oder Feuerwehrarbeit, solange strukturelle Gewalt gegenüber den vulnerablen Personenkreisen nicht aufgelöst wird.

Wenn dieser Artikel tatsächlich weltweit gelebt würde, gäbe es zudem in Europa keine Abschottung der Grenzen nicht nach außen hin. Als größtes Problem sehen wir aber die Akzeptanz bzw. die Toleranz gegenüber dem Asylrecht in der Gesellschaft.

Welche Lösungen für diese Herausforderungen sehen Sie?

Aus unserer Sicht braucht es einerseits die realitätsnahe Aufklärung der Gesellschaft über Lebensumstände, aus denen Menschen flüchten. Dazu braucht es politische und finanzielle Unterstützung seitens des Staates. Darüber hinaus hilft es, über Begegnungen Vorurteile abzubauen.

Was tun Sie in Ihrer Arbeit dafür, diesen Aspekten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gerecht zu werden?

Unsere Arbeit dient als Sprachrohr für Menschen, die nicht gehört werden. Wir sind Unterstützer*innen, die Menschenrechte zu wahren und bekannt zu machen. Das heißt für uns aber auch, unsere Klient*innen über Menschenrechte, Menschenrechtsverletzungen und Schutzmöglichkeiten zu informieren.

Wir verdeutlichen die universelle Bedeutung dieses Artikels 14 auch für Deutsche. Hier versuchen wir, die Verbindung zur eigenen Geschichte herzustellen, z.B. als Aus- oder Umsiedler*innen oder als DDR-Geflüchtete.

Außerdem gehören migrantische Mitarbeiter*innen gleichberechtigt zu unseren Teams.


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Artikel 14

  1. Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.
  2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen verstoßen.

Lesen Sie mehr über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf www.institut-fuer-menschenrechte.de


HELP e.V. ist eine von rund 200 Organisationen, die sich der Erklärung für eine menschenrechtsorientierte Sozial- und Bildungsarbeit in Sachsen angeschlossen haben.

Ihre Organisation möchte die Erklärung ebenfalls unterzeichnen?

Senden Sie eine E-Mail an nicole.boerner(at)parisax.de oder rufen Sie an unter 0351/ 828 71 152.


Alle bereits erschienen Interviews der Reihe können Sie hier lesen.

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news-5386 Mon, 31 Aug 2020 08:05:00 +0200 Für ein gemeinschaftliches Gruppenleben in der Selbsthilfe aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/fuer-ein-gemeinschaftliches-gruppenleben-in-der-selbsthilfe/ Ein ewig spannendes Thema in Selbsthilfegruppen ist die Frage nach der „richtigen" Form von Leitung und Moderation. Es ist die Suche nach Ideen und Methoden, die tatsächlich den essenziellen Anliegen und den wirklichen Ressourcen von Selbsthilfegruppen gerecht werden. Dozent Klaus Vogelsänger berichtet über seine persönlichen Erfahrungen über die Bedürfnisse, Visionen und neue Wege der Selbsthilfe. Ein ewig spannendes Thema in Selbsthilfegruppen ist die Frage nach der „richtigen" Form von Leitung und Moderation. Es ist die Suche nach Ideen und Methoden, die tatsächlich den essenziellen Anliegen und den wirklichen Ressourcen von Selbsthilfegruppen gerecht werden. Unser Dozent Klaus Vogelsänger berichtet  über die Bedürfnisse, Visionen und neue Wege der Selbsthilfe.

Meine Erfahrungen mit vielen Selbsthilfegruppen sind, dass der essenzielle Sinn, die wirkliche Ausrichtung häufig nicht neugierig und ressourcenorientiert thematisiert wird. Viele Gruppen folgen der Idee, dass schon der gemeinsame Austausch von Menschen, die eine ähnliche Lebenssituation erleben, bereichernde Erfahrungen und nährende Lebenshilfen ermöglicht.

Dem stimme ich unbedingt zu, würde aber entschieden auf die Qualität, die tiefere Intention und bewusste Ausrichtung der Gruppenprozesse schauen. Da braucht es Neugier und einen lebendigen, kreativen und auch fokussierten Entwicklungsprozess in den Gruppen, um herauszuarbeiten, was wirklich dazu beiträgt, dass Menschen einen selbstverantwortlichen und selbstbewussten Umgang mit ihrer jeweiligen Lebensrealität entwickeln können.

Gerade wenn es um gesundheitliche, emotionale oder soziale Herausforderungen geht, ist es so wichtig, nicht die Opferrolle von Menschen zu pflegen, sondern eine entwicklungsorientierte Ausrichtung zu kultivieren, die sich immer mehr auf das Hier und Jetzt, auf Ressourcen und Potenziale und auf den Wunsch nach Gesundheit, Lebensfreude und Lebendigkeit bezieht. Selbsthilfegruppen sollten daher deutlich die Bedürfnisse und Visionen der Menschen in den Mittelpunkt rücken.

Leiten oder begleiten?

Ein ewig spannendes Thema in Selbsthilfegruppen ist die Frage nach der „richtigen" Form von Leitung und Moderation. Es ist die Suche nach Ideen und Methoden, die tatsächlich den essenziellen Anliegen und den wirklichen Ressourcen von Selbsthilfegruppen gerecht werden.

Hierarchie versus Gemeinschaft

Traditionelle, meist hierarchische Strukturen, werden noch in vielen Gruppen gelebt. Sie basieren auf der Vorstellung, dass es immer einen Menschen braucht, der die Gruppentreffen leitet und strukturiert, der also eine spezielle Verantwortung übernimmt und maßgeblich das Gruppenleben prägt und bestimmt. Ich finde die Zeit ist reif für neue Formen von Gruppenleben, in denen der Gemeinschaftsgeist und die Gruppenintelligenz gefördert werden, in denen Menschen angeregt und ermutigt werden, sich selbst als kompetente, lebens-erfahrene und kreative Wesen zu erleben.

Braucht es immer eine Chefin / einen Chef?

Dann wandelt sich Gruppenleitung zu Gruppenbegleitung, also zu einer Form des Miteinanders, in der wirklich alle in einem Boot sitzen. Dann wird jede und jeder in seiner / ihrer Einzigartigkeit sichtbar und die Strukturen und Abläufe des Gruppenlebens sind dann Ergebnis eines gemeinschaftlichen Austausches.

Dieser Prozess ist dynamisch und an den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der gesamten Gruppeorientiert. Und dafür braucht es keinen Chef, keine Chefin, sondern kreative Ideen und Rituale, die die Gleichwertigkeit untereinander fördern und immer wieder die vorhandenen Erfahrungen und das Wissen und die Weisheit der Gruppe nutzen.

Der Artikel ist ein Auszug aus „Die Essenz der Selbsthilfe fördern“. Lesen Sie den vollständigen Artikel auf www.vogelsaenger.org

Der Autor: Klaus Vogelsänger ist Diplom-Sozialpädagoge und renommierter Dozent im Selbsthilfebereich. Er bietet Team-, Institutions- und Gruppenberatung sowie Theaterpädagogik an.


Im Seminar der Selbsthilfeakademie Sachsen „Wer bin ich, und wenn ja, wozu ...? Klärung von (Leitungs-)Rollen und Funktionen in Selbsthilfegruppen“ regt Klaus Vogelsänger mit lebendigen und erfahrungsorientierten Methoden an, neue Haltungen zu entwickeln und konkrete Ideen für ein gemeinschaftliches, authentisches und kreatives Gruppenleben zu erarbeiten. Hierbei stehen immer wieder die konkreten Erfahrungen und Fragen der Teilnehmenden im Mittelpunkt.

Seminartermine und -orte

Zielgruppe

Mitglieder und Verantwortliche von Selbsthilfegruppen; interessierte Personen, die in der Selbsthilfe aktiv sind oder Interesse an der Arbeit in der Selbsthilfe zeigen

Hinweise

Das Seminar ist ein kostenfreies Angebot der Selbsthilfeakademie Sachsen einer Zusammenarbeit der AOK Plus - Die Gesundheitskasse für Thüringen und Sachsen, dem Paritätischen Sachsen und der parikom - Paritätisches Kompetenzzentrum für soziale Innovation.

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir um eine frühestmögliche Anmeldung.

Anmeldung telefonisch unter 0351 -828 71 431 oder hier online anmelden.

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news-6024 Thu, 27 Aug 2020 07:35:00 +0200 Bewusst durch Spätsommer und Herbst mit der Selbsthilfeakademie aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/bewusst-durch-spaetsommer-und-herbst-mit-der-selbsthilfeakademie/ Eine chronische Krankheit führt oft zu einem bewussteren Umgang mit Leben und Tod. Diesen Reflexionsprozess unterstützt die Selbsthilfeakademie Sachsen mit 15 Onlineangeboten und Workshops im Spätsommer und Herbst 2020. Nächster Workshoptermin: 31.08.2020. Die Angebote finden in verschiedenen Orten in Sachsen für Menschen in Selbsthilfegruppen statt. Eine chronische Krankheit führt oft zu einem bewussteren Umgang mit Leben und Tod. Diesen Reflexionsprozess unterstützt die Selbsthilfeakademie Sachsen mit 15 Onlineangeboten und Workshops im Spätsommer und Herbst 2020. Die Angebote finden in verschiedenen Orten in Sachsen für Menschen in Selbsthilfegruppen statt.

Eine chronische Krankheit führt oft zu einem bewussteren Umgang mit Leben und Tod. Hier hilft besonders der Austausch mit anderen Betroffenen, sich selbst mehr zu reflektieren und Erkenntnisse für den weiteren persönlichen Weg zu finden.

Mit der Selbsthilfeakademie Sachsen bieten wir speziell auf die Bedürfnisse von Menschen in Selbsthilfegruppen zugeschnittene Workshops rund um Themen wie Achtsamkeit, Kommunikation und Rollenbilder in der Selbsthilfe an.

Insgesamt finden in diesem Jahr weitere 15 Workshops und Online-Seminare statt. Sichern Sie sich einen Restplatz für unsere Workshops in ganz Sachsen!

Die Angebote richten sich sowohl an Teilnehmer*innen aus Selbsthilfegruppen als auch an Menschen, die Selbsthilfegruppen organisieren und leiten.

Alle Workshops für 2020 finden Sie unter: www.selbsthillfeakademie-sachsen.de

Workshops im August und September 2020

31.08.2020 | Dresden
Kommunikation und Gruppenkultur

… für ein gesundes Miteinander in der Selbsthilfe 

03.09.2020 | Dresden
Worte allein genügen oftmals nicht

Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden 

04.09.2020 | Grimma
Auftanken statt Ausbrennen

Gesunde Abgrenzung in der Selbsthilfe 

05.09.2020 | Hoyerswerda
Auftanken statt Ausbrennen

Gesunde Abgrenzung in der Selbsthilfe 

11.09.2020 | Mittweida
Wer bin ich, und wenn ja, wozu ...?

Klärung von (Leitungs-)Rollen und Funktionen in Selbsthilfegruppen 

12.09.2020 Dresden
Wer bin ich, und wenn ja, wozu ...?

Klärung von (Leitungs-)Rollen und Funktionen in Selbsthilfegruppen

18.09.2020 | Plauen
Auftanken statt Ausbrennen

Gesunde Abgrenzung in der Selbsthilfe

26.09.2020
Online-Workshop: Recht und Gesetz in der Selbsthilfe

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news-5978 Tue, 25 Aug 2020 05:55:00 +0200 Menschenrechte konkret: Soziale und internationale Ordnung aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/menschenrechte-konkret-soziale-und-internationale-ordnung/ In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. zu Artikel 28 - Soziale und internationale Ordnung.  

In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. zu Artikel 28 - Soziale und internationale Ordnung.

Diesmal sprachen wir mit Angela Klier, Vorständin des Kompetenzzentrums für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V., über die Bedeutung des Artikels 28 und dessen Auswirkungen auf die praktische Arbeit des Vereins.

Welche Rolle spielt Artikel 28 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in Ihrer Organisation, wenn Sie an Mitarbeitende oder Zielgruppen denken?

Das Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. (KGE) ist ein noch recht junger Verein, der zwar bereits nach einem eigenen Konzept arbeitet, sich jedoch noch kein Leitbild gegeben hat. Im Umgang miteinander - sowohl intern als auch extern in der Arbeit mit Zielgruppen - steht für uns die Menschenwürde an oberster Stelle. Menschenwürde wohnt dem Menschsein inne und folglich sind Menschenrechte von keinem bestimmten vorherigen Verhalten, keiner Herkunft, keinem Geschlecht oder anderen Merkmalen abhängig.

Worin sehen Sie die größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf Artikel 28 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte?

Eine große gesellschaftliche Herausforderung und damit die größte verbindliche Aufgabe des Staates ist es, Menschenrechte zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Gleichbehandlung und Solidarität sollten unser Miteinander auszeichnen und Menschenrechtsverletzungen dürfen nicht weiter als Besonderheit in fernen Ländern abgetan werden. Menschenrechtsbildung muss daher Eingang in alle Bildungspläne finden -  beginnend in der Grundschule bis hin zur Erwachsenenbildung. Das setzt voraus, dass die Menschenrechtsbildung selbst wertschätzend und auf die Zielgruppe abgestimmt ist. Sie ist gleichzeitig eine antirassistische und diskriminierungsfreie Bildungsarbeit.

Welche Lösungen für diese Herausforderungen sehen Sie?

Bildung kann einen Prozess hin zu einer Gesellschaft unterstützen, die die Würde und Rechte aller Menschen anerkennt. Struktureller und institutioneller Rassismus muss thematisiert und reduziert werden. Die Achtung und Gewährleistung der Menschenrechte ermöglicht eine Gesprächskultur, die offenen Meinungsaustausch fördert und gleichzeitig vor diskriminierenden Äußerungen schützt.

Was tun Sie in Ihrer Arbeit dafür, diesen Aspekten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gerecht zu werden?

In unsere Angebote der politischen Bildung fließen die Aspekte der Menschenrechtsbildung ein, indem wir aufklären über Menschenrechte, sie benennen und Inhalte sowie Deutungen kommunizieren und diskutieren. Es ist uns wichtig, so ein Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen und ihre Relevanz für das eigene Leben zu entdecken. Erst dann wird es möglich, Menschenrechtsverletzungen zu erkennen sowie sich für eigene und für die Rechte anderer einzusetzen.


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Artikel 28

Jeder Mensch hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Lesen Sie mehr über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf www.institut-fuer-menschenrechte.de


Das Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. ist eine von rund 200 Organisationen, die sich der Erklärung für eine menschenrechtsorientierte Sozial- und Bildungsarbeit in Sachsen angeschlossen haben.

Ihre Organisation möchte die Erklärung ebenfalls unterzeichnen?

Senden Sie eine E-Mail an nicole.boerner(at)parisax.de oder rufen Sie an unter 0351/ 828 71 152.


Alle bereits erschienen Interviews der Reihe können Sie hier lesen.

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news-5355 Mon, 24 Aug 2020 11:55:00 +0200 Lebendige Gruppenarbeit – wie kreative Methoden die Selbsthilfe bereichern. aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/lebendige-gruppenarbeit-wie-kreative-methoden-die-selbsthilfe-bereichern/ Der Dozent Manfred Bieschke-Behm, langjährig Aktiver in der Berliner Selbsthilfelandschaft, stellt am 3. September 2020 kreative Methoden in der Selbsthilfeakademie Sachsen vor. Manchmal reicht Reden allein nicht. Der Dozent Manfred Bieschke-Behm, langjährig Aktiver in der Berliner Selbsthilfelandschaft, stellt am 3. September 2020 kreative Methoden in der Selbsthilfeakademie Sachsen vor.

Die Selbsthilfeakademie Sachsen freut sich, Manfred Bieschke-Behm für das Weiterbildungsangebot der Selbsthilfeakademie Sachsen gewonnen zu haben.

Manches lässt sich schwer in Worte fassen

Gerade im Bereich der Selbsthilfe erweisen sich kreative Methoden als hilfreich lösungsorientiert. Sowohl in der Gruppengründungsphase, bei Gruppenkonflikten als auch bei der Themenfindung, Themenbearbeitung und Gruppenarbeit helfen sie, das Miteinander lebendig zu gestalten. Denn:  Oft reicht Reden allein nicht aus, weil sich manches schwer in Worte fassen lässt.

Der Einsatz von kreativen Methoden kann helfen:

  • Barrieren zu überwinden bzw. abzubauen
  • Zusammenhänge besser zu erkennen
  • den Gruppenalltag erfolgreich, lebendig und zielorientiert zu gestalten
  • den Zugang zu Themen – auch zu schwierigen – zu finden bzw. zu erleichtern
  • Neue Perspektiven sicht- und greifbar zu machen
  • dem Einzelnen zu ermöglichen, sich (neu) besser kennezulernen

 

Selbsthilfe: „Das war mit das Beste, was mir passieren konnte!“

Für sich selbst entdeckte Manfred Bieschke-Behm die Selbsthilfe im Jahr 1996: „Das war mit das Beste, was mir passieren konnte!“ Zunächst war er Mitglied von Selbsthilfegruppen, später – und das bis heute – Gruppengründer- und leiter. Als Gründungsmitglied war er viele Jahre im Arbeitskreis Fortbildung in der Selbsthilfe Berlin aktiv. Von 2006 bis 2013 leitete er auch das Selbsthilfenetzwerk Depressionen und Angst Berlin-Brandenburg (SHN). Über die gesamte Zeit hatte er viele Gelegenheiten, kreative Methoden auszuprobieren, weiterzuentwickeln und anzubieten.

Der Workshop „Worte allein genügen oftmals nicht - Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden“ am 03.09.2020 in der Landesgeschäftsstelle des Paritätischer Sachsen verschafft einen Einblick in die große Welt der kreativen Möglichkeiten. Manfred Bieschke-Behm wird erprobte und praxisnahe Methoden vorstellen und den Teilnehmer*innen die Gelegenheit geben, diese gleich auszuprobieren.

Zielgruppe

Mitglieder und Verantwortliche von Selbsthilfegruppen; interessierte Personen, die in der Selbsthilfe aktiv sind oder Interesse an der Arbeit in der Selbsthilfe zeigen

Anmeldung

Hier gelangen Sie direkt zum Anmeldeseite: „Worte allein genügen oftmals nicht - Lebendige Gruppenarbeit durch kreative Methoden“

Aufgrund der begrenzten Plätze bitten wir um eine frühestmögliche Anmeldung.

Hinweise

Das Seminar ist ein kostenfreies Angebot der Selbsthilfeakademie Sachsen einer Zusammenarbeit der AOK Plus - Die Gesundheitskasse für Thüringen und Sachsen, dem Paritätischen Sachsen und der parikom - Paritätisches Kompetenzzentrum für soziale Innovation.


Der Autor: Manfred Bieschke-Behm Leiter und Begleiter von Selbsthilfegruppen, Workshops sowie Buchautor.

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news-5952 Thu, 20 Aug 2020 05:11:00 +0200 Pflege: Dienstplanung neu angehen und Personal binden aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/pflege-dienstplanung-neu-angehen-und-personal-binden/ Seit August 2019 verfolgt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Neustadt/Sachsen e.V. das Projekt Dienstplan(Pflege) 4.0, bei dem familienfreundliche und lebensphasenorientierte Dienstplanungselemente in der Pflege entwickelt werden. Der Verband setzt dabei auf die Beteiligung der Pflegekräfte und trägerübergreifende Kooperationen.  

Seit August 2019 verfolgt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Neustadt/Sachsen e.V. das Projekt Dienstplan(Pflege) 4.0, bei dem familienfreundliche und lebensphasenorientierte Dienstplanungselemente in der Pflege entwickelt werden. Der Verband setzt dabei auf die Beteiligung der Pflegekräfte und trägerübergreifende Kooperationen.

Die Aufgabe, Personal zu gewinnen und zu binden, macht vor den Unternehmen im sächsischen Neustadt nicht halt. Es ist daher wenig verwunderlich, dass diese Themen oben auf der Agenda der regionalen Fachkräfteallianz stehen. Als Geschäftsführer des ASB Neustadt/Sachsen e.V., einem Unternehmen mit rund 700 Beschäftigten, ist es für Alexander Penther selbstverständlich, in diesem Netzwerk mitzuwirken. Mit gleicher Selbstverständlichkeit hält er engen Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Landkreises Sächsische Schweiz - Osterzgebirge. So kam auch die Idee für das Projekt Dienstplan(Pflege) 4.0 auf, das nun über die Fachkräfteallianz gefördert wird.

Ein Schwerpunkt der Personalpolitik des Trägers liegt auf der Mitarbeiter*innenzufriedenheit und dem damit verbundenen Verbleib der Beschäftigten im Verband. „Wir haben in den zurückliegenden Jahren schon einiges getan, um attraktiv für unser Personal zu sein. Dem Dienstplan als zentralem Steuerungsinstrument kam und kommt dabei eine entscheidende Funktion zu. Dennoch stand die Frage im Raum: Wie bekommen wir Zeitplanung, Arbeitszeit und die Wünsche des Teams noch besser zusammen?“, berichtet der Geschäftsführer über die Anlaufphase zum Projekt. Impulse erhielt der Verein unter anderem aus dem Projekt Gelingen-schreibt-Geschichte(n) des ASB-Landesverbandes Sachsen. Dort wurden gute Ansätze der Personalbindung aus den Gliederungen des ASB zusammengetragen.

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, im Projekt die Dienstplanung in der Pflege unter Beteiligung aller Akteur*innen ganz neu zu denken. Der Träger bindet dazu seinen gesamten Pflegebereich mit drei ambulanten Diensten und vier stationären Einrichtungen ein. Im trägerübergreifenden Dialog werden die Ergebnisse zudem mit weiteren Anbietern der Region diskutiert und auf eine mögliche Übertragbarkeit hin überprüft. Die Projektleiterin Franziska Scholz-Gröbe hält die Fäden innerhalb des Trägers sowie zu externen Projektpartnern zusammen. Als Kernziel benennt das Konzept die „Entwicklung eines Handlungsleitfadens zur familienfreundlichen und lebensphasenorientierten Dienstplangestaltung in der (Alten)Pflege.“ Die Ergebnisse werden nach Projektende veröffentlicht und für andere Träger der Altenpflege zugänglich sein.

Pflegekräfte für das Projekt begeistern

„Die Begeisterung in den Einrichtungen bei uns im Verband hielt sich erstmal in Grenzen“, erinnert sich Alexander Penther an die erste Vorstellung des Plans: „Aber das ist bei neuen Ansätzen oder Ideen oft so. Die Befürchtungen der Beschäftigten vor einer zusätzlichen Belastung konnten in den ersten Monaten gut ausgeräumt werden. Das erreichten wir durch die transparente Vorstellung der Projektinhalte und das gezielte Gespräch mit den Mitarbeiter*innen. Viele Sorgen verschwanden, als die Kolleg*innen sahen, dass es eine Projektleiterin gibt, die sich um die Hauptaufgaben kümmert.“

Das Projekt achtet besonders darauf, jene Personen gut einzubinden, die zum Teil schon über Jahre für die Dienstplanungen zuständig sind. Im Gespräch mit diesen Beschäftigten ging es vornehmlich darum, Geleistetes wertzuschätzen und für neue Perspektiven zu werben. Aufzuzeigen, wie unterschiedlich Dienstplanung aussehen kann, obwohl die gleichen Vorgaben herrschen, trug an dieser Stelle oft zum Verständnis bei und weckte außerdem das Interesse, mehr zu erfahren.

Wissen vermitteln und Dialog anregen

In der ersten Schulung für die Teams ging es um verschiedene Dienstplanmodelle, damit alle Beteiligten auf demselben Wissensstand sind. In sich anschließenden Arbeitsgruppen diskutierten die Fachkräfte die vorgestellten Modelle und wogen diese mit der eigenen Praxis ab. Dabei wurde die unterschiedliche Handhabung der Planung in den einzelnen Einrichtungen deutlich. „Interessant wurde es, als konkret gefragt wurde: Warum macht ihr das so? Was hat sich bewährt? So konnten wir schon erste unternehmensinterne Erkenntnisse zusammenstellen, was funktioniert und wie das Personal derzeit am besten erreicht wird. Die Projektleitung wertete die Ergebnisse dann aus und setzte sie mit statistischen Daten ins Verhältnis wie beispielsweise mit Fehltagen, Krankheit oder dem Ausfallmanagement in den jeweiligen Einrichtungen und Diensten“, erklärt der Geschäftsführer. Obwohl die Gespräche verschiedene Dienstplanmodelle zum Ausgang hatten, zeigte sich unter anderem bereits das unterschiedliche Verständnis von Work-Life-Balance zwischen den Altersgruppen. Was für die eine Gruppe normal erscheint, weil es über viele Jahre so gelebt wurde, hinterfragten neue oder jüngere Mitarbeiter*innen.

Schwerpunkt in der ersten Projektphase wird es nun sein, die Ergebnisse im Gespräch mit den jeweiligen Teams auszuwerten. Die Vielzahl an Einrichtungen und Diensten unter dem Dach des ASB Neustadt bietet eine große Fülle an Perspektiven und Ansätzen. Das begünstigt das Ziel, bereits im unternehmensinternen Vergleich erste Lösungen für typische Situationen ableiten zu können. Dies kann einerseits durch Wissenstransfer zwischen den Teams erfolgen und andererseits durch die Kombination verschiedener Ansätze. Die Projektleiterin wird das Vorgehen im Dialog mit den Beschäftigten entwickeln.

Formelle Formate des Austauschs

Alle zwei Monate finden Statustreffen statt, an denen die Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen, die Geschäftsführung sowie die Projektleiterin teilnehmen. Dort werden in großer Runde aktuelle Arbeitsschritte und Projektinhalte besprochen. Vierteljährlich trifft sich zudem ein Dienstplanzirkel, der sich konkret mit der familienfreundlichen Dienstplangestaltung und dem Ausfallzeitenmanagement befasst. Daran beteiligt sind die Projektleitung, Führungskräfte der Einrichtungen, Kooperationspartner und ein Vertreter des Betriebsrats. Eine wichtige Stütze ist ferner die wissenschaftliche Begleitung, bei der sich die Projektleitung monatlich mit der Fachhochschule Dresden über pflegewissenschaftliche Aspekte des Projektes austauscht, wie beispielsweise zu aktuellen Erkenntnissen zu Dienstplanmodellen oder zur Berücksichtigung unterschiedlicher Altersgruppen und Lebenslagen von Mitarbeiter*innen.  Der Projektabschluss ist für Dezember 2022 vorgesehen.


Sie möchten mehr wissen? Sprechen Sie die Projektleitung an:

Franziska Scholz-Gröbe
Projektleiterin Dienstplan (Pflege) 4.0

Tel.: 03596/ 561-30
E-Mail: franziska.scholz-groebe(at)asb-neustadt-sachsen.de


Der Artikel erschien zuerst in Ausgabe 1.2020 unseres Verbandsmagazins anspiel.

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news-5977 Tue, 18 Aug 2020 06:39:00 +0200 Menschenrechte konkret: Verbot der Folter aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/menschenrechte-konkret-verbot-der-folter/ In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: LSVD Sachsen e.V. zu Artikel 5 – Verbot der Folter.  

In der Reihe „Menschenrechte konkret“ erzählen sächsische Organisationen der Sozial- und Bildungsarbeit, was einzelne Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für ihre Arbeit bedeuten. Heute: LSVD Sachsen e.V. zu Artikel 5 – Verbot der Folter.

Diesmal sprachen wir mit Annelie Neumann vom Information Center for LGBTI* Refugees des LSVD Sachsen über die Bedeutung des Artikels 5 und dessen Auswirkungen auf die praktische Arbeit des Vereins.

Welche Rolle spielen diese Aspekte der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ in Ihrer Organisation, wenn Sie an Mitarbeitende oder Zielgruppen denken?

Der Artikel 5 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ spielt in unserer Projektarbeit insbesondere für die Zielgruppe eine zentrale Rolle. Im Information Center for LGBTI* Refugees des LSVD Sachsen beraten wir Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität verfolgt wurden und deshalb in Deutschland Asyl beantragen. Die Aspekte Folter, grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung sowie Strafe waren in der Vergangenheit vieler LSBTI*-Geflüchtete eine reale Furcht oder sind gar traumatische Erinnerungen.  Laut ILGA stehen homosexuelle Handlungen in 69 Ländern offiziell unter Strafe (vgl. ILGA Annual Review 2020).

Wo sehen Sie die größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Bezug auf diese Aspekte der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“?

Aus unserer Projektperspektive ist der Nachweis von Verstößen gegen Artikel 5 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ sehr schwierig. Es reicht häufig nicht, wenn LSBTI*-Geflüchtete von ihren Erlebnissen berichten – die Verstöße müssen bewiesen werden. Dass ein erfolgreicher Nachweis auf Grund der Korruption in den Rechtssystemen der Herkunftsländer und durch die Angst vor weiteren Repressalien jedoch nur schwer möglich ist, wird in deutschen Asylbehörden wenig berücksichtigt. Wir sind in der Projektarbeit häufig mit verzweifelten Opfern von Verstößen gegen Artikel 5 konfrontiert, die durch die Erklärungsnot einer großen Gefahr der Retraumatisierung ausgesetzt sind. Somit gilt es nicht nur, die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ zu wahren, sondern auch einen sensiblen Umgang mit Betroffenen von Verstößen gegen die Erklärung zu pflegen.

Welche Lösungen für diese Herausforderungen sehen Sie?

Problematisch ist, dass innerhalb des Asylverfahrens die Beweislast ausschließlich bei den (queeren) Geflüchteten liegt. Deshalb ist an dieser Stelle vor allem Empathie und Sensibilität im Umgang mit Opfern von Folter und anderen menschenrechtswidrigen Behandlungen geboten. Mitarbeitende von Unterkünften und der Regelstruktur der Geflüchtetenhilfe müssen hier stärker sensibilisiert werden. Das gilt übrigens auch für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Diese Fähigkeiten müssen aktiv erlernt und kontinuierlich in der Praxis evaluiert werden. Die Bereitstellung und Nutzung einer umfassenden Informationslage für eine faktisch realistische, fundierte Kontextualisierung der Erfahrungen ist ebenfalls notwendig.

Was tun Sie in Ihrer Arbeit ganz praktisch dafür, diesen Aspekten der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ gerecht zu werden?

Unsere Zielgruppe ist häufig von Verstößen gegen den Artikel 5 betroffen. Diese Erfahrungen wirken sich unterschiedlich auf die queeren Geflüchteten aus: verinnerlichte Homo-/Transfeindlichkeit, Unsicherheiten, Auswirkungen einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Meist münden die Erfahrungen in soziale Isolation und Einsamkeit. Dem versuchen wir durch unsere spezialisierte Beratungsstelle entgegenzuwirken. Die Beziehung zwischen Berater*innen und Klient*innen wird möglichst vertrauensvoll und niedrigschwellig gehalten. Durch unseren Fokus auf Empowerment möchten wir Klient*innen auffangen, Selbstvertrauen vermitteln und Selbstbestimmung fördern. So wird die Resilienz der Betroffenen gestärkt, um bei solchen Traumata widerstandsfähig zu sein und um diese überstehen zu können.


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - Artikel 5

Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Lesen Sie mehr über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte auf www.institut-fuer-menschenrechte.de


LSVD e.V. ist eine von rund 200 Organisationen, die sich der Erklärung für eine menschenrechtsorientierte Sozial- und Bildungsarbeit in Sachsen angeschlossen haben.

Ihre Organisation möchte die Erklärung ebenfalls unterzeichnen?

Senden Sie eine E-Mail an nicole.boerner(at)parisax.de oder rufen Sie an unter 0351/ 828 71 152.


Alle bereits erschienen Interviews der Reihe können Sie hier lesen.

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news-5951 Thu, 13 Aug 2020 06:02:00 +0200 Frühförderung: Multiprofessionell helfen aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/fruehfoerderung-multiprofessionell-helfen/ Frühförderung setzt auf ein Netzwerk mehrerer Professionen und gewährleistet somit passgenaue Hilfe für Kinder und Eltern. Heike Kirchner von der Gemeinnützigen Känguru Kindertagesstätten Leipzig GmbH gibt einen Einblick in die Interdisziplinäre Frühförderstelle des Trägers. Frühförderung setzt auf ein Netzwerk mehrerer Professionen und gewährleistet somit passgenaue Hilfe für Kinder und Eltern. Heike Kirchner von der Gemeinnützigen Känguru Kindertagesstätten Leipzig GmbH gibt einen Einblick in die Interdisziplinäre Frühförderstelle des Trägers.

Die Entwicklung eines Kindes verläuft in den ersten Lebensjahren rasant. In allen Entwicklungsbereichen werden in dieser Zeit wichtige Grundsteine gelegt. Entwicklungsverzögerungen, Auffälligkeiten oder Beeinträchtigungen kann durch Frühförderung, die bei Kindern im Säuglings-, Kleinkind- oder Vorschulalter ansetzt, rechtzeitig entgegengewirkt werden.

Die Interdisziplinäre Frühförderstelle Känguru begleitet seit vielen Jahren Familien mit ihren Kindern in besonderen Lebenssituationen. Der Leitgedanke „Mit den Eltern für das Kind…“ beschreibt ihren familienorientierten Ansatz.  Die Basis für eine gelingende Begleitung wird deshalb gemeinsam mit den Eltern und mit den jeweils beteiligten Fachkräften aus dem eigenen Team (Ergotherapie, Logopädie) oder auch mit externen Fachkräften (z.B. Kinderheilkunde, Physiotherapie, Psychologie) geformt. Dies erfolgt unter der Voraussetzung einer interdisziplinären Abstimmung und einzelfallbezogen. Der Förderbedarf orientiert sich am Alter und Entwicklungsstand des Kindes, wobei der Fokus auf unterschiedlichen Schwerpunkten liegt. Genannt seien hier unter anderem die Grob- und Feinmotorik, Kommunikation und Sprache oder auch lernzielorientierte und kreative Spieltätigkeit.

Die Förderung kann als Einzelförderung oder Kleingruppenförderung in den Räumlichkeiten der Frühförderstelle, in der Kindertagesstätte oder zu Hause stattfinden. Ziel der Arbeit ist es, Kinder in ihrer Entwicklung so zu unterstützen, dass sie ihre individuellen Stärken entfalten und am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können.

Die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team ermöglicht einen sehr guten Austausch zwischen dem therapeutischen und pädagogischen Personal, was wiederum die Festlegung von Teilzielen und deren Umsetzung ermöglicht. Positiv zu sehen ist zudem die erfolgreiche Einbeziehung der Familien, denen Wertschätzung und Anerkennung entgegengebracht werden. Besonders gut gelingen die Orientierung an Stärken des Kindes und der Familie sowie die Ausrichtung der fachlichen Qualifikation am tatsächlichen Bedarf.

Als schwierig erweist sich hingegen die immer wieder auftretende Diskrepanz zwischen dem Bedarf an Frühförderung und der Kapazität im Team. Dementsprechend hat sich die Känguru Kindertagesstätten Leipzig GmbH entschlossen, ab September 2019 eine Außenstelle in Leipzig-Schönefeld zu eröffnen. Eine Herausforderung ist zudem das kostendeckende Arbeiten, da es immer wieder zu Ausfallstunden (z.B. durch Absagen der Eltern) kommt. Diese Stunden werden vom Kostenträger nicht übernommen.

Die Interdisziplinäre Frühförderstelle Känguru wünscht sich mehr Zeit pro Familie, um weiterführende Angebote (z. B. Eltern- und Erziehungsberatung, Musiktherapie) miteinfließen lassen zu können. Zudem sollten die Möglichkeiten der Frühförderung stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

Weitere Informationen unter: www.kaenguru-leipzig.de


Autorin: Heike Kirchner, Leiterin der Frühförderstelle der Gemeinnützige Känguru Kindertagesstätten Leipzig GmbH

Der Artikel erschien zuerst in der Ausgabe 2.2019 unseres Verbandsmagazins anspiel.

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