Parisax Aktuelle Meldungen https://parisax.de/ Parisax Aktuelle Meldungen de Parisax Mon, 14 Jun 2021 14:16:37 +0200 Mon, 14 Jun 2021 14:16:37 +0200 TYPO3 news-6934 Wed, 02 Jun 2021 01:56:00 +0200 Ein klares NEIN zur Raster-Psychotherapie https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/ein-klares-nein-zur-raster-psychotherapie/ Menschen mit psychischen Leiden müssen schnell Zugang zu Hilfsangeboten bekommen. Die deshalb vom Bundesgesundheitsministerium ins Gespräch gebrachte Raster-Psychotherapie sieht unsere Referentin für Psychiatrie und Sucht allerdings sehr kritisch. Menschen mit psychischen Leiden müssen schnell Zugang zu Hilfsangeboten bekommen. Die deshalb vom Bundesgesundheitsministerium ins Gespräch gebrachte Raster-Psychotherapie sieht unsere Referentin für Psychiatrie und Sucht allerdings sehr kritisch.

In letzter Sekunde hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine Änderung im Rahmen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung vorgenommen, die im Falle der Umsetzung einen tiefgreifenden Einschnitt in die Therapieentscheidung der Psychotherapeut*innen markieren würde. Der vom BMG vorgebrachte Vorschlag zur sogenannten Raster-Psychotherapie verfolgt in erster Linie das Ziel, die Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu verkürzen. Grundsätzlich ist das zu begrüßen, aber das gewählte Verfahren erscheint schlichtweg ungeeignet, da es den individuellen Bedarf der Patient*innen vollkommen außer Acht lässt.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass mit Hilfe eines Rasters auf Grundlage der gestellten Diagnose schon vor Behandlungsbeginn ein festes Stundenbudget genehmigt werden soll. Dabei bleiben die individuellen Problemlagen der Patient*innen und die Bedeutung des Beziehungsaufbaues zwischen Therapeut*in und Patient*in vollkommen unberücksichtigt. Die geplante zeitliche Normierung setzt nicht nur die Beteiligten unter Druck, sondern gefährdet vor allem den Erfolg der gesamten Therapie. Infolge dessen würde der Leidensdruck der Patient*innen nicht gemindert und im schlimmsten Fall tritt eine Manifestierung oder Chronifizierung der psychischen Erkrankung ein. Ein Schaden für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt.

Die Kritik an dem Vorschlag ist breit und mit dessen Bekanntwerden ging ein Aufschrei durch die Fachverbände. So kritisierte beispielsweise der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer das BMG sehr deutlich. Eine derartige gesetzliche Regelung markiere seiner Auffassung nach „das Ende qualitativ hochwertiger und an den einzelnen Patient*innen orientierter Versorgung“.

Natürlich müssen Lösungen geschaffen werden, um eine schnellere psychotherapeutische Versorgung gewährleisten und damit die bestehenden Defizite abbauen zu können. Eine Raster-Psychotherapie ist es aber definitiv nicht. Das Ministerium sollte sein Augenmerk vielmehr auf eine Reform der Bedarfsplanung lenken. So könnte die Wartezeit auf die erste Therapie-Sitzung auf höchstens vier Wochen verringert werden und ein nahtloser Übergang in die psychotherapeutische Behandlung wäre möglich.

Gesundheit ist ein sensibles und wertvolles Gut. Insbesondere bei psychischen und seelischen Erkrankungen ist die individuellen Situation aller Patient*innen zu berücksichtigen, um mittels Therapie einen aussichtsreichen Weg beschreiten zu können. Starre Zeitvorgaben und Raster sind an dieser Stelle das denkbar ungünstigste Mittel für die Gesundung von Kopf und Geist. Den Mitarbeitenden des BMG sei an dieser Stelle empfohlen, die ökonomische Brille abzunehmen. Denn sie liefert nur ein Zerrbild dessen, was erkrankte Menschen für die Genesung benötigen.

Der Vorstoß des BMG fordert uns auf, wachsam zu bleiben und auf nachhaltige und zielführende Reformen der Psychotherapieleitlinien zu drängen. Es liegen gute Vorschläge auf dem Tisch. Kommen wir ins Gespräch und denken wir dabei immer an das Wichtigste: Jene Menschen, die ein Therapieangebot brauchen.


Kontakt:

Doreen Voigt, Referentin Sucht und Sozialpsychiatrie

Tel.: 0341 - 961 746 2
E-Mail: doreen.voigt(at)parisax.de

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news-6879 Tue, 25 May 2021 15:23:00 +0200 Ehrenamtsagentur Sachsen setzt sich für freiwilliges Engagement im Freistaat ein https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/ehrenamtsagentur-sachsen-setzt-sich-fuer-freiwilliges-engagement-im-freistaat-ein/ Seit März 2021 ist die Ehrenamtsagentur (EAA) Sachsen als landesweite Fach- und Servicestelle für den Bereich Ehrenamt im Freistaat aktiv. Die EAA möchte das bürgerschaftliche Engagement in Sachsen nachhaltig stärken.  

Seit März 2021 ist die Ehrenamtsagentur (EAA) Sachsen als landesweite Fach- und Servicestelle für den Bereich Ehrenamt im Freistaat aktiv. Die EAA möchte das bürgerschaftliche Engagement in Sachsen nachhaltig stärken.

Dienstagnachmittag in der Dresdner Bürogemeinschaft der JUST Jugendstiftung Sachsen: Das Projektteam der Ehrenamtsagentur Sachsen (EAA) trifft sich zum wöchentlichen Meeting, um die Anfragen, Neuigkeiten und Planungen zu besprechen, die für die neue Woche anstehen. Martin Schmidt, Annett Schudeja und Doreen Teichner sind die Gesichter hinter der Ehrenamtsagentur Sachsen. Nach der Devise „Miteinander stark! Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des ehrenamtlichen Engagements“, setzt sich das Trio für bürgerschaftliches Engagement in Sachsen ein.

Ansprechpartner für sächsische Ehrenamtsakteure

Die Ehrenamtsagentur Sachsen wurde im März 2021 als landesweite Fach- und Servicestelle für den Bereich Ehrenamt im Freistaat gegründet. Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt engagiert sie sich für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Förderung von ehrenamtlichen Aktivitäten in allen sächsischen Regionen. Dabei setzt die EAA auf drei Säulen: Information und Beratung, Vernetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Landesweiter Austausch und Koordination freiwilligen Engagements

Laut dem Freiwilligensurvey des Bundesfamilienministeriums engagieren sich deutschlandweit etwa 28,8 Millionen Menschen freiwillig - Tendenz steigend. Die Bedeutung Ehrenamtlicher zeigt auch die 2021 erschienene Studie der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung „Engagement in Sachsen“, wonach 85 Prozent der Vereine in Sachsen ausschließlich mit freiwillig Engagierten arbeiten.

Die Erhebung macht zudem deutlich, dass es in Sachsen bereits eine breite Vielfalt an organisiertem ehrenamtlichen Engagement gibt. Gleichzeitig besteht ein dringender Bedarf an handlungsfeldübergreifendem Austausch und Koordination, um nachhaltige, engagementpolitische Strukturen aufzubauen. Ebenso ist es wichtig, den Boden für zivilgesellschaftliche Engagement-Strategien unter Berücksichtigung der Parameter des gesellschaftlichen Wandels, wie Digitalisierung, Globalisierung, Urbanisierung und demographische Entwicklung zu ebnen.

Genau diese Ziele hat sich die Ehrenamtsagentur Sachsen gesetzt. „Aktuell lernen wir die Akteure des bürgerschaftlichen Engagements in Sachsen, ihre Herausforderungen und Bedarfe kennen und leiten daraus die nächsten Schritte ab“, so Martin Schmidt, Projektkoordinator der EAA. Für 2021 sind neben synergiefördernden Netzwerktreffen, auch Werkstätten geplant, um den Fortbildungsbedarf für Ehrenamtliche kennenzulernen. Eine weitere wichtige Aufgabe des Projektes ist die Stärkung der sächsischen Anerkennungskultur von freiwilligem Engagement. Hier will die EAA durch Öffentlichkeitsarbeit sowie Kampagnen das Bewusstsein für die Relevanz und Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit fördern. „Wir möchten alle Einrichtungen und Träger, Freiwilligenagenturen und Netzwerke aus dem Bereich Ehrenamt im Freistaat sowie Menschen, die Interesse am Ausbau gesellschaftlicher Teilhabe haben, herzlich einladen, sich mit uns gemeinsam an diesem Prozess zu beteiligen“, ruft Martin Schmidt auf.


Nähere Informationen zur Ehrenamtsagentur Sachsen finden Sie unter: www.ehrenamt-sachsen.de

Ihr Kontakt zum Team der Ehrenamtsagentur Sachsen:
E-Mail: info(at)ehrenamt-sachsen.de
Tel.: 0351/ 8104 1132


Autorin: Doreen Teichner, Ehrenamtsagentur Sachsen

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news-6893 Mon, 24 May 2021 12:18:00 +0200 Aktionskongress "Armut? Abschaffen!" 10. - 12. Juni (online) https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/aktionskongress-armut-abschaffen-10-12-juni-online/ Auf den Aktionskongress sollen gemeinsam Strategien erarbeitet werden, um armutspolitischen Forderungen mehr Gehör in der Öffentlichkeit und Politik zu verschaffen und den Druck für Veränderung erhöhen. Auf den Aktionskongress sollen gemeinsam Strategien erarbeitet werden, um armutspolitischen Forderungen mehr Gehör in der Öffentlichkeit und Politik zu verschaffen und den Druck für Veränderung erhöhen.

Die Konzepte zur Armutsbekämpfung liegen auf dem Tisch. Doch die Armut in Deutschland steigt weiter. Schon vor Corona hat sie ein Rekordniveau erreicht. Mit der Krise droht die Ungleichheit weiter zuzunehmen. Dagegen wollen wir uns gemeinsam fortbilden, vernetzen und handeln: Während des digitalen Aktionskongresses gegen Armut vom 10. - 12. Juni 2021.

Strategien gegen Armut vor Ort

Ein Schwerpunkt des Kongresses liegt auf der sozialen Arbeit mit und für einkommensarme Menschen vor Ort. Wo brennt es, mit welchen Ideen und Initiativen wird gegen Armut vorgegangen und welche politischen Forderungen ergeben sich daraus? Welche Beispiele aus der Alltagspraxis, Geschichten, Anekdoten, Erfahrungen oder auch Erkenntnisse gibt es, wie wir beim Thema Armutsbekämpfung weiterkommen bzw. welche Hürden müssen hier stärker in den Blick genommen werden? Wir freuen uns auf Praxiseinblicke u.a. in die Arbeit von, für und mit Wohnungslosen, von Beschäftigungsinitiativen, zu Kinder-, Familien und Altersarmut, in Projekte von Migrant*innen und Menschen mit Behinderung.

Menschen Gehör verschaffen, Armut abschaffen!

Mit dem Kongress wollen wir einen Beitrag zur selbstbestimmten Vernetzung von Menschen leisten, die Armut in diesem reichen Land leid sind und nicht bereit sind, diese weiter hinzunehmen. Ob selbst betroffen oder nicht - wir laden alle ein, die Armut abschaffen wollen, sich im Rahmen des Aktionskongresses mit ihren Ideen einzubringen und mit uns gemeinsam ein starkes Signal auch Richtung Bundestagswahl zu setzen. 

Besonders freuen wir uns dabei über die Teilnahme und Impulse von Menschen, die selbst einkommensarm sind oder Armutserfahrungen haben und bieten mit dem Kongress ein Forum, sich in respektvoller und wertschätzender Atmosphäre mit eigenen Beiträgen einzubringen. Ein herzlicher Dank bereits jetzt an alle, die im Rahmen des Pilotprojekts zur digitalen Teilhabe von Armut betroffener Menschen, an der Vorbereitung und Umsetzung des Kongresses mitwirken, u.a. im Rahmen geich mehrerer Videoclip-Produktionen, die beim Kongress Premiere haben werden.

Zivilgesellschaft in Aktion

Die zivilgesellschaftliche Vernetzung im Kampf gegen Armut ist uns ein besonderes Anliegen. In Vorträgen, Debatten und Workshops werden wir beleuchten, wie öffentlicher Druck zu gesellschaftlichem Wandel beitragen kann. 

Wir freuen uns auf Impulse von und den Austausch u.a. mit Anna Mayr (Autorin “Die Elenden: Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht” und seit 2020 Redakteurin im Hauptstadtbüro der ZEIT in Berlin), Hartz-IV-Aktivistin Inge Hannemann sowie Vertreter*innen von Fridays For Future, den Initiativen “Deutsche Wohnen & co enteignen“ und “Wer hat, der gibt”, dem Bündnis „AufRecht bestehen“ sowie viele weitere zivilgesellschaftliche Partner*innen u.a. dem DGB.

Während des gesamten Kongresses werden wir Themen, Meinungen und Ideen sammeln, die wir aktionsorientiert zusammenführen wollen: Wie können wir den politischen Druck erhöhen? Was kann jede*r einzelne von uns dazu beitragen, damit keine Partei das Thema Armut länger ignorieren kann? Ziel ist es, am Ende des Kongresses motiviert und gestärkt herauszugehen mit vielen neuen Kontakten und konkreten Aktionsideen für die Monate bis zur Bundestagswahl.

Alle weiteren Informationen lesen Sie auf der Website des Gesamtverbandes: www.der-paritaetische.de

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news-6877 Tue, 18 May 2021 14:11:52 +0200 Interview: "Die sozialen Projekte beim ASB in Sachsen sind vielfältig." https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/interview-die-sozialen-projekte-beim-asb-in-sachsen-sind-vielfaeltig/ Zum 1. März 2021 trat Victoria Poppe die Geschäftsführung des Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen an. Wir sprachen mit ihr über die aktuellen Herausforderungen für die Soziale Arbeit und ihre Vorstellung von der künftigen Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Sachsen. Zum 1. März 2021 trat Victoria Poppe die Geschäftsführung des Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen an. Wir sprachen mit ihr über die aktuellen Herausforderungen für die Soziale Arbeit und ihre Vorstellung von der künftigen Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Sachsen.

Frau Poppe, wie waren die ersten zwei Monate in Ihrer neuen Position?

Victoria Poppe: Mein Arbeitsstart beim ASB Landesverband war äußerst positiv und durch eine Vielzahl neuer Eindrücke gekennzeichnet. Die neuen Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen haben mich herzlich empfangen. Die inhaltliche Breite, die Themenvielfalt und die sozialen Projekte beim ASB sind beeindruckend. Darauf freue ich mich sehr. Auch Projekte für Menschen in schwierigen Lebenslagen sind mir schon lange eine Herzensangelegenheit.

Ihr Start als Geschäftsführerin fällt in keine leichte Zeit. Worin sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für die Soziale Arbeit in Sachsen?

Victoria Poppe: Die größte Herausforderung sehe ich aktuell im Corona-Virus. Nicht nur für die soziale Arbeit in Sachsen, sondern generell. Seit mehreren Monaten dominiert das Thema das Tagesgeschäft sämtlicher Branchen und beeinflusst den Alltag immens bzw. wird auch unseren langfristig verändern.

Der ASB und seine Untergliederungen sind wichtige und aktive Mitglieder im Paritätischen Sachsen. Ihr Amtsvorgänger war dem Paritätischen sehr eng verbunden. Hatten Sie schon Berührungspunkte zum Spitzenverband und was ist Ihre Erwartung an die künftige Zusammenarbeit?

Victoria Poppe: Es ist mir wichtig, weiterhin konstruktiv und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Ich freue mich auf den persönlichen Austausch und das Kennenlernen mit dem Paritätischen.

Wie sehen Ihre Pläne für die kommenden Wochen aus?

Victoria Poppe: Ich möchte mir einen aktuellen Überblick über die innerverbandliche Themenvielfalt verschaffen und die neuen Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen kennenlernen. Die sozialen Projekte beim ASB in Sachsen sind vielfältig. Ich freue mich auf die persönlichen Besuche der regionalen Gliederungen und zahlreiche Einblicke in deren Portfolios zu bekommen. Die Leistungsfähigkeit der Gliederungen mit großem Engagement zu unterstützen und ihre Interessen auf Bundesebene zu vertreten ist eine wunderbare Aufgabe, auf die ich mich freue.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten und gutes Gelingen!


Das Interview führte Thomas Neumann, Referent für Verbandskommunikation des Paritätischen Sachsen.

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news-6862 Wed, 12 May 2021 09:35:06 +0200 Liga Chemnitz: Einblicke – Unser Roter Faden heißt Pflege https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/liga-chemnitz-einblicke-unser-roter-faden-heisst-pflege/ Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflegenden - der zweite in der Corona- Pandemie. Die Liga Chemnitz erstellte ein Video zur aktuellen Lage und dankt allen Beschäftigten. Ein Jahr Corona hat auch in den Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege tiefe Spuren hinterlassen. Besuchsverbote und Besuchsmöglichkeiten nur unter besonderen Auflagen in unseren stationären Einrichtungen bis heute, ständig wechselnde Verordnungen, Arbeiten unter erschwerten Bedingungen, wie Masken- und Testpflichten, die ständige Sorge, andere und sich selbst zu infizieren. Die Sorge, wie vereinbare ich meine Familie mit dem Dienstplan, der sich aufgrund von Quarantäne von Kolleg*innen oder Kindern immer wieder spontan ändert und wie kann ich doch für die pflegebedürftigen Menschen das sein. Das alles sind Bedingungen, die die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen und nicht zuletzt die Pflegenden seit mehr als 12 Monaten begleiten.

Im Herbst und im Winter 2020 hat die Corona-Pandemie unsere Einrichtungen besonders hart getroffen. Ohne Solidarität und Hilfe der Mitarbeiter*innen untereinander, ohne Einsatz der Bundeswehr und ohne die vielen freiwilligen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und „Coronahelfer*innen“, die auf Familie, Freizeit und Freunde verzichtet haben, um bei der Pflege, Betreuung und beim Testen zu unterstützen, wäre diese Ausnahmesituation nicht zu meistern gewesen.

Die Einschnitte dieser außerordentlichen Zeit wirken noch immer bei vielen nach.

Daher ist es der Liga der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in Chemnitz auch in diesem Jahr ein besonderes Bedürfnis, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen rund um die Pflege und Betreuung hilfsbedürftiger Menschen großen Respekt, Anerkennung und einen herzlichen Dank zu übermitteln. DANKE für die kleinen und großen Wunder, die SIE, die Mitarbeiter*innen des „P(flege)- Teams“ nicht nur in dieser Zeit geschaffen haben.

Dabei geht es nicht nur um die Pflege der Bewohner*innen und Patienten sondern auch um die „im Hintergrund“ agierenden Personen. Pflege und Betreuung ist immer ein komplexes Zusammenspiel aus vielen Bereichen, einem „P(flege)-Team“. Jedem einzelnen gebührt dabei Wertschätzung und Anerkennung. Der Portraitfilm zum Tag der Pflege am 12. Mai gewährt Einblicke in den Pflegealltag mit all seinen Facetten.

Das Video können Sie sich auf dem youtube-Kanal der Liga Chemnitz ansehen: https://youtu.be/zRYSrk9SupM

Quelle: www.liga-chemnitz.de

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news-6855 Mon, 10 May 2021 09:09:00 +0200 Jugendhilfe: Die Reform ist da. Oder: Der erste Schritt ist getan. https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/jugendhilfe-die-reform-ist-da-oder-der-erste-schritt-ist-getan/ Lange wurde sie diskutiert, die Reform der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialgesetzbuch VIII. Nun ist sie von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden. Hartmut Mann, Referent für Kinder- und Jugendhilfe des Paritätischen Sachsen, kommentiert das Gesetz. Lange wurde sie diskutiert, die Reform der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialgesetzbuch VIII. Nun ist sie von Bundestag und Bundesrat beschlossen worden. Hartmut Mann, Referent für Kinder- und Jugendhilfe des Paritätischen Sachsen, kommentiert das Gesetz.

Der Bundesrat hat am 7. Mai quasi in letzter Minute vor dem Ende der Legislaturperiode dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz zugestimmt. Die Entscheidung wurde mit Spannung erwartet, weil die Zustimmung nicht sicher schien. Ein Entschließungsantrag weist darauf hin, dass vor allem wesentliche Finanzierungsfragen der Reform des SGB VIII aus Sicht der Länder und Kommunen ungeklärt sind. Man habe dennoch zugestimmt und erwarte vom Bund, dass diese Fragen im Zuge der im Gesetz verankerten Begleitevaluation ab 2024 ernsthaft in den Blick genommen und geklärt werden.

Lang erwartete Änderungen werden nun zur Praxis

In Kürze werden viele seit mehr als fünf Jahren diskutierte Änderungen wirksam, die fachlich überwiegend positive Bewertung erfahren. Dazu gehören das Einbinden der unabhängigen ombudschaftlichen Beratung in das SGB VIII, die Förderung von Selbstvertretung und Selbsthilfe von jungen Menschen und Eltern, ein uneingeschränkter Beratungsanspruch von Kindern und Jugendlichen, Verbesserungen im Pflegekinderwesen, Nachbesserungen beim Anspruch junger Volljähriger auf Hilfe zur Erziehung und eine deutlich reduzierte Kostenheranziehung zur stationären Hilfe zur Erziehung, die als lange überfällig galt. Die Erwartungen an die Träger von erlaubnispflichtigen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe werden weiter erhöht. Der Beratungsauftrag des Jugendamtes wird nachgeschärft. Niedrigschwellige Hilfeangebote für die Kinder von psychisch kranken Eltern wurden zuletzt dem § 20 SGB VIII zugeordnet, sollen also keine Hilfe zur Erziehung darstellen.

Sachsen hat erneut die schon einige Jahre zurückliegende Forderung eingebracht, die Schulsozialarbeit ausdrücklich im SGB VIII zu verankern. Nun ist sie drin - mit einem Landesvorbehalt, nach dem das Bundesland die Zuständigkeit, ob in der Jugendhilfe oder in der Schulverwaltung, auf eigene Weise regeln kann.

Kommunen und Landkreise als Flaschenhals der Leistungen

Gemessen an dem, was in den letzten fünf Jahren in Form von Änderungsentwürfen zum SGB VIII bekannt und fachlich kritisiert wurde, ist das Ergebnis recht positiv zu bewerten. Hinsichtlich der im Gesetz verankerten Verbindung der Hilfe zu Erziehung mit anderen Jugendhilfeleistungen gibt es jedoch die Sorge, die Kommunen könnten dies nutzen, um nach Art und Umfang angemessene Hilfen im Einzelfall zu vermeiden. Es kommt nun darauf an, was die Landkreise und Kreisfreien Städte daraus machen. Und das gilt es aktiv und aufmerksam zu begleiten.

Inklusion kommt zu kurz

Die inklusive Ausgestaltung des SGB VIII wird mit dem neuen Gesetz lediglich begonnen. Sie soll in mehreren Stufen greifen und ab 2028 auf Grundlage eines noch zu entwickelnden Gesetzes ausgestaltet werden. Bis dahin sollen die Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen unverändert bleiben, so wie sie im SGB IX geregelt sind. Dieser Zustand hat heute schon eine Reihe von Problemen zur Folge. Die Bearbeitung dieser Spannungsfelder und die Vorbereitung auf den Übergang ins SGB VIII werden zentrale Themen der nächsten Jahre sein. Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch – seitens des Paritätischen. Teilhabe muss in der Kinder- und Jugendhilfe besser gelingen. Dafür werden wir uns als Verband stark machen.


Kontakt:

Hartmut Mann (Referent Kinder-und Jugendhilfe)

Tel.: 0351 828 71 144
E-Mail: hartmut.mann@parisax.de

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news-6757 Tue, 27 Apr 2021 06:02:00 +0200 Corona und die Entzauberung des Home Office https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/corona-und-die-entzauberung-des-home-office/ Mit der zunehmenden Ausbreitung des Corona-Virus erkannten viele Unternehmen den Mehrwert der Digitalisierung und schickten ihre Mitarbeiter*innen reihenweise ins Home Office. Eine tolle Option. Oder doch nicht? ...fragt Sabine Mallschützke, Personalreferentin des Paritätischen Sachsen. Mit der zunehmenden Ausbreitung des Corona-Virus erkannten viele Unternehmen den Mehrwert der Digitalisierung und schickten ihre Mitarbeiter*innen reihenweise ins Home Office. Eine tolle Option. Oder doch nicht? ...fragt Sabine Mallschützke, Personalreferentin des Paritätischen Sachsen.

Ein Traum für viele Arbeitnehmer*innen: Verpennt, im Schlafanzug, mit der ersten Tasse Kaffee in der Hand den Laptop aufklappen und dabei die ersten E-Mails lesen. Duschen kann man dann ja zwischendurch – wenn überhaupt. Als diese Situation jedoch zu einem wochenlangen, teilweise verordneten Zustand wurde und neben Home Office oder mobilem Arbeiten auch der Schulbetrieb in den eigenen vier Wänden stattfinden musste, kamen erste Zweifel auf. Mit schmerzendem Rücken durch die wochenlange gebeugte Sitzhaltung am Küchentisch und mit müden Augen aufgrund der Arbeitszeitverlagerung in die frühen Morgen- bzw. späten Abendstunden wurde das externe Büro zum Sehnsuchtsort. So hatte man sich das Home Office nicht vorgestellt.

Zweifelsfrei ist die Corona-Pandemie eine Ausnahmesituation, wie sie bisher auch in der Arbeitswelt nicht vorkam. Das Home Office wurde dadurch zum großangelegten Feldversuch und seine Vor- und Nachteile traten offen zu Tage. Nach dem Abflachen der ersten Corona-Welle steht nun die Frage im Raum, was davon übrigbleibt und ob sich die Arbeitswelt nachhaltig verändern wird.

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) untersuchte gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) die Auswirkungen und zog erste Rückschlüsse. Die Autor*innen gehen davon aus, dass sich das Home Office als Teil der Arbeitswelt dauerhaft etablieren wird. Allerdings bedarf es nach dem Kaltstart vieler Unternehmen in diese Form der Arbeitsgestaltung nun einer Bilanzierung, um Schwachstellen zu identifizieren und das Home Office als dauerhaftes Arbeitsmodell auszugestalten. Unabdingbar scheint ein Wandel der jeweiligen Unternehmenskultur hin zu Strukturen und Prozessen, die Home Office ermöglichen, ohne dass sich Mitarbeiter abgehängt fühlen, Arbeitgeber den Kontakt zu ihren Angestellten verlieren oder die Arbeit nicht zufriedenstellend erfüllt werden kann.

Auch in der Sozialwirtschaft wird ein „Das geht bei uns nicht.“ zukünftig nicht mehr ausreichen. Sicher sind viele Aufgaben nicht im Home Office möglich. Dennoch gibt es Tätigkeiten, die auch daheim erbracht werden können. Träger sind gefordert, Wege zu finden, wie sie Beschäftigten diese Option eröffnen können. Das Potential des Instruments ist für die Mitarbeitergewinnung und -bindung nicht zu unterschätzen.

Der Gesetzgeber muss sich ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzen. In Verordnungen und Gesetzen finden sich lediglich die Begriffe „mobile Arbeit“ (gelegentliches Arbeiten außerhalb des Büroarbeitsplatzes) und „Telearbeit“ (dauerhafter Heimarbeitsplatz). Letzterer klingt mehr nach den Achtzigerjahren und Telefondienst, als nach digitaler Zusammenarbeit und dem Jahr 2020. Das führt zu Verunsicherungen auf Arbeitgeberseite und hemmt, Home Office als Option in der heutigen Arbeitswelt zu etablieren. Auch rechtlich wird es daher ohne Modernisierung nicht gehen.


Der Artikel erschien zuerst in der Septemberausgabe 2020 des Verbandsmagazins anspiel.

Das gesamte Heft "Corona - und was nun?" lesen Sie hier.

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news-6787 Fri, 23 Apr 2021 14:18:22 +0200 Wurden Sie heute schon diskriminiert? https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/wurden-sie-heute-schon-diskriminiert/ Diskriminierung betrifft doch nur Minderheiten. Wirklich? Wie tritt sie auf und ab wann wird es als Diskriminierung empfunden? Mit einer Online-Befragung möchte der Freistaat Sachsen das näher beleuchten und lädt zur Beteiligung ein. Diskriminierung betrifft doch nur Minderheiten. Wirklich? Wie tritt sie auf und ab wann wird es als Diskriminierung empfunden? Mit einer Online-Befragung möchte der Freistaat Sachsen das näher beleuchten und lädt zur Beteiligung ein.

Immer wieder ist von Fachkräften der Sozial- und Bildungsarbeit zu hören, dass Diskriminierungserfahrene die Beratungsangebote aufsuchen. Die Bandbreite der erlebten Diskriminierung ist vielfältig und im Kern doch sehr ähnlich. Sie hinterlässt oft Spuren der Angst, Trauer oder des Frustes.

Es gibt Berichte über Wohnungs- oder Arbeitsuchende, die immer wieder Ablehnungen erhalten, weil sie beispielsweise einen arabisch- oder russischklingenden Namen tragen. Oder Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, weil bekannt wurde, dass sie HIV positiv sind. Berichte über regelmäßige anlasslose Kontrollen auf Bahnhöfen oder in Straßenbahnen bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe gehört ebenso in die Aufzählung. Wie auch das coronabedingte Besuchsverbot im Krankenhaus, dass unter anderem unverheirateten lesbischen Paare nach der Geburt des gemeinsamen Kindes hart trifft. Diskriminierung hat viele Gesichter und begegnet jede*n einzelnen ganz persönlich.

Vor diesem Hintergrund sagt Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen:

„Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Bildung können zuhören, unterstützen und bestärken - verhindern können sie die Diskriminierung leider selten alleine. Gesellschaftliche Achtsamkeit und politischer Handlungswille sind hier ebenso gefragt. Der Aufbau spezifischer Beratungsstrukturen und die unlängst begonnenen Sensibilisierungsmaßnahmen des Freistaates Sachsen sind ein wichtiger Schritt, um Diskriminierung weiter zurückzudrängen.

Erfreulich ist zudem, dass die aktuell laufende Online-Befragung zu Diskriminierungserfahrungen in Sachsen dazu beiträgt, Diskriminierung besser zu verstehen. Das gewonnen Wissen kann dazu beitragen, wirkmächtige Ansätze zu entwickeln, um Diskriminierung erfolgreicher entgegenzutreten.

Ich möchte dazu einladen, dass sich möglichst viele Menschen an der Befragung beteiligen, damit ein breites Erfahrungsbild entsteht. Bitte nehmen Sie sich die Zeit und machen Sie mit!“


Nähere Informationen zur Befragung lesen Sie hier.

An der Umfrage teilnehmen kann jeder Mensch in Sachsen über die Webseite www.diskriminierung-sachsen.de

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news-6756 Thu, 22 Apr 2021 06:55:00 +0200 Alles anders? Bildung in den Freiwilligendiensten https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/alles-anders-bildung-in-den-freiwilligendiensten/ Seminare und Bildungstage sind fester Bestandteil eines Freiwilligendienstes. Doch 2020 war alles anders. Auch die Paritätischen Freiwilligendienste mussten sich hinsichtlich der Bildung den neuen Gegebenheiten anpassen, wie Bereichsleiterin Katrin Ventzke berichtet. Seminare und Bildungstage sind fester Bestandteil eines Freiwilligendienstes. Doch 2020 war alles anders. Auch die Paritätischen Freiwilligendienste mussten sich hinsichtlich der Bildung den neuen Gegebenheiten anpassen, wie Bereichsleiterin Katrin Ventzke berichtet.

Insgesamt 25 Seminartage verbringen Freiwillige zusammen in meist größeren Gruppen von 20 bis 30 Personen. Neben dem jeweiligen Weiterbildungsthema ist es vor allem der Austausch über das Erlebte in den Einsatzstellen oder die Diskussion gesellschaftlicher Fragen, was diese Bildungstage ausmacht. Mitte März war jedoch klar, dass die lange im Voraus geplanten Seminare und Bildungstage nicht in der bisherigen Form stattfinden können. Sie abzusagen war besonders schmerzhaft, da die Vorbereitungsgruppen bereits viel Arbeit in die Gestaltung investiert hatten. Interessante Seminarprogramme fielen im März 2020 ebenso aus wie die ersehnten Begegnungen. Die Prioritäten hatten sich verschoben. An oberste Stelle traten nun der Gesundheitsschutz und das solidarische Verhalten, insbesondere gegenüber Risikogruppen.

Anstatt der Seminartage wurde der Kontakt zu allen Freiwilligen und Einsatzstellen über andere Kommunikationswege wie Telefon, E-Mail und Videokonferenzen intensiviert. Ging es anfangs noch um das Vermitteln von Sicherheit, die neuen Regelungen und die Kontaktpflege, so diskutierte das Team schon bald über digitale Bildungsangebote. Dafür wurden unterschiedliche Plattformen und Tools getestet und ab Mai starteten die ersten Online-Seminare. Die Versuche reichten von Tagesveranstaltungen bis hin zu ganzen Seminarwochen, in denen Freiwillige sich über Videokonferenzen an Workshops und Praxisreflexionsrunden beteiligten. Viele Freiwillige waren dankbar, wieder im Austausch sein zu können, neue Anregungen zu bekommen und insbesondere ihre Corona-Erfahrungen zu teilen. Seit Juni finden wieder Präsenzseminare statt. Die Gruppen sind kleiner, aber umso motivierter.

Für viele Freiwillige ist die Präsenzbildung unverzichtbar, wie das Ergebnis einer aktuellen Befragung unserer Freiwilligen zeigt. Sie erleben Bildungstage als produktiv, motivierend und erfahrungsintensiv. Besonders dem persönlichen Kontakt zu anderen Freiwilligen wird eine hohe Bedeutung beigemessen, um die eigene Sichtweise mit neuen Perspektiven zu ergänzen. Aber auch die digitalen Angebote wurden durchaus positiv bewertet, denn wegfallende Anreisen erlauben eine bessere Vereinbarkeit mit familiären Verpflichtungen und ermöglichen zum Beispiel die Teilhabe für Risikogruppen. Voraussetzung dabei ist die gute technische Ausstattung aller Beteiligten.

Corona hat uns gestresst. Jetzt wollen wir stressfrei prüfen, wie wir auch mit digitalen Angeboten Freiwillige erreichen können, die wir bisher weniger erreicht haben. Hier wollen wir Übungsräume für digitales Lernen schaffen. Genauso ist uns jedoch noch einmal deutlich geworden, wie kostbar miteinander verbrachte Zeit ist. Wenn Bildung ausfällt, dann fehlt uns die wertvolle Begegnung. Sie vermittelt Anerkennung und Stärkung, die für Freiwilligendienste unverzichtbar sind. Gleichzeitig gilt: Digitale Angebote können den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, aber gut ergänzen.


Der Artikel erschien zuerst in der Septemberausgabe 2020 des Verbandsmagazins anspiel.

Das gesamte Heft "Corona - und was nun?" lesen Sie hier.

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news-6755 Tue, 20 Apr 2021 05:40:00 +0200 Online- und Präsenzseminare neu kombinieren https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/online-und-praesenzseminare-neu-kombinieren/ Weit über 2000 Personen nutzen jährlich die Weiterbildungsangebote des Paritätischen Sachsen. Die Zahlen für dieses Jahr werden wohl niedriger ausfallen. Wie sich die Corona-Pandemie auf den Weiterbildungsbereich des Paritätischen Sachsen auswirkt, erzählt uns Juliane Röder, Teamleiterin Weiterbildung. Weit über 2000 Personen nutzen jährlich die Weiterbildungsangebote des Paritätischen Sachsen. Die Zahlen für dieses Jahr werden wohl niedriger ausfallen. Wie sich die Corona-Pandemie auf den Weiterbildungsbereich des Paritätischen Sachsen auswirkt, erzählt uns Juliane Röder, Teamleiterin Weiterbildung.

Frau Röder, für 2020 hatten Sie fast 250 Seminare geplant. Was dachten Sie, als klar wurde, dass Sie dies so nicht umsetzen können?

Juliane Röder: Zunächst war ich sehr geschockt. Die Beschränkungen waren ja recht plötzlich umzusetzen und mir wurde klar, dass wir ab Mitte März bis auf weiteres alle noch kommenden Veranstaltungen absagen müssen. Vor allem standen einige neue Seminare an, die schon sehr gut gebucht waren. Das machte mich schon etwas traurig, da wir viel Kraft in die Vorbereitung investiert hatten. Doch es war völlig richtig, die Beschränkungen so konsequent umzusetzen. Die Gesundheit der Teilnehmenden, Dozent*innen und natürlich auch der Mitarbeiterschaft geht eindeutig vor!

Wie ist das Weiterbildungsteam mit der neuen Situation umgegangen?

Juliane Röder: Natürlich gab es zunächst viele Fragen und Unsicherheiten, weil die Situation so neu und unberechenbar war. Es gab fast täglich neue Informationen. Doch diese herausfordernde Lage hat mir gezeigt, was für ein wunderbares Team wir in der Weiterbildung sind. Alle Kolleginnen packten sehr souverän und im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit an. Das war wirklich toll. Selbst die Einarbeitung unserer neuen Kollegin im Weiterbildungsbereich, die just mit dem Tag der Schließung im März bei uns anfing, haben wir gut gemeistert.

Wie sahen die letzten Monate bei Ihnen aus?

Juliane Röder: Zunächst ging es darum, neue Kommunikationswege im Team zu finden. Wir mussten – wie so viele – die Kinderbetreuung neu denken, da Kitas und Schulen bekanntermaßen geschlossen oder nur eingeschränkt in Betrieb waren. Die meisten von uns arbeiteten daher von zu Hause aus.

In unserer täglichen Arbeit sind wir ständig im Abstimmungsmodus. Alles greift ineinander und der zeitnahe Informationsfluss ist für den reibungslosen Ablauf des Weiterbildungsbetriebes unabdingbar. So sind wir schnell bei täglichen virtuellen Teamberatungen, internen Chats und Telefonaten angekommen. Nicht nur wegen der ausgefallenen Präsenzseminare standen Um- und Neuplanung auf der Agenda. Dazu kam die Weiterarbeit an unseren Projekten Selbsthilfeakademie und Ehrenamtsakademie. Das alles fand zwischen Kinderbetreuung, Home Schooling und zum Teil auch Kurzarbeit statt.

Da wir als Weiterbildungsträger aber nicht ganz von der Bildfläche verschwinden wollten, machten wir uns an die Konzeption neuer Online-Formate. Damit haben wir zum Glück bereits 2019 begonnen und konnten auf diesen Erkenntnissen aufsatteln. Hierzu gab es viel Abstimmungsbedarf mit den Dozent*innen, die oft noch nicht so viele Erfahrungen mit eigenen Online-Seminaren hatten. Für die ausgefallenen Seminare suchten wir neue Termine und machten uns an deren Bewerbung, sobald klar war, dass wir den Seminarbetrieb wieder aufnehmen können.

Es wird behauptet, die Corona-Krise habe der Digitalisierung einen unerwarteten Schub gegeben. Wie bewerten Sie das für Ihren Bereich?

Juliane Röder: Das ist richtig. Online-Seminare, Chats und Beratungen über Videokonferenzen sind sicher nicht neu, aber ein Blick in die Landschaft der Weiterbildungsanbieter lässt schnell erkennen, dass so gut wie alle bei diesen Themen nachgezogen haben. Innerhalb kürzester Zeit wurden virtuelle Tools angeschafft, ausprobiert und neue Online-Seminarkonzepte erarbeitet. Wir sind da keine Ausnahme. Aber wir haben ein gutes Gefühl dafür bekommen, wo wir aktuell in der sächsischen Weiterbildungslandschaft stehen. Fazit: Wir sind auf einem guten Weg. Und wir haben als Team richtig Lust darauf, Neues anzugehen, was sich bereits vor der Krise gezeigt hat. Doch bei all den Neuerungen wollen wir uns an den Bedarfen unserer Nutzer*innen orientieren. Deshalb sehen wir die Digitalisierung als Prozess, der seine Zeit und Erfahrungen braucht. Schnellschüsse bringen weder uns noch unseren Gästen etwas.

Steigt die Weiterbildung des Paritätischen Sachsen perspektivisch ganz auf Online-Seminare um?

Juliane Röder: Definitiv nein. Unsere Stärke sind Präsenzveranstaltungen. Darin haben wir über 20 Jahre Erfahrung und das positive Feedback mehrerer tausend Kund*innen bestärkt uns, daran auch weiter festzuhalten. Zudem gehört zu einer Weiterbildung nicht nur die Wissensvermittlung. Hier folgen wir unbeirrt der Idee des Paritätischen Sachsen, uns auch als Plattform für Austausch und Netzwerke zu verstehen. Das gelingt am besten im persönlichen Kontakt. Gerade Kommunikationsseminare leben von der Interaktion der Teilnehmenden. Da können – bei allen technischen und didaktischen Möglichkeiten – die Online-Varianten die Seminare vor Ort nicht ersetzen.

Für mich ist ganz klar, dass unsere Präsenzveranstaltungen von einer sinnvollen Ergänzung durch digitale Angebote profitieren können. Dabei kommt es aber auf die Themenauswahl an und darauf, inwieweit sich Online-Angebote möglicherweise besser eignen, um in den Arbeitsalltag unserer Kund*innen zu passen. Das mittelfristige Ziel ist für mich, eine gute Mischung aus verschiedenen Formaten zu finden. Wir sind offen für Neues, ohne Bewährtes über Bord zu werfen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Erfahren Sie mehr über das Weiterbildungsangebot des Paritätischen Sachsen.


Das Interview erschien zuerst in der Septemberausgabe 2020 des Verbandsmagazins anspiel.

Das gesamte Heft lesen Sie hier.

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news-6752 Thu, 15 Apr 2021 11:55:00 +0200 Mit Menschen arbeiten – Digitalisierung nutzen https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/mit-menschen-arbeiten-digitalisierung-nutzen/ Das Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch plus“ bietet eine gute Struktur und eine ansehnliche Förderung, um Fragen der Digitalisierung gezielt anzugehen. Prozessbegleiterin Dr. Adelheid Fiedler informiert über die Möglichkeiten. Das Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch plus“ bietet eine gute Struktur und eine ansehnliche Förderung, um Fragen der Digitalisierung gezielt anzugehen. Prozessbegleiterin Dr. Adelheid Fiedler informiert über die Möglichkeiten.

Die empfindlichen Einschränkungen der persönlichen Kontakte mit Klient*innen und Kolleg*innen aufgrund der Corona-Pandemie haben die meisten von uns wohl nicht gerade begrüßt. Hoffen wir, dass wir bald dauerhaft zu einer guten zwischenmenschlichen Normalität zurückkehren können.

Wir haben unter Corona aber auch erlebt, wie sehr digitale Instrumente die Arbeit ermöglichen und erleichtern können. Zugleich wurde Handlungs- und Verbesserungsbedarf deutlich. Ein paar Beispiele:

  • Die plötzliche Umstellung auf Home Office eröffnet viele Möglichkeiten und zeigt Grenzen auf. Welche Formen des dezentralen Arbeitens können wir weiterhin anbieten, dadurch die Arbeitszufriedenheit erhöhen und die Kommunikation untereinander erhalten?
  • Welche Kontakte mit Klient*innen sind eigentlich auch per Telefon oder online möglich? Welche Möglichkeiten ergeben sich durch digitale Angebote für das eigene Angebotsspektrum, z.B. im ländlichen Raum oder mit Jugendlichen?
  • Wie können wir gemeinsam an Papieren und Konzepten arbeiten, ohne x Versionen von Word-Dokumenten hin- und herzuschicken? Welche Austauschplattform passt zu uns, damit wir einander unser Wissen sinnvoll zur Verfügung stellen können?

Auch vor Corona gab es diesbezüglich viele Fragen.

  • Welche Voraussetzungen an Hard- und Software brauchen z.B. Mitarbeiter*innen im Pflegedienst, um die Dokumentation vor Ort digital zu erledigen?
  • Welche sonstigen internen Prozesse können mit Hilfe von guter Software effizienter gestaltet werden, um mehr Zeit für die Klient*innen zu haben?

Jetzt ist eine passende Gelegenheit, sich mit solchen Fragen näher zu befassen. Das Förderprogramm „unternehmensWert:Mensch plus“ bietet eine gute Struktur und eine ansehnliche Förderung, um dies mit professioneller Begleitung zu tun.

In einem klar strukturierten etwa sechsmonatigen Prozess wird zunächst das Anliegen definiert. Eine Gruppe erarbeitet dafür erste Lösungswege. Auf Basis des Feedbacks aus der restlichen Organisation kann die Gruppe ihren Vorschlag mehrfach überarbeiten. Dazu werden drei vierwöchige Arbeitsphasen mit Begleitung durchlaufen. Abschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und die Anteile ausgewählt, die für die Zukunft hilfreich sind.

Es geht dabei keineswegs immer um große Digitalisierungsprojekte. Ziel ist nicht zuletzt, innovatives und agiles Arbeiten zu erproben – anhand eines Themas, das für die Organisation von Bedeutung ist, auch anhand einer relativ kleinen Fragestellung.

Die Begleitung wird auch gemeinnützigen Organisationen (bis 250 Mitarbeiter*innen) zu 80 Prozent der anfallenden Kosten bezuschusst.

Übrigens: Die „große Schwester“ dieses Förderprogramms fördert eine Prozessbegleitung rund um Team- und Organisationsentwicklung, Führung, Chancengleichheit und Gesundheit.

Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit und lassen Sie sich zu den benannten Themen beraten.
Mehr zum Förderprogramm auf www.unternehmens-wert-mensch.de.

Oder wenden Sie sich direkt an die Prozessbegleiterin Dr. Adelheid Fiedler in Dresden:

Telefon: 0351/ 851 870 52
E-Mail: mail(at)organisationsberatung-fiedler.de

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news-6751 Tue, 13 Apr 2021 10:11:04 +0200 Im Verein: Selbstlosigkeit strukturell sichern https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/im-verein-selbstlosigkeit-strukturell-sichern/ Die Aufnahmegrundsätze des Paritätischen Sachsen fordern von seinen Mitgliedern die strukturelle Sicherung der Selbstlosigkeit. Was ist diesbezüglich zu beachten? Die Aufnahmegrundsätze des Paritätischen Sachsen fordern von seinen Mitgliedern die strukturelle Sicherung der Selbstlosigkeit. Was ist diesbezüglich zu beachten?

Die selbstlose Tätigkeit im Sinne des § 55 der Abgabenordnung ist Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Paritätischen Sachsen. Das bedeutet, dass nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke verfolgt werden dürfen. Davon hängt auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ab, die für sich genommen schon eine unerlässliche Aufnahmebedingung darstellt. Darüber hinaus fordert der Verband jedoch auch eine „strukturelle Sicherung der Selbstlosigkeit“. Dazu gehören z.B. die Beachtung des Vier-Augen-Prinzips und die Sicherstellung der personellen Trennung zwischen operativen Funktionen und Aufsichtsfunktionen.

Mitarbeiter*in und Vorstandsmitglied zugleich?

Ein weiterer zentraler Grundsatz ist, dass Mitarbeiter*innen in Organen nicht über ihre eigenen Rechte und Pflichten bestimmen sollen. Diese Situation kann entstehen, wenn Angestellte gleichzeitig Vorstandsmitglieder sind. Vor allem bei kleinen Mitgliedsorganisationen ist dies häufig anzutreffen. Das ist grundsätzlich kein Problem, es sei denn die jeweilige Satzung untersagt es ausdrücklich.

Worauf sollten Mitgliedsorganisationen achten, wenn Personen in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis zur Organisation stehen und sich gleichzeitig im Vorstand engagieren?

  • Halten Sie sich konsequent an den § 34 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Ausschluss vom Stimmrecht).  Danach besitzt ein Vorstandsmitglied kein Stimmrecht, wenn Angelegenheiten behandelt werden, die seine Person (in diesem Falle als Arbeitnehmer*in) betreffen.
  • Zudem sollte das Angestelltenverhältnis nicht artverwandt mit der zugleich bekleideten Vorstandsfunktion sein, um eventuelle Manipulationen auszuschließen.
  • Arbeitsverträge müssen seitens des Vereins durch zwei andere vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder unterschrieben werden.
  • Die Bezahlung muss sich an den ortsüblichen Vergütungen orientieren.
  • Der Vorstand sollte sich durch die Mitglieder-versammlung bestätigen lassen, dass grundsätzlich keine Bedenken gegen die doppelte Funktion bestehen.
  • Es sollte zudem mit dem zuständigen Finanzamt geklärt werden, ob es durch die beabsichtigte Konstellation eine Gefährdung der Gemeinnützigkeit sieht.
  • Die Konstellation, dass gleich mehrere Vorstands-mitglieder Angestellte des Vereines sind, sollte grundsätzlich vermieden werden.

Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungsfindung

Transparenz sowie die nachvollziehbare Entscheidungsfindung sind wichtige Grundpfeiler für die Vertrauenswürdigkeit von Organisationen. Sind diese zwei Aspekte nicht gewahrt, kann die Doppelfunktion als Angestellte*r und Vorstandsmitglied durchaus Misstrauen wecken.

Daher geht der Paritätischen Sachsen aktiv auf Mitgliedsorganisationen zu, wenn bekannt wird, dass eine solche Konstellation gegeben ist. Der Landesverband prüft, ob der Grundsatz der Selbstlosigkeit in der Vereinspraxis dennoch besteht. Das kann nur durch eine sehr individuelle Beurteilung erfolgen. Blicken Sie daher selbstkritisch auf die eigenen Strukturen und vergewissern Sie sich, dass sich die geforderte Selbstlosigkeit ausreichend widerspiegelt.


Der Artikel erschien zuerst in der Septemberausgabe 2020 des Verbandsmagazins anspiel.

Das gesamte Heft lesen Sie hier.

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news-6744 Fri, 09 Apr 2021 06:56:00 +0200 Persönliche Sprechzeiten dringend nötig https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/persoenliche-sprechzeiten-dringend-noetig/ In der Pandemie setzen Behörden und öffentliche Einrichtungen verstärkt auf den Kontakt per Telefon oder Onlineangebote. Was einerseits dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten und Nutzer*innen dient, stellt jedoch andererseits eine Hürde dar. Alexandra Poppe, Referentin für besondere Lebenslagen, kommentiert die Situation. In der Pandemie setzen Behörden und öffentliche Einrichtungen verstärkt auf den Kontakt per Telefon oder Onlineangebote. Was einerseits dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten und Nutzer*innen dient, stellt jedoch andererseits eine Hürde dar. Alexandra Poppe, Referentin für besondere Lebenslagen, kommentiert die Situation.

Jeder Kontakt ist derzeit einer zu viel. Die Pandemie bestimmt unseren Alltag und der Gesundheitsschutz steht ganz oben auf der Agenda. Nicht wenige werden sich freuen, wenn deshalb lästige Behördengänge entfallen und sich ein Großteil am heimischen Computer oder per Telefon erledigen lässt. Denn viele Ämter wie beispielsweise die Agentur für Arbeit und die Jobcenter haben ihre Beratung derzeit überwiegend auf Telefon- oder Onlinekontakt umgestellt. Eine persönliche Beratung vor Ort ist nur eingeschränkt möglich. Im Sinne des Gesundheitsschutzes ist dieses Vorgehen verständlich. 

Doch die Beschäftigten in der Schuldner-, der Sozial- oder der Migrationsberatung sowie in anderen Beratungsstellen spüren diese Umstellung deutlich. Der Beratungsaufwand wächst. Hilfesuchend wenden sich Menschen dorthin, da sie mit ihrem Anliegen bei den entsprechenden Behörden scheitern. Nicht etwa, weil ihre Anträge und Anliegen abgelehnt würden - nein. Soweit sind manche gar nicht erst gekommen. Vielmehr stellen Telefon und Onlineangebot für diese Menschen eine Hürde dar.

Telefon und Onlineangebot als Hürde

Da ist zum Beispiel der ältere Herr. Erfolgreich bestellt er eine neue Bohrmaschine im Internet. Auch einen Blumengruß hat er schon online verschickt. An der Klärung einer Frage zu seinem Rentenbescheid im Onlineportal der Rentenversicherung scheitert er allerdings und bleibt ratlos zurück. Die dortigen Erklärungen versteht er schlicht nicht.

Oder die alleinerziehende Mutter, die sich keinen Computer - geschweige denn einen Internetanschluss - leisten kann. Am Telefon der Behörde verwies man sie wiederholt auf die Antragstellung per Onlineportal. Pech gehabt?

Schwierig wird es auch für den jungen Mann aus Syrien, der noch nicht so gut Deutsch spricht. Bei den bisherigen Terminen vor Ort konnte er mit der Behörde trotzdem alles gut klären. Jetzt, wo er ausschließlich anrufen kann, fällt es ihm schwer, dem Gespräch zu folgen.

Und schließlich ist da die verschuldete Frau. Sie hat kein Konto und bezahlte ihre Stromrechnung bisher monatlich in bar direkt beim Stromanbieter. Der hat seine Servicestelle nun jedoch geschlossen und nimmt nur noch Überweisungen an. Doch ohne Konto kann man nichts überweisen. Die Frau hat inzwischen Mahnungen erhalten. Ihr droht eine Stromsperre.

Beratungsstellen fangen auf

Dies sind nur einige Beispiele, wie sich reduzierte persönliche Beratungszeiten auf das Leben von Menschen auswirken können. Die Hilfesuchenden landen nun verstärkt in den Beratungsangeboten der freien Träger. Grundsätzlich helfen die Kolleg*innen dort auch gern weiter. Wenn sie jedoch die Beratungsleistungen von Behörden übernehmen müssen, bleibt andere Unterstützung auf der Strecke. Zudem sind Beratungsstellen der Sozialen Arbeit weder personell noch fachlich in der Lage, diese Lücke in Gänze zu schließen. Von Fragen des Datenschutzes und des Auskunftsrechts ganz zu schweigen.

Aber nicht nur der Arbeitsaufwuchs bereitet Sorge. Auch die Nöte von Klient*innen verschärfen sich, da gesetzliche Fristen einzuhalten sind.

Allen Menschen den Zugang ermöglichen

Es besteht dringender Nachbesserungsbedarf, wenn Menschen nicht weiter abgehängt werden sollen. Die Liga wandte sich kürzlich mit einem Brief an verschiedene Einrichtungen, um auf die Fallstricke hinzuweisen. Ämter und Behörden, aber auch privatwirtschaftliche Unternehmen im Bereich der Grundversorgung, sind aufgefordert, allen Menschen den Zugang zu ermöglichen. Nicht nur in Pandemie-Zeiten, sondern generell.


Kontakt:

Alexandra Poppe (Referentin Besondere Lebenslagen/ Sozialrecht)
Tel.: 0351 - 828 71 151
E--Mail: alexandra.poppe(at)parisax.de

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news-6709 Wed, 24 Mar 2021 10:12:54 +0100 Freiwilligendienst: Jetzt Einsatzstelle werden https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/freiwilligendienst-jetzt-einsatzstelle-werden/ Soziale Träger agieren oft im Spannungsfeld zwischen Aufgabenfülle und Zeitmangel. Freiwillige können eine wichtige Unterstützung sein und sind gleichzeitig potentielle Fachkräfte von morgen. Soziale Träger agieren oft im Spannungsfeld zwischen Aufgabenfülle und Zeitmangel. Freiwillige können eine wichtige Unterstützung sein und sind gleichzeitig potentielle Fachkräfte von morgen.

Zusätzliche Alltagsaufgaben anbieten und Qualität sichern

Soziale Träger agieren oft im Spannungsfeld zwischen einer Vielzahl an Aufgaben und Zeitmangel. Überlastung des Personals ist häufig die Folge. Doch nicht alle Aufgaben müssen zwingend von ausgebildeten Mitarbeiter*innen ausgeführt werden. Gut angeleitete, engagierte Freiwillige bringen viel Motivation mit, für andere Menschen zu sorgen. Oft sind es zeitaufwändige, zusätzliche Alltagsaufgaben, die bei der Arbeit mit Kindern, Patient*innen oder älteren Menschen, die für den Unterschied in der Betreuung und eine besondere Qualität sorgen.

Potenzielle Fachkräfte gewinnen

Über die zusätzliche Unterstützung hinaus bieten Freiwilligendienste den Einsatzstellen eine gute Möglichkeit, Freiwillige für einen Beruf zu begeistern und sich gleichzeitig als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Wo dies gelingt, kehren ehemalige Freiwillige Jahre später gerne als Fachkräfte in die Einrichtung zurück. Inzwischen bietet der Paritätische auch attraktive berufsbegleitende Weiterbildungsangebote, bei denen langfristige gemeinsame Perspektiven geplant werden können, bzw. lebensältere Freiwillige neue berufliche Wege einschlagen. Mit sogenannten „Incoming-Programmen“ wird auch grenzüberschreitender Fachaustausch möglich. Oft bringen Freiwillige aus dem Ausland ein besonderes berufliches Weiterbildungsinteresse und teilweise auch schon Fachkenntnisse mit.

Freiwilligeneinsatz auf einen Blick:

  • motivierte Freiwillige je nach Dienstart zwischen 15 und 70 Jahren
  • in der Regel 6-18 Monate Einsatzdauer (oft von September bis August)
  • 35-40 Wochenarbeitsstunden, auch Teilzeit möglich
  • Freiwillige haben 25 Bildungstage und 29 Urlaubstage pro Jahr.
  • Die Freiwilligen erhalten ein Taschengeld und sind sozialversichert.
  • Freiwillige aus dem Ausland werden bei allen notwendigen Visa- und Einreisemodalitäten wie auch bei der Wohnungssuche unterstützt.

Trägerprinzip bietet Qualität und zuverlässige Ansprechpartner*innen

Der Paritätische ist Dach für verschiedene Trägerorganisationen für Freiwilligendienste. Sie organisieren Freiwilligendienste in allen Regionen Sachsens und beschränken Aufwand für Einsatzstellen auf die unmittelbare Begleitung vor Ort. Herbie e.V., Gemeinsam Ziele erreichen e.V., der Arbeiter-Samariter-Bund, Weitwinkel e.V. und nicht zuletzt die Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH als Sachsens größte Trägerorganisation bieten unterschiedliche Formate, wie z.B. das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), den Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder auch den Freiwilligendienst Aller Generationen (FDAG) an.

Die Trägerorganisationen bieten den Einsatzstellen folgende Leistungen:

  • Gewinnung und Vorbereitung von Freiwilligen
  • weitgehende Abwicklung des Verwaltungsaufwands eines Freiwilligeneinsatzes
  • Beratung und Unterstützung während des Freiwilligeneinsatzes sowie bei Konflikten und Krisen
  • Weiterbildungs- und Begegnungsangebote

Bei der Wahl eines Trägers können Einsatzstellen regionale, bildungsprogrammatische oder organisatorische Kriterien für die Auswahl heranziehen. Alle Paritätischen Träger arbeiten gut vernetzt nach den Qualitätsstandards in der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligendienste zusammen und beraten Einsatzstellen bestmöglich nach ihren Bedarfen.

Freiwilligeneinsatz gut und verlässlich umsetzen

Freiwilligendienste brauchen Verlässlichkeit. Daher sind entsprechende Planungsfristen erforderlich und ein Freiwilligendienst sollte mit einem Vorlauf von etwa 3-9 Monate vorbereitet werden. Für den etwas besser geförderten Bundesfreiwilligendienst kommt auch noch ein externes Ankerkennungsverfahren beim Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben (BafzA) hinzu. Auch dabei erhalten die Einsatzstelle Unterstützung durch den jeweiligen Träger. Da die meisten Freiwilligenformate im September starten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich als Einsatzstelle anerkennen zu lassen. Informationen dazu geben Homepages und Mitarbeitende der Trägerorganisationen. (z.Bsp. auf www.freiwillig-jetzt.de.

Ihr Beitrag als Einsatzstelle:

  • arbeitsmarktneutraler Einsatz der Freiwilligen in geeigneten, abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Tätigkeiten
  • Bereitstellung einer Anleiter*in, welche*r geeignet ist, Freiwillige fachlich und persönlich zu betreuen inkl. der Durchführung von regelmäßigen Reflexionsgesprächen
  • Monatlicher Kostenbeitrag der Einsatzstelle

Nachfrage nach Engagementmöglichkeiten steigt

Aktuell steigt die Nachfrage insbesondere jüngerer Menschen nach verlässlichem Engagement nach der Schulzeit, eine gute Gelegenheit, jetzt den Freiwilligendienst in den Mitgliedsorganisationen des Paritätischen zu implementieren und jungen Menschen Perspektiven im sozialen Bereich anzubieten. Aber auch lebensältere Menschen oder EU-Rentner finden in Formaten wie dem Freiwilligendienst aller Generationen oder Bundesfreiwilligendienst gute Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten im Rahmen von Engagement einzubringen.


Kontakt:
Katrin Bressel
Bereichsleiterin Freiwilligenprojekte

Tel.: 0351/ 82871320
E-Mail: bressel(at)parisax-freiwilligendienste.de

Web: www.freiwillig-jetzt.de

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news-6662 Tue, 16 Mar 2021 11:26:00 +0100 Es ist wieder Zeit für Weiterbildungen! https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/es-ist-wieder-zeit-fuer-weiterbildungen/ Die bisher vergangenen Monate der Pandemie ließen keine Zeit für Weiterbildungen. Zu eng getaktet waren Zeitpläne und Herausforderungen. Doch der Qualifikationsbedarf ist nicht stehengeblieben und es ist an der Zeit, sich dem erneut zu widmen. Die bisher vergangenen Monate der Pandemie ließen keine Zeit für Weiterbildungen. Zu eng getaktet waren Zeitpläne und Herausforderungen. Doch der Qualifikationsbedarf ist nicht stehengeblieben und es ist an der Zeit, sich dem erneut zu widmen.

Seit gut einem Jahr scheint das gesamte Land nur noch im Krisenmodus zu funktionieren. Die Angebote der Sozialen Arbeit sind davon nicht verschont geblieben. Arbeitsabläufe mussten angepasst, die Zielgruppen auf neuen Wegen begleitet und Finanzierungsfragen geklärt werden. Der in vielen Bereichen bereits vor der Pandemie herrschende Personalengpass forderte viele Teams zu organisatorischen Höchstleistungen heraus. Vielerorts wurden Lösungen gefunden, die zuvor nie denkbar gewesen wären. Doch nun konsolidiert sich die Lage an vielen Stellen. Die neue Normalität wird zur Gewohnheit.

„Die Nachfrage nach Seminaren steigt langsam wieder“, stellt Juliane Röder, Leiterin des Weiterbildungsbereichs des Paritätischen Sachsen fest. „Wir sind noch weit von früheren Zahlen entfernt, aber die Interessent*innen signalisieren uns, dass in den Einrichtungen und Diensten wieder Kapazitäten frei werden, um sich weiterzubilden.“ Dieser Aspekt begünstigt derzeit die Arbeit in ihrem Bereich. Hinzu kommt jener Wandel, den der Weiterbildungsbereich in den zurückliegenden Monaten durchlaufen hat. Das Stichwort heißt auch hier – wie an so vielen Stellen – Digitalisierung.

Online-Formate waren bereits vor der Pandemie im Angebot des Paritätischen Sachsen zu finden. Der Schwerpunkt und die Stärke lagen jedoch auf den Präsenzangeboten in den Schulungsräumen der Landesgeschäftsstelle in Dresden und bei Kooperationspartnern. So lobten viele Teilnehmende neben den fachlichen Inhalten und den qualifizierten Dozent*innen vor allem die gute Lernatmosphäre und die Ausstattung vor Ort. Auch Inhouseschulungen nutzen viele Organisationen gerne.

Da es vorerst leider keine Präsenzveranstaltungen geben wird, finden die Seminare nun online statt. Juliane Röder erklärt dazu: „Die vorhandenen Seminare einfach eins zu eins online anzubieten, kann nicht funktionieren. Daher haben wir sie gemeinsam mit den Dozent*innen an die neue Form angepasst. In vielen Fällen haben wir sie zudem eingekürzt, so dass die Veranstaltungen jetzt in der Regel zwischen anderthalb und vier Stunden dauern. So lassen sie sich auch besser in den jeweiligen Arbeitsalltag integrieren. Und wir achten sehr auf die Begleitung der Teilnehmenden, damit sich alle gut mitgenommen fühlen und technische Hürden gar nicht erst entstehen.“ Lange Anreisezeiten fallen natürlich auch weg, da die Teilnehmenden bequem von zu Hause oder vom Arbeitsplatz aus mitmachen können.

„So wie es bisher üblich war, neue fachliche Themen fortlaufend in das aktuelle Programm mit aufzunehmen und passende Seminare auf die Beine zu stellen, haben wir uns jetzt auch an die neuen Anforderungen angepasst. Unser Weiterbildungsprogramm konzentriert sich derzeit auf Kompetenzen für Leitungskräfte , damit sie gestärkt durch die Untiefen der derzeitigen Lage manövrieren können“, erläutert Juliane Röder und verweist auf Seminare wie beispielsweise ‚Erfolgreich Führen aus dem Homeoffice ‘ oder ‚Konstruktiver Umgang mit Fehlzeiten im Team‘. Aber auch spezielle Fachthemen für die verschiedenen Bereiche Sozialer Arbeit und Pflege sind wie gewohnt im Angebot.

Weiterbildungen sind ein klares Bekenntnis zur Zukunft und bieten im beruflichen Alltag neue Impulse. Das ist nicht nur fachlich von Vorteil. Vielmehr bieten sie auch eine willkommene Abwechslung vom coronageprägten Arbeitsrhythmus, die von vielen gerne wahrgenommen wird.

Es ist wieder Zeit für Weiterbildungen! Werfen Sie einen Blick in unser aktuelles Programm und lassen Sie sich von unserem Team beraten.

Das aktuelle Weiterbildungsangebot finden Sie hier.

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news-6665 Wed, 10 Mar 2021 09:00:00 +0100 Digital durchstarten in der Selbsthilfe?! Aus analog wird digital. https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/digital-durchstarten-in-der-selbsthilfe-aus-analog-wird-digital/ Coronabedingt wird der Fachtag zur Digitalisierung in der Selbsthilfe nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden können. Referentin Carolin Schulz spricht darüber, wie anspruchsvoll und lohnenswert die Umgestaltung des analogen Fachtags zu einer Online-Veranstaltungsreihe ist, und was Sie ab dem 13. März erwarten wird. Coronabedingt wird der Fachtag zur Digitalisierung in der Selbsthilfe nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden können. Referentin Carolin Schulz spricht darüber, wie anspruchsvoll und lohnenswert die Umgestaltung des analogen Fachtags zu einer Online-Veranstaltungsreihe ist, und was Sie ab dem 13. März erwarten wird.

Ursprünglich hatten wir den Fachtag der Selbsthilfeakademie Sachsen für November 2020 in einem barrierefreien Tagungszentrum in Freiberg geplant und ihn dann im Frühherbst pandemiebedingt auf den 13. März 2021 verschoben. Wir hatten uns sehr darauf gefreut: Frühlingssonne, Häppchen, Impulse von Expert*innen und Betroffenen sowie geselliger Austausch unter den Selbsthilfeakteur*innen.

Doch bereits im Oktober ahnten wir, dass Corona nicht über Nacht verschwinden würde und so auch unser Fachtag im März nicht nach unseren Vorstellungen stattfinden kann. Was nun? Die Entscheidung zur Umgestaltung trafen wir schnell: Aus analog wird digital!

Wir wollten die Fachbeiträge um das zentrale Thema Digitalisierung für unsere Selbsthilfeakteur*innen nicht länger hinausschieben. So erarbeiteten wir noch vor Weihnachten ein Online-Konzept – und hatten dabei das Gefühl, eine völlig neue Veranstaltung zu entwickeln.

Auch online bedarf viel Planung

Meine Kolleginnen organisieren sowohl die Veranstaltungen der Selbsthilfeakademie als auch die Weiterbildungen des Paritätischen Sachsen. Vor allem im letzten Jahr haben sie coronabedingt ihren Erfahrungsschatz zur Durchführung von Online-Workshops weiter ausgebaut, aber die Online-Veranstaltungsreihe für die Selbsthilfe als Mammutprojekt war auch für sie Neuland.

Umso mehr freuen wir uns nun, dass es uns im Akademie-Team gelungen ist, den Fachtag in ein spannendes Format mit zwölf Online-Workshops umgewandelt zu haben. Dabei haben wir schnell gemerkt, dass hinter diesem Digitalprojekt mindestens der gleiche organisatorische Aufwand steckt wie bei einem realen Fachtag.

Zwar fallen die Raumorganisation und das Catering weg, aber viele neue Fragen kommen hinzu, wie beispielsweise zur Software für die Videokonferenz, zur technischen Begleitung während der Veranstaltung und zum Umgang mit Störungen.

Auch die Anforderungen an die Dozent*innen sind online anders: Langsamer sprechen, mehr Mimik einsetzen, neue Methoden zum Einbeziehen der Teilnehmenden einbauen, mehr Zeit einplanen für Fragen und technische Probleme. Um unsererseits reibungslose Technik zu garantieren, bedarf es einer technischen Assistenz, welche der Moderation den Rücken freihält. Da wir bei den einzelnen Workshops bis zu 80 Teilnehmenden erwarten, haben wir zudem eine Co-Moderation eingeplant, die Chatfragen bündelt und auf einzelne Anfragen von Teilnehmenden eingehen kann.

Öffentlichkeitsarbeit neu denken

Da in den Kontaktstellen für Selbsthilfe derzeit keine Gruppentreffen stattfinden, konnten unsere Poster und Flyer über diesen Weg leider niemanden erreichen. Zur Umgestaltung unserer Veranstaltungsreihe musste daher auch die Öffentlichkeitsarbeit neu gedacht werden.

So haben wir uns auf eine reine Online-Bewerbung über E-Mail, Webseite und Soziale Medien unserer Kooperationspartner*innen wie beispielsweise der Landeskontaktstelle Sachsen (LAKOS) und der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen konzentriert. Zu vielen der Workshops gibt es bereits vorab auf unserer Akademiewebseite Impuls-Artikel zur Umsetzung in der Praxis, beispielsweise zur barrierefreieren Gestaltung der Sozialen Medien.

Leider konnten wir durch die reine Online-Bewerbung dennoch nur einen Teil der Selbsthilfeakteur*innen erreichen. Auch hat die Online-Bewerbung den Nachteil, dass Texte im Netz flüchtiger wahrgenommen werden als ein handlicher Flyer mit Braille-Stanzung.

Barrierefreiheit online denken

Da unsere Zielgruppe Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sind, organisieren wir analoge Weiterbildungen so barrierefrei wie möglich. Diesen Anspruch wollten wir natürlich auch für die Online-Veranstaltungsreihe erfüllen: Alle sollten mitmachen können und von den Digitalisierungstipps der Dozent*innen profitieren. Wir stellten uns neue Fragen wie:

  • Welche Videokonferenztechnik ist für sehbehinderte Menschen geeignet und welche Screenreader nutzen diese Menschen?
  • Brauchen wir eine Untertitelung und zugleich eine*n Gebärdendolmetscher*in?

Meine Kolleginnen haben viele Videokonferenzpgrogramme im Vorfeld auf Barrierefreiheit hin getestet und dabei festgestellt, dass es das perfekte und beste System leider nicht gibt. Jeder Anbieter hat Vor- und Nachteile. Deshalb haben wir den Rat von Expert*innen eingeholt und uns mit verschiedenen Menschen mit Behinderungen darüber ausgetauscht, welche Technik für sie am einfachsten zu nutzen ist.

Wir haben uns für das Videokonferenzsystem ZOOM entschieden, weil Menschen mit unterschiedlichen Sehbehinderungen dieses Programm nutzen können. So unterstützt Zoom übliche Screenreader wie zum Beispiel NVDA, JAWS, VoiceOver und Android Talkback. Außerdem können sich die Teilnehmenden über die ZOOM-Systemeinstellungen in allen gängigen Betriebssystemen wie Windows, iOS und Android eine hohe Kontrastauflösung einrichten. Für macOS unterstützt Zoom einen dunklen Modus. Zudem können Teilnehmende mit Mobilitätsbehinderungen das Programm über die Tastatur steuern.

Für Menschen mit wenig Videokonferenz-Erfahrung bieten wir am Vortag der Online-Auftaktveranstaltung am 12.03.2021 um 16 Uhr einen Vorab-Technik-Test an. Die Teilnehmenden können so gemeinsam mit meinen Kolleginnen überprüfen, ob bei ihnen Zoom funktioniert, und die Einstellungen den eigenen Bedarfen anpassen.

Sobald sich Menschen mit Hörbeeinträchtigung für die Veranstaltung anmelden, haben wir die Möglichkeit, Schriftdolmetscher*innen dazu zu holen. Diese übersetzen dann simultan in Untertitel. Das gleiche gilt für die Übersetzung in Gebärdensprache. Auch senden wir (wie bei allen anderen Online-Weiterbildungen der Akademie) unseren Teilnehmenden auf Anfrage die Workshop-Unterlagen vorab zu, damit sie die Informationen in Ruhe lesen können.

Leider haben nicht alle in der Selbsthilfe aktiven Menschen Zugang zu digitalen Räumen. Unter den derzeitigen Corona-Bedingungen sind jedoch Online-Veranstaltungen der einzige Weg, diese überhaupt noch zu erreichen.

Ein völlig neues Programm

Was ist nun konkret aus dem Fachtag geworden? Aus einem Workshop-Tag mit parallelen Workshops sind nun zwei Wochen geworden. Die Auftaktveranstaltung findet am Samstag, den 13. März 2021, mit drei anderthalbstündigen Workshops statt. Dazwischen gibt es ausreichend Pausen für Bewegung, Mittagessen und einfach nur ein bisschen Ruhe.

Dann folgen bis einschließlich 26. März 2021 neun weitere Workshops an verschiedenen Wochentagen. Die Workshops finden nachmittags statt, weil sich diese Zeit auch Berufstätige gut einrichten können und die Konzentrationsfähigkeit noch gegeben ist.

Fazit

Wichtig war uns, das Rad nicht neu zu erfinden. Wir haben uns mit Expert*innen aus der Selbsthilfe und dem Paritätischen Gesamtverband über Erfahrungen ausgetauscht. Auch nahmen wir an einigen digitalen Veranstaltungen teil, um von guten Beispielen zu lernen.

Jedoch behielten wir bei all den neuen Fragen und Herausforderungen zur Umgestaltung des Fachtags von analog auf digital immer fest das Ziel vorm inneren Auge: Die Menschen in der Selbsthilfe fit machen für die Digitalisierung, damit diese in diesen besonderen Zeiten miteinander in Kontakt bleiben und sich unterstützen können

Starten wir also am 13. März 2021 gemeinsam digital durch!


Praxis-Tipp:

Wenn Sie auch eine digitale Veranstaltung planen, empfehlen wir Ihnen die Arbeitshilfe "Digitale Räume für analoge Veranstaltungen" des Paritätischen Gesamtverbands.

Weitere Informationen zur Online-Veranstaltungsreihe „Digital durchstarten in der Selbsthilfe!“ der Selbsthilfeakademie Sachsen finden Sie unter:
www.selbsthilfeakademie-sachsen.de/angebote/termine/seminar/digital-durchstarten-in-der-selbsthilfe/

­­Kontakt:

Carolin Schulz (Referat Selbsthilfe & Öffentlichkeitsarbeit Selbsthilfeakademie Sachsen)

Tel.: 0351 - 828 71 123
E-Mail: carolin.schulz(at)parisax.de

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news-6663 Tue, 09 Mar 2021 06:36:00 +0100 Entlohnung – eine Frage des Geschlechts https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/entlohnung-eine-frage-des-geschlechts/ Am 10. März 2021 ist der Equal Pay Day, der symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen markiert. Nicole Börner, 2021 Vorsitzende des AK Menschenrechte und Vielfalt der Liga, kommentiert den geschlechterspezifischen Lohnunterschied und blickt dabei auf die sozialen Berufe. Am 10. März 2021 ist der Equal Pay Day, der symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen markiert. Nicole Börner, 2021 Vorsitzende des AK Menschenrechte und Vielfalt der Liga, kommentiert den geschlechterspezifischen Lohnunterschied und blickt dabei auf die sozialen Berufe.

Eine Frau verdient weniger als ein Mann. Betrachtet man das Gehaltsgefüge in Deutschland, ist dieser Satz bis heute noch als sachliche Feststellung richtig. Wenig Fortschritt, will man meinen. Positiv ist zumindest anzumerken, dass der Eingangssatz als Meinung verstanden heute weniger anzutreffen ist als es sicher noch vor 50 Jahren der Fall war. „Eine Frau hat weniger Anerkennung, Wertschätzung oder Bezahlung verdient als ein Mann“, kommt heute glücklicherweise kaum noch jemandem über die Lippen.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter hinsichtlich der Entlohnung beruflicher Tätigkeit sowie die Rolle von Frauen in Führungspositionen sind heute keine Nischenthemen mehr. Das ist nicht nur gut so, sondern mehr als überfällig. Gerade die Wohlfahrtspflege blickt auf einen langen Weg im Kampf um Anerkennung der unter ihrem Dach versammelten Arbeitsfelder zurück. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass diese Tätigkeiten lange Zeit als typische Frauenberufe verstanden wurden. Das spiegelt sich bis heute in deren Entlohnung wider.

Nun mögen die Kritiker*innen einwerfen: Pflegen, Kinder betreuen, Wohnungslose versorgen, gewalterfahrene Menschen beraten etc. - das kann doch jede*r. Jene, die den Eingangssatz auch heute noch als Meinung vertreten, legen vielleicht noch nach: „Und Frauen können das von Natur aus halt besser.“ Und überhaupt könne man Entgelte unterschiedlicher Berufe gar nicht so einfach miteinander vergleichen.

Ein bloßer Vergleich ist wirklich schwer und wäre auch unsachlich. Dafür sind die Berufs- und Tätigkeitsfelder der Erwerbsarbeit zu komplex. Wer gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordert, tut dies in der Regel jedoch nicht aus ideologischen Gründen. Schaut man auf Verdienstmöglichkeiten, wird schnell deutlich, dass frauendominierte Branchen oft schlechter dastehen als Berufszweige, die überwiegend oder gleichermaßen von Männern ausgeübt werden. Die Hans-Böckler-Stiftung hat dies mit ihrem Modell des „Comparable Worth-Index“ (CW-Index) gut dargestellt, indem sie Berufe mit gleichwertigem Anforderungs- und Belastungsprofil identifizierte. So entsprechen beispielsweise die Anforderungen nichtakademischer, sozialpflegerischer Berufe etwa jenen von Fachkräften für Datenbanken und Netzwerke. Das Anforderungsprofil von Jurist*innen ist jenem von Erzieher*innen vergleichbar.

Überrascht? Es ist wohl für viele leicht zu verstehen, dass die Einrichtung eines Computernetzwerkes hochspezialisiertes Wissen voraussetzt und sich dies auch im Gehalt niederschlägt. Auch dass Jurist*innen vergleichsweise gut entlohnt werden, ist kein Geheimnis. Diese ganzen Gesetze können nur Spezialist*innen überblicken. Aber Kindererziehung und Senior*innenbetreuung, das können doch alle, oder?

Dass soziale Tätigkeiten neben der fachlichen Ausbildung ein hohes Maß an Verantwortung für das Wohlergehen und die Entwicklung von Menschen fordern, dass sie oft körperlich und emotional herausfordernd sind, dass die Arbeitszeiten teilweise fernab einer geregelten Bürotätigkeit sind, wird in der öffentlichen Wahrnehmung aber gerne ausgeblendet.

Trotz eines sich wandelnden Rollenverständnisses zwischen Männern und Frauen arbeiten Frauen noch immer viel häufiger in sozialen oder pflegerischen Berufen. Sie nehmen damit in Kauf, langfristig schlechter zu verdienen und geringere Aufstiegschancen zu besitzen als Berufstätige in Branchen mit vergleichbarem Anforderungsprofil. Ganz zu schweigen von langfristigen Folgekosten wie einer niedrigeren Rente oder von  monetärer Abhängigkeit vom besserverdienenden Partner. Das können auch Einmalprämien nicht ausgleichen, die es beispielsweise im Zuge der Corona-Pandemie für einige mit dem Prädikat „systemrelevant“ geadelten „Frauenberufe“ gab.

Dass Frauen soziale Berufe häufiger wählen, ist eine Tatsache. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Dass sie allein durch diese Entscheidung vergleichsweise weniger verdienen, ist ungerecht und es trifft sämtliche in den betroffenen Branchen arbeitenden Menschen gleichermaßen.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen betont daher in ihrer kürzlich veröffentlichen Position zur Geschlechtergerechten Entlohnung, „dass alle erwerbstätigen Menschen in der Lage sein müssen, mittels eigenem Einkommen ihr Leben frei und würdevoll zu gestalten sowie eine auskömmliche Rente zu erarbeiten. … Politik und Gesellschaft tragen Verantwortung, gerechte und wertschätzende Entlohnung in allen Branchen zu erreichen.“

Die Position der Liga lesen Sie auf: www.liga-sachsen.de


Mehr Informationen zum Equal Pay Day finden Sie auf: www.equalpayday.de

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news-6631 Tue, 23 Feb 2021 16:17:00 +0100 Studieren und Arbeiten – wie geht das zusammen? https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/studieren-und-arbeiten-wie-geht-das-zusammen/ In einer Online-Infoveranstaltung am 2. März 2021 informiert die parikom gGmbH über die Vereinbarkeit von berufsbegleitendem Studieren und personellen Engpässen in sozialen Einrichtungen. In einer Online-Infoveranstaltung am 2. März 2021 informiert die parikom gGmbH über die Vereinbarkeit von berufsbegleitendem Studieren und personellen Engpässen in sozialen Einrichtungen. 

Nicht nur für pflegerische, soziale oder auch pädagogische Berufe gilt: Eine gute Qualifikation stärkt Beschäftigte und Arbeitgeber*innen gleichermaßen. Geschäftsleitungen, die Beschäftigten durch Bildungsangebote berufliche Perspektiven aufzeigen möchten, müssen dabei immer auch die die Auswirkung dessen auf die täglichen Arbeitsabläufe bedenken. Wer sich weiterbildet, fehlt am Arbeitsplatz. Ist das so? Das muss und darf kein Grund sein, Weiterbildungen und Qualifikationen auf die lange Bank zu schieben. 

Im Wissen um das Spannungsfeld zwischen Qualifikationsbedarf und Personalengpässen in den verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit sucht der Weiterbildungsbereich des Paritätischen Sachsen immer nach Lösungen, die dennoch eine Option für die Träger bieten. Im regulären Weiterbildungsprogramm sind es derzeit unter anderem Online-Formate, die sich in den Arbeitsalltag eingliedern lassen und dabei handfeste Kenntnisse für die Praxis bieten. 

Auch für umfassende Qualifikationen, wie zum Beispiel einen Studienabschluss in Sozialer Arbeit, gibt es mittlerweile gute Lösungen. Berufsbegleitend können Beschäftigte des sozialen Bereichs Abschlüsse erwerben und gleichzeitig im verlässlichen Rahmen vor Ort mitarbeiten. Das gelingt seit einem Jahr sehr gut im berufsbegleitenden Studiengang Soziale Arbeit, den die Hochschule für Angewandte Pädagogik (HSAP) in Kooperation mit der parikom gGmbH und dem Paritätischen Sachsen anbietet. Studierende und Arbeitgeber*innen gaben bisher weitgehend positive Rückmeldungen zur Vereinbarkeit von Studium und Arbeit. 

Da der Studiengang ab dem Wintersemester erneut startet, findet am 2. März 2021 ab 16 Uhr eine Online-Infoveranstaltung statt. Neben kurzen Ausführungen zu den Studieninhalten wird es darum gehen, welche Erfahrungen berufsbegleitend Studierende bisher gemacht haben. Zudem können Fragen an die Kolleginnen der parikom gGmbH sowie die Studiengangsleiterin der HSAP, Frau Prof. Dr. Christin Tellisch, gestellt werden.  

Hinweis: Leider muss die Veranstaltung aus organisatorischen Gründen abgesagt werden. Sie wird voraussichtlich im Mai stattfinden.

Informationen und die Anmeldung zur Online-Infoveranstaltung lesen Sie hier

Sie interessieren sich für den berufsbegleitenden Studiengang Soziale Arbeit?
Hier erfahren Sie mehr.

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news-6606 Thu, 18 Feb 2021 10:51:00 +0100 Neue Ziele in der Selbsthilfe https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/neue-ziele-in-der-selbsthilfe/ Gemeinsam mit der Fachgruppe Selbsthilfe im Paritätischen Sachsen verständigte sich unsere Fachreferentin Carolin Schulz auf vier neue Ziele, um die Selbsthilfe in Sachsen weiter zu stärken. Gemeinsam mit der Fachgruppe Selbsthilfe im Paritätischen Sachsen verständigte sich unsere Fachreferentin Carolin Schulz auf vier neue Ziele, um die Selbsthilfe in Sachsen weiter zu stärken.

Die Ziele aus den letzten zwei Jahren konnten wir verwirklichen. Darüber dürfen wir uns freuen und zugleich auch dankbar sein, dass sich einiges in der Selbsthilfe tut. Jetzt ist es an der Zeit für weitere Impulse, die auch durch Corona angestoßen und beschleunigt werden wie die Digitalisierung.

Wichtig ist es, Themen wie Digitalisierung, Junge Selbsthilfe und Multiplikatoreneinbindung nicht nur an der Oberfläche anzusprechen, sondern weiter in der Tiefe anzugehen und die Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen über die Mitgliedsorganisationen wirklich zu erreichen und sich für Ihre Interessen einzusetzen.

Rückblick: Ziele in der Selbsthilfe 2019 & 2020

Im Dialog mit dem Paritätischen Mitgliedern des Bereiches Selbsthilfe verständigte sich das Referat Selbsthilfe 2019 auf zwei Hauptziele. Das erste Ziel hieß: "Es sind durch den Aufbau einer Landeskoordinierungsstelle der Kontaktstellen für Selbsthilfe Sachsen gemeinsam mit der AOK PLUS und dem Sozialministerium verlässliche Rahmenbedingungen für die überregionale Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen zu schaffen."

Um die sachsenweiten Selbsthilfeaktivitäten zu stärken und die überregionale Vernetzung auszuweiten wurde im Juli 2019 die Landeskontaktstelle Selbsthilfe Sachsen (LAKOS Sachsen) in Trägerschaft der Jugendstiftung Sachsen eingerichtet. Sie nahm im September 2019 ihre Arbeit auf.

Dr. Gesa Busche, damalige Referentin für Selbsthilfe im Paritätischen Sachsen, setzte sich von Anfang an für eine direkte Zusammenarbeit mit der LAKOS Sachsen ein. Die LAKOS Sachsen wird künftig Weiterbildungen für die Selbsthilfekontaktstellen anbieten und die Selbsthilfeakademie Sachsen im Hause des Paritätischen Sachsen hält Weiterbildungen für die Selbsthilfegruppen vor.

Seit Oktober 2020 ist Carolin Schulz Referentin für Selbsthilfe und steht weiterhin im intensiven Austausch mit der LAKOS Sachsen und der LAG Selbsthilfe Sachsen. Dadurch sollen hauptsächlich Synergien genutzt und Fördermittel wirksam verwendet werden. Dr. Gesa Busche und Carolin Schulz setzten sich dafür ein, dass die LAKOS Sachsen und die LAG Selbsthilfe Sachsen eine gemeinsame Lösung für eine einheitliche Datenbank mit Selbsthilfegruppen in Sachsen finden anstatt doppelte Strukturen aufzubauen.

Als zweiter Schwerpunkt stand auf der Tagesordnung: "Für die Selbsthilfe in Sachsen sind gemeinsam mit den entsprechenden Akteuren und Expert*innen in eigener Sache qualitätsgesicherte und bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote etabliert."

Mit der Selbsthilfeakademie Sachsen ist dieses Ziel erreicht. Seit 2019 bietet sie kostenfreie Weiterbildungen für Menschen in Selbsthilfegruppen an. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit des Paritätischen Sachsen, seiner Tochtergesellschaft parikom gGmbH und der AOK PLUS für Sachsen und Thüringen. Die Angebote werden gemeinsam mit den sächsischen Selbsthilfekontaktstellen erarbeitet und ergeben sich zudem aus den Beratungsbedürfnissen der Paritätischen Mitgliedsorganisationen im Bereich Selbsthilfe.

Neue Ziele für die kommenden Jahre

Für die folgenden Jahre hat Selbsthilfe-Referentin Carolin Schulz mit der Fachgruppe neue Ziele gesetzt und verabschiedet. Die Ziele sind:

  1. Die Selbsthilfeakademie Sachsen ist etabliert, fachlich gut aufgestellt und die Angebote werden von Selbsthilfeorganisationen angenommen.
  2. Alle Selbsthilfeakteure in Sachsen bündeln ihre Kompetenzen, um gemeinsam die Selbsthilfe in Sachsen zu stärken.
  3. Selbsthilfeorganisationen können für ihre Arbeit sinnvolle digitale Möglichkeiten des Austauschs nutzen.
  4. Selbsthilfeorganisationen bleiben (auch in Corona-Zeiten) handlungsfähig.

Um diese Ziele zu erreichen, ist es wichtig, mit den Paritätischen Mitgliedsorganisationen im Gespräch zu sein, um beispielsweise bei Digitalisierungsprozessen zu unterstützen oder die aktuellen Bedarfe in die Veranstaltungsplanung der Selbsthilfeakademie Sachsen einzubeziehen. So hat Carolin Schulz zusammen mit dem Selbsthilfeakademie-Team Expert*innen aus der Selbsthilfe in Sachsen für die Online-Veranstaltungsreihe „Digital durchstarten in der Selbsthilfe!" ab 13. März 2021 gewinnen können.

Weitere digitale Projekte sind in Zusammenarbeit mit der LAKOS Sachsen, LAG Selbsthilfe Sachsen und der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V. im Gespräch. Als GKV-Beiratsmitglieder werden sich die Akteure zukünftig stärker öffentlich als gemeinsame Netzwerkpartner positionieren, die sich in ihren Angeboten gegenseitig ergänzen und unterstützen. Denn: Nur gemeinsam sind wir stark!

Die Ziele sind in der aktuellen Verbandspolitischen Leitlinie für den Fachbereich Selbsthilfe verankert, die vom Landesvorstand im Dezember 2020 abschließend bestätigt wurde. Die Umsetzung der Ziele erfolgt durch das Referat Selbsthilfe im Fachbereich Teilhabe des Paritätischen Sachsen.


Sie finden alle Verbandspolitischen Leitlinien des Paritätischen Sachsen unter:
parisax.de/verband/ueber-uns/verbandspolitische-leitlinien/

Kontakt:

Carolin Schulz (Referat Selbsthilfe)

Telefon: 0351 - 828 71 123
E-Mail: carolin.schulz(at)parisax.de

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news-6613 Tue, 16 Feb 2021 09:57:20 +0100 Kommentar: S.O.S. – Familien an ihren Belastungsgrenzen https://parisax.de/aktuelles/aktuelles-artikelansicht/news/kommentar-sos-familien-an-ihren-belastungsgrenzen/ Mutter, Vater, Lehrer*in, Erzieher*in, Zuhausearbeitende – Eltern müssen derzeit viele Rollen gleichzeitig ausfüllen. Familien stehen zunehmend unter Druck. Unsere Regionalgeschäftsstellenleiterin in der Stadt Leipzig, Doreen Voigt, kommentiert die aktuelle Situation. Mutter, Vater, Lehrer*in, Erzieher*in, Zuhausearbeitende – Eltern müssen derzeit viele Rollen gleichzeitig ausfüllen. Familien stehen zunehmend unter Druck. Unsere Regionalgeschäftsstellenleiterin in der Stadt Leipzig, Doreen Voigt, kommentiert die aktuelle Situation.

Seit fast einem Jahr werden von der Politik ständig neue und angepasste Maßnahmen ergriffen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Gerade Familien leiden besonders stark unter diesen Beschränkungen und geraten dabei nicht selten an ihre Belastungsgrenzen. Viele Eltern fühlen sich alleingelassen. Denn Homeoffice, Homeschooling, Kinderbetreuung und die Organisation des Haushaltes stellen eine enorme Herausforderung dar. Eltern müssen einer Vielzahl an Rollen übernehmen, die ansonsten im Kontext von Institutionen ausgestaltet werden. Zusätzlich erhöhen Einkommenseinbußen, die soziale Isolation und bestehende Existenz- und Zukunftsängste den Druck.

Diese Bündelung der verschiedensten Anforderungen innerhalb des Systems Familie sind psychisch belastend, und führen nicht selten zu Spannungs- und Konfliktsituationen. Beratungsstellen berichten, dass bereits während der ersten pandemiebedingten Einschränkungen die Fälle häuslicher Gewalt und der Kindeswohlgefährdungen anstiegen. Vor diesem Hintergrund sind Kinder- und Gewaltschutz bei den Einschränkungen des öffentlichen Lebens immer mitzudenken. Zugänge zu Hilfsangeboten müssen, unter Beachtung des Infektionsschutzes, weitestgehend zugänglich bleiben.

Die Institution Familie ist auf die Unterstützung einer stabilen Infrastruktur angewiesen, die in den zurückliegenden Monaten jedoch weitestgehend weggefallen ist. Die weitere Öffnung der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen seit dem 15.2. ist deshalb ein wichtiger Schritt. Nichtsdestotrotz fürchten Familien erneute Schließungen bei verändertem Infektionsgeschehen.  Sie brauchen verlässliche und transparente Aussagen von Seiten der Politik – eine Langzeitstrategie und damit eine Zukunftsperspektive sind jetzt wichtiger denn je. Damit einhergehend sollten einfach anwendbare Testverfahren flächendecken zur Verfügung stehen, um Infektionen schnell erkennen zu können und umgehendes Handeln vor Ort möglich wird. Dabei sind Eltern, Kinder und Fachkräfte zu berücksichtigen.

Die Auswirkungen der Pandemie auf das System Familie sind vielfältig. Trotz klarer Anhaltspunkte kann deren Intensität noch nicht abschließend bewertet werden. Unstrittig ist jedoch, dass es langfristig angelegter Konzepte bedarf. Familien muss zugehört und ihre Notlagen dürfen nicht hinter wirtschaftliche Belange gestellt werden. Unabhängig von der aktuellen Pandemiesituation sollten folglich beispielsweise die Kita-Sozialarbeit und Beratungsangebote für Familien stärker ausgebaut werden. Familien- und Wirtschaftspolitik müssen zusammengedacht und gemeinsame Lösungswege gefunden werden, denn beide Bereiche bedingen einander.

 


Kontakt:

Doreen Voigt (Leiterin Regionalgeschäftsstelle Leipzig)
Tel.: 0341/ 961 74 62
E-Mail: doreen.voigt(at)parisax.de

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